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Session: Skate Sim zeigt die Kunst des Skateboardens
J
Jordan Oloman
In Session müsst ihr jedoch bestimmte Faktoren berücksichtigen, bevor euer Skateboard überhaupt vom Boden abhebt. Der linke und der rechte Stick eures Controllers entsprechen den beiden Beinen eures Skaters. Wenn ihr also den einfachsten „Ollie“ abziehen wollt, müsst ihr zunächst den rechten Analogstick nach unten ziehen, um euren Skater bereitzumachen, und dann den linken Analogstick nach oben schnellen lassen, um das Skateboard vom Boden zu kriegen. Und wenn ihr bei der Landung nicht gerade festen Boden unter den Füßen haben solltet, könnt ihr gleich mal einen Termin beim Zahnarzt vereinbaren.
Für einen „Pop Shuvit“ müsst ihr euren rechten Daumen sachte gegen den Uhrzeigersinn bewegen, anstatt ihn an derselben Stelle zu halten. Wenn ihr den „Pop“ vergesst, macht ihr nur einen „Shuvit“. Und wenn ihr den rechten Analogstick wie üblich mit normaler Geschwindigkeit bearbeitet, macht ihr einen „Pop Shuvit 360“. Unter anderen Umständen könnte das etwas Positives sein und euch möglicherweise mit mehr Punkten für euren Highscore belohnen. Doch in Session geht es beim Skateboarden nicht um Zahlen oder übernatürliche Umgebungen, sondern um Technik und Kreativität. Der Unterschied zwischen zwei Tricks kann hauchdünn sein, als würde man in Dark Souls auf einem Vorsprung vor dem Abgrund landen, aber dieser kleine Unterschied kann alles ausmachen.

Der hohe Schwierigkeitsgrad dieser Simulation sorgt dafür, dass ihr die Straßen von New York mit unzähligen Ragdoll-Modellen pflastert, bevor ihr euren ersten perfekten „Grind“ schafft. Wenn ihr in den Einstellungen für Abnutzung das Zerstören von Skateboards aktiviert, könnt ihr auch überall Holzsplitter verteilen. Ich bin zwar in diesem Genre kein Anfänger, aber Session hat mich gezwungen, zurück zu den Grundlagen des Skateboardens zu gehen und mir meine Sporen so richtig zu verdienen. Dabei habe ich aber auch die einfachsten Tricks ganz neu zu schätzen gelernt und auch die Freude daran, sie wie Regisseur Spike Jonze mithilfe des Replay-Editors mit seiner wackeligen Kameraführung und Fischaugen-Objektiven einzufangen.
Dieser Hardcore-Simulator wird euch an eure Grenzen treiben (die Liste von Tricks enthält sogar eine augenzwinkernde Warnung vor dem „Frustrationsrisiko“), aber gerade weil er so brutal ist, ist jeder noch so kleine Erfolg umso befriedigender. Mein „weißer Wal“, nach dem ich einen ganzen Abend lang gejagt habe, war eine Kombo von einem kurvigen Geländer zu einem „Manual“ auf einer Brücke. Ihr werdet bestimmt eure eigenen Erzfeinde finden, ob sie nun Pfähle oder Fahrradständer sind. In Session kann jede Parkbank ein Bosskampf sein, was die brutale Realität des Skateboardens widerspiegelt. Ich erinnere mich an die vielen belustigten Blicke und aufgeschürften Knie, die ich auf meinem Weg zu meinem ersten Flip-Trick geerntet habe – und an die ernüchternde Neuauflage, als ich ihn als Erwachsener wieder versuchte. Aber man macht unerschütterlich weiter, bis man Erfolg hat, und Session fängt das in digitaler Form ein.