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Der storybasierte Arcade-Racer Screamer ist eine Hommage an seine Retro-Wurzeln

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Khee Hoon Chan
16. März 2026

Erlebt in der Neuauflage von Screamer die langen Kurven, den metallischen Glanz und die funkelnden Scheinwerfer der Autos, die sich durch die Asphaltstreifen einer neonbeleuchteten Stadt oder die staubigen Straßen eines Industriegebiets schlängeln. Auf den ersten Blick scheint das Spiel kaum noch etwas mit dem ersten Teil von Screamer aus dem Jahr 1995 zu tun zu haben, dessen polygonale Umgebungen und Fahrzeuge nun durch elegante Szenarien voller Betonwolkenkratzer und polierten Stahl ersetzt wurden. 

Aber laut Entwickler Milestone habe Screamer auch nach Jahrzehnten nichts von seinem Reiz verloren. 

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„Das ursprüngliche Screamer war ein Rennspiel, bei dem es um adrenalingeladene Wettfahrten ging. Uns war klar, dass wir das derart modernisieren müssten, dass es den heutigen Ansprüchen des Marktes genügen würde”, so Chefentwickler Federico Cardini. „Auch wenn der neue Titel anders aussieht, sind wir uns sicher, dass diejenigen, die das Original kennen, die gleiche Euphorie wie damals empfinden werden.“

Das Besondere am neuen Screamer ist, dass im Gegensatz zu anderen Neuveröffentlichungen Milestone sowohl der Entwickler des ursprünglichen Screamer als auch der beiden Fortsetzungen Screamer 2 und Screamer Rally ist. Die einzige Ausnahme war Screamer 4x4, ein Offroad-Spiel, bei dem es mehr darum ging, schwere Fahrzeuge und riesige Buggys auf unbefestigten, schlammigen Strecken zu fahren – ein Teil der Screamer-Reihe, der wohl nur dem Namen nach dazugehört. Der erste Screamer ist ein von Ridge Racer inspiriertes Arcade-Rennspiel, bei dem Realismus zugunsten von adrenalingeladener Geschwindigkeit und rutschigen Drifts aufgegeben wurde. Dies scheint die Linie der Screamer-Reihe zu sein, an die sich die Neuauflage überwiegend anlehnt. 

Allerdings ist der Unterschied spürbar und geht über oberflächliche Details hinaus. Setzt euch im neu aufgelegten Screamer in eines dieser Metallmonster und lasst euch von einem rasanten und atemberaubenden Rennerlebnis mitreißen. Das ist vor allem dem Fahrsystem des Titels zu verdanken, das von einem im Spiel integrierten Gerät namens „Echo“ angetrieben wird. 

Ihr müsst im Grunde zwei Ressourcen verwalten, während ihr über die Pisten rast: „Sync“ und „Entropy“. Ihr könnt „Sync“ nach und nach durch geschicktes Fahren aufbauen. Wenn ihr genug davon habt, könnt ihr „Boost“ und „Shield“ aktivieren, um einen kleinen Schub zu bekommen. Der Name sagt schon alles: „Boost“ sorgt für einen vorübergehenden Geschwindigkeitsschub, während „Shield“ euch kurzzeitig vor unerwünschten Stößen und Schlägen schützt. „Entropy“ wird immer dann erzeugt, wenn ihr „Sync“ nutzt. Damit könnt ihr „Strike“ und den extrem starken „Overdrive“ aktivieren. Mit „Strike“ könnt ihr beschleunigen und die Autos eurer Gegner rammen, wodurch diese Fahrzeuge explodieren und für eine Weile aus dem Rennen fliegen. „Overdrive“ ist im Grunde eine verbesserte Version von „Strike“, da es euer Auto schneller macht und andere Autos härter trifft. Es gibt jedoch einen Haken: Wenn ihr gegen ein Hindernis knallt, fliegt euer eigenes Auto genauso schnell aus dem Rennen. 

Das erinnert schon sehr an Faustkämpfe in einem Kampfspiel, wobei „Sync“ und „Entropy“ sowohl defensive als auch offensive Fähigkeiten bieten, mit denen ihr andere Rennfahrer gewaltsam von der Strecke drängen könnt. All das wird über die Twin-Stick-Steuerung des Spiels umgesetzt, ein „Inertial Drift“-Spielern vielleicht bekanntes Steuersystem. Damit sind auf jeden Fall präzisere Manöver möglich. 

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Kampfgeist
Die Parallelen zum Kampfspiel-Genre sind durchaus beabsichtigt. 

„Das Gameplay von ‚Screamer‘ ist stark von den Kampfspielen beeinflusst, die uns begeistern. Wir wollten unbedingt auch eine Kampfkomponente in den Titel einbauen, aber dafür brauchten wir eine Möglichkeit, den Spielern die volle Kontrolle über das Handling zu geben“, so Cardini. „Hier kommt die Twin-Stick-Steuerung ins Spiel: Mit den Controller-Sticks können die Spieler Lenkung und Drift separat steuern, was ein Maß an Kontrolle ermöglicht, das sonst nicht machbar wäre. Gleichzeitig bleiben die meisten Finger dann für andere Aktionen frei. Das verändert wirklich die Art und Weise, wie man das Spiel wahrnimmt.“ 

Zusätzliche Spannung bringen auch die Screamer-Teams (von den unerfahrenen, aber talentierten „Green Reapers“ bis hin zu den hinterhältigen Mitgliedern von „Anaconda Corp“), die auf der Rennstrecke jeweils unterschiedliche Stärken und Schwächen haben. 

Einige Screamers können zum Beispiel schneller „Sync“ generieren, haben stärkere „Boosts“ oder können die Kosten für „Entropy“ senken. Dies ermöglicht es den jeweiligen Figuren und Teams, sich zu einem bestimmten Archetyp zu entwickeln, wie zum Beispiel Nahkampfspezialisten oder defensive Tank-Charaktere, die einiges einstecken können. Dieses sorgfältig abgestimmte System ist das Ergebnis des Bestrebens des Studios, das Beste aus Kampf- und Rennspielen miteinander zu verbinden.

 „In den Neunzigern waren Kampf- und Renntitel in den Spielhallen total angesagt. Das lag unserer Meinung nach daran, dass sie den Fokus auf das Gameplay legten und dafür sorgten, dass sich die Spieler damit identifizieren konnten. Wir wollten die mechanischen Herausforderungen von Rennspielen mit dem Ressourcenmanagement von Kampfspielen kombinieren und fanden heraus, dass diese Mischung echt super ist“, meinte Cardini. 

Was in Screamer jedoch eindeutig fehlt, ist das Tuning von Autos, das sowohl in Screamer 2 als auch in Screamer Rally eine wichtige Rolle spielte. In diesen Fortsetzungen konntet ihr eure Fahrzeuge anpassen, um ihre Leistung auf der Rennstrecke zu verbessern. Dabei handelte es sich um realistische Modifikationen der Rennwagen, die von der Reifengröße und dem Reifendruck bis hin zur Vorder- und Hinterradaufhängung reichten und euch dabei halfen, wertvolle Sekunden pro Runde einzusparen. Da Autos je nach Gelände (von vereisten Straßen bis hin zu sandigen Strecken in trockener Wildnis) unterschiedlich gehandhabt werden müssen, war die Anpassung ein wichtiger Aspekt dieser Fortsetzungen von Screamer.

Milestone entschied sich jedoch dafür, diese Features nicht in die Neuauflage aufzunehmen, sondern euch stattdessen die Möglichkeit zu geben, eure Boliden eher auf ästhetische Weise aufzumotzen – passend zum glamourösen Look des Spiels. 

„Aus verschiedenen Gründen haben wir darauf verzichtet, physikbasierte Anpassungsmöglichkeiten in den Titel zu integrieren“, so Cardini. „Die Spieler bekommen von uns richtig coole Anpassungssets, die sie nach Belieben nutzen können, ohne Auswirkungen auf die Leistung der Autos befürchten zu müssen. Außerdem fanden wir, dass physikbasierte Modifikationen nicht gut zu den anderen Systemen im Spiel passen. Deshalb beschlossen wir, uns stattdessen auf das individuelle Fahrgefühl jedes Wagens und seine besonderen Fähigkeiten zu konzentrieren.“

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Reifen qualmen lassen
In Screamer gibt es wieder Spielmodi, die aber einige für die Neuauflage einzigartige Verbesserungen aufweisen. Da wäre zum Beispiel „Race!“, ein benutzerdefinierter Modus, in dem ihr die Wettbewerbsregeln festlegen, die Anzahl der Runden und Teilnehmer ändern und die Rennbedingungen nach eurem Geschmack anpassen könnt. Dann gibt es noch „Team Race“, bei dem ihr als Duo oder Trio gegen andere Teams über die Rennstrecken rasen könnt. Darüber hinaus steht euch noch „Overdrive Challenge“ zur Verfügung, bei dem ihr mit einem rasanten, schnellen Auto ins Rennen geht und versucht, die beste Rundenzeit zu erzielen, ohne dabei spektakulär gegen eine Wand zu krachen. 

Obwohl eine Vielzahl von Spielmodi auf die unerschrockenen Rennfahrer unter euch wartet, die so schnell wie möglich um die Kurven rasen wollen, ist das Herzstück von Screamer eigentlich der storybasierte Turniermodus. Anstatt nur Reifen auf den facettenreichen Rennstrecken zu verbrennen, vermittelt dieser Modus, der sich über mehrere Episoden erstreckt, auch die Hintergrundgeschichte des Turniers und die Story seiner zahlreichen Screamer, wobei das Rennen von einem mysteriösen Mr. A organisiert wird. 

In diesem Zusammenhang verweist Cardini darauf, dass das „Echo“-System von Screamer mehr zu bieten hat als nur eine Mechanik, mit der die Spieler schnell zur Ziellinie rasen können. Genau wie die Autos und die Charaktere verfügt auch das Gerät über einen narrativen Aspekt. 

„Von Anfang an wollten wir diesen Titel ein bisschen anders angehen als die üblichen Rennspiele, also beschäftigten wir uns zuerst mit der Entwicklung der Charaktere. Es sollte eine bunte Truppe sein, die uns zur Entwicklung origineller Rennwagen inspirieren würde – und dann fingen wir an, über ihre Persönlichkeiten und Motivationen nachzudenken“, sagte er. „Die vorliegende Story entstand aus all diesen Ideen und bot uns die perfekte Möglichkeit, sämtliche dieser Aspekte den Spielern näherzubringen.“ 

Das alles werde schließlich im Laufe des Spiels enthüllt, versicherte er.

SCR Screenshot – Spielmodi – Logo 05Der perfekte Zeitpunkt
Screamer ist bei weitem nicht das einzige Rennspiel von Milestone. Seit der Entwicklung des ersten Teils von Screamer hat Milestone im Laufe der Jahre viele weitere Renntitel entwickelt, von der MotoGP-Reihe bis hin zu mehreren World Rally Championship (WRC)-Spielen. Dabei handelt es sich größtenteils um realistische Rennsimulationen. Obwohl sie keine riesigen Unterschiede aufweisen, weichen sie dennoch von dem ersten Arcade-Rennspiel ab, das das Studio berühmt machte, und Milestone möchte gerne zu diesen Wurzeln zurückkehren. 

Natürlich ist das umfangreiche Repertoire an Rennspielen von Milestone hilfreich, um das brandneue Screamer perfekt zu machen. 

„Unsere Kenntnisse im Bereich Rennsport und physikalische Simulation, die sich sowohl auf Autos als auch auf Motorräder beziehen, ermöglichen es uns, unseren Spielen ein einzigartiges Handling zu verleihen“, so Cardini. „Die Neuauflage von Screamer konnte davon sehr profitieren, denn ohne unsere 30-jährige Erfahrung im Bereich Gaming hätten wir es wohl nicht geschafft, Rennen und Kämpfe so nahtlos miteinander zu verbinden.“

Die Neuauflage kommt genau zum richtigen Zeitpunkt. Seit der ersten Ausgabe von Screamer sind 31 Jahre und seit dem letzten Teil 26 Jahre vergangen. Vor allem Screamer Rally gilt inzwischen als sogenannte „Abandonware”. Laut Cardini habe es seitdem kein vergleichbares Rennspiel mehr gegeben, obwohl Rennsimulationen immer beliebter wurden. Auch ein bahnbrechendes Arcade-Rennspiel, das an die Blütezeit des Racing-Genres der neunziger Jahre anknüpft, ist bis heute nicht erschienen. 

„Wir sind der Meinung, dass in diesem Genre einfach ein Arcade-Spiel mit hohem Produktionswert fehlt. Als Rennspielfans sahen wir es fast als unsere Pflicht an, Screamer wieder aufleben zu lassen“, so Cardini. „Das erste Screamer war ein echtes Unikat, weil es einfach keine vergleichbaren Titel für den PC gab. Das neue Spiel soll das Spektrum des Racing-Genres erweitern: Es wurden eine tiefgründige Geschichte, neue Spielmechaniken, verschiedene Steuerungsarten mit dem Twin-Stick-System und vieles mehr entwickelt, um es von anderen Renntiteln abzuheben.“

Milestone glaubt auch, dass Screamer Spieler erreichen kann, die keine klassischen Rennspielfans sind. Angesichts der Twin-Stick-Steuerung des Spiels (linker Stick zum Lenken, rechter Stick zum Driften) könnte sich das als ziemliche Herausforderung erweisen. Ich kann mir vorstellen, dass es eine Weile dauern wird, sich an dieses unkonventionelle Steuerungsschema zu gewöhnen, zumal das „Echo“-System das Rennspiel noch komplexer macht. Dies ist ein Problem, mit dem auch das Genre der Kampfspiele seit jeher zu kämpfen hat: Die steile Lernkurve der meisten Kampfspiele hat neuen Spielern den Zugang erschwert. 

Das Studio ist jedoch zuversichtlich, dass dieses System mit der Zeit immer intuitiver werden wird.

„Während Rennsportfanatiker viele Dinge vertraut finden werden, ermutigen wir auch Leute, die keine eingefleischten Fans sind, Screamer auszuprobieren“, so Cardini. Was Motorsportbegeisterte angeht, die nach einer neuen Herausforderung suchen, um ihren Hunger nach Geschwindigkeit zu stillen, glaubt er, dass die taktische Tiefe von Screamer auch sie ansprechen wird. „Wer die aktuellen Rennspiele zu langweilig findet oder sich fragt, wozu die überhaupt taugen, sollte dieses Spiel unbedingt ausprobieren. Es wird sicherlich überraschen!“

Die coole Mischung in Screamer aus schnellen Autos, Drama und echt gutem Stil lässt die Neuauflage im Vergleich zum Original wie etwas komplett anderes wirken. Aber Milestone hat einen wichtigen Aspekt aus den klassischen Screamer-Titeln beibehalten: den Adrenalinkick auf den Rennstrecken durch aufgedrehte Motoren, atemberaubende Geschwindigkeit und geschicktes Driften. Natürlich geht es darum, Spaß beim Überholen der Rivalen zu haben, aber genauso wichtig ist das Gefühl, dabei etwas erreicht zu haben. 

„Dieser Titel motiviert zum wiederholten Spielen, ohne dass man befürchten muss, etwas zu verpassen – genau wie bei den Arcade-Spielen der neunziger Jahre“, so Cardini. Mit anderen Worten: Man muss sich nicht jeden Tag einloggen, um Punkte oder andere Währungen zu sammeln. „Da dieses Gefühl in den letzten Jahren irgendwie abhanden gekommen ist, wollten wir es wieder zurückbringen.“

Screamer erscheint noch diesen Monat im Epic Games Store.