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Salt and Sacrifice – Angetestet

C
Craig Pearson
18. Okt. 2021

Würde man Dark Souls beleuchten, wäre Salt and Sacrifice der Schatten, den es wirft. Das neueste 2D-Soulslike im Epic Games Store hat seine ganz eigene Geschichte, die bis zu Salt and Sanctuary aus dem Jahr 2016 zurückreicht. Das neueste Spiel ist dunkler und schwieriger, aber gleichzeitig weniger einsam. Salt and Sacrifice wurde als Mehrspielerspiel konzipiert.

Als Gebrandmarkter Inquisitor („Marked Inquisitor“) ist der Spieler ein verurteilter Verbrecher, der seine Strafe im Kampf gegen Magier abbüßt. Diese wütenden, riesigen, elementaren Kreaturen sind Bosse mit mehreren Stufen, bei denen ihr Planung und Geduld braucht, um sie zu besiegen. Aber bevor es dazu kommt, müsst ihr zuerst wählen, als was ihr spielen wollt. Es stehen mehrere Archetypen zur Auswahl. Ich selbst habe einen Kämpfer („Fighter“) genommen, aber ihr könntet auch als Assassine, Kleriker, Ranger oder etwas anderes spielen. Auch Verbrechen macht sich bezahlt. Ihr könnt auswählen, für welche Straftat ihr verurteilt wurdet, und erhaltet entsprechende Gegenstände. Meine Rolle als Brandstifter hat mir zum Beispiel Feuerbomben eingebracht.

Zwischen euch und der Spielwelt liegt die Stadt Pardoner's Vale. Dort könnt ihr euch um euren Charakter kümmern, eure Schwerter verbessern und euch für die bevorstehende Jagd mit Vorräten eindecken. Es gibt sogar eine Katze, die ihr streicheln könnt. Ein schwacher Trost, wenn man bedenkt, was im Ashbourne Vale vor euch liegt.

Salt and Sacrifice ist ein Spiel, in dem es um bedachtes Kämpfen geht. Es hat keinen Sinn, einfach loszustürmen, wenn selbst euer schwächster Schlag euch schutzlos Gegenangriffen aussetzen kann. Im Vale sind selbst die jämmerlichsten verdammten Seelen in der Lage, einen zu weiten Hieb perfekt auszunutzen und euch in Sekundenschnelle auszulöschen. Ihr braucht Geduld, um den richtigen Moment abzuwarten, und Erfahrung, um zu wissen, wann euch ein Ausweichmanöver eine Verschnaufpause verschafft. Ihr müsst eure Ausdauer, die ihr für das Blockieren, Ausweichen und Angreifen braucht, gut einteilen. Und hierbei sind wir erst bei den kleinen Kreaturen angelangt, die sich im Level über die Leichen hermachen.

Größere Bosse durchstreifen die Welt. Mir sind zwei begegnet. Der erste, der ritterartige „Uryks Necklace-of-Ears“, sperrte mich in eine kleine Arena und begann, sein riesiges Schwert zu schwingen. Nach ein paar Toden wurde sein Muster deutlich. Bei seinen Angriffen auf mich ließ er mir eine Lücke, die ich ausnutzen und ihn dann treffen konnte. Jede noch so kleine Verzögerung beim Ausweichen oder Zuschlagen konnte das Aus bedeuten. Blockieren ging zwar, aber ich konnte damit keine kohärente Strategie entwickeln. Ich musste oft sterben, bevor ich endlich den Rhythmus verstand. Ausweichen, Schlagen, Ausweichen. Ausweichen, Schlagen, Ausweichen. Der Sieg war herrlich.

Die Kämpfe gegen die Magier sind fast schon ein Spiel für sich. Ihr folgt Hinweisen, begebt euch dann auf die Jagd und steht schließlich vor einem haushohen, verhüllten Ungetüm, das mit Zaubersprüchen belegt ist. Was auch immer der Magier im Kampf beschwört, wird alles in der Nähe angreifen, einschließlich der Kreaturen, gegen die ihr kämpft. Es lohnt sich, darauf zu warten, dass die KI diese gegeneinander ausspielt und der Magier sie ausschaltet, bevor ihr euch in einen anderen Teil der Welt teleportiert.

Ehrlich gesagt habe ich nicht herausgefunden, wie man am besten mit dem Magier umgeht. Er bringt Kreaturen hervor und verschießt Feuer. Bei all dem Chaos und ständigen Sterben habe ich es nicht geschafft, einen langfristigen Plan zu entwickeln. Mit einem Freund wäre das sicherlich leichter gewesen. Der Mehrspielermodus von Salt and Sacrifice ist facettenreich. Die simpelste Möglichkeit ist, einen Freund oder einfach einen anderen Spieler um Hilfe bitten, um mit ihm gemeinsam das Spiel zu erkunden und zu kämpfen.

Aber wenn euch nach einem richtigen Abenteuer zumute ist, könnt ihr euer Spiel für eine Invasion vorbereiten. Salt and Sacrifice verfügt über Fraktionen, die euer Spiel in ein Schlachtfeld verwandeln werden. Alle, die dem „Dawnlight Order“ angehören, können eurem Spiel beitreten, um euch zu helfen und Fraktionsmarken („Faction Tokens“) zu verdienen. Mitglieder der „Shroud Alliance“ sind Invasoren, die mithilfe der Gegnersuche den Host angreifen und dafür Fraktionsmarken erhalten. Und das ist noch nicht alles! Eine weitere Fraktion, die „Oathbound Watchers“, kann den Spielern der Shroud Alliance ins Spiel folgen, um den Host bei Angriffen zu verteidigen.

„Blueheart Runners“ können in das Spiel des Hosts eindringen, um dort Kreaturen hervorzubringen und andere Kreaturen zu bekämpfen. Sie können Rituale durchführen, die Geister beschwören, die den Gastgeber angreifen. Ihrerseits können sie von den „Sheriff Inquisitors“ bekämpft werden, deren Aufgabe es ist, diese Eindringlinge zur Strecke zu bringen.

Zu guter Letzt gibt es noch die „Chaos Eaters“. Der Name spricht für sich: Diese Fraktion kann dem Host helfen oder ihn behindern, Geschenke machen, die gut oder ein Fluch sein können, und sogar andere Eindringlinge bekämpfen oder unterstützen. Sie sind wie Joker.

Lohnt es sich wirklich? Ich denke schon. Die Magier sind so groß, so kompliziert und so anstrengend zu bekämpfen, dass ich wahrscheinlich das Risiko eingehen und jemanden – selbst einfach irgendjemanden – in mein Spiel einladen würde, damit er mir beisteht.