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Wie ihr im PvP-Invasionsmodus von Sniper Elite: Resistance zum Jäger und Gejagten werdet

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Craig Pearson
7. Feb. 2025

Ich habe meine Abende nur mit dem Invasionsmodus von Sniper Elite: Resistance verbracht. In diesem Modus kann man dem Spiel eines anderen Spielers beitreten, der an der Seite der französischen Résistance im Zweiten Weltkrieg kämpft – und dann, nun ja, kann man ihn jagen.

Ihr kennt doch das Meme „Sind wir die Bösen?“, oder? In diesem Fall stimmt es. Ja, das seid ihr. Absolut böse. Wenn ihr einen moralischen Kompass habt, wird er sich so stark drehen, dass er möglicherweise abhebt und sich in eure Decke bohrt. Aber zumindest ist es einvernehmlich. Die Spieler öffnen ihr Spiel für eine Invasion, als würden sie Dracula in ihr Haus einladen. Man bittet ihn nicht nur herein, sondern sagt auch: „Du wirst mich nie und nimmer finden, du untoter Beißer. Beiß dir doch an einem Stein die Zähne aus.“

Natürlich, da beiße ich zu.

 

Auf der Pirsch in St. Raymond


Mitten in einer Partie das Spiel eines anderen Spielers zu betreten, ist wie ein Sprung ins Unbekannte. Jeder spielt Sniper Elite: Resistance anders. Ihr könntet euch in den verwinkelten Straßen von St. Raymond wiederfinden, einer malerischen französischen Stadt, die auf der einen Seite von einer Kirche und auf der anderen von einer Festung dominiert wird. Unter diesen gewaltigen Monolithen des Glaubens und des Krieges liegt ein Labyrinth aus engen Straßen und Gassen mit niedrigen Gebäuden und Cafés auf den Dächern. Ein perfektes Urlaubsziel mit Springbrunnen auf den Plätzen und Gewölben unter der Erde.

Unter anderen Umständen würde ich eine Kamera herausholen, kein Gewehr 43 mit maßgefertigtem Lauf. Aber in diesem Spiel lagen überall Leichen. Die Person, die ich jagte, widersetzte sich mir mit äußerster Vehemenz und ließ die Toten einfach zurück. (Ihr könnt sie entfernen, um keinen Verdacht zu erregen.) Leider besaß keines der Opfer den Anstand, mit seinem eigenen Blut eine detaillierte Karte der Position des Scharfschützen zu zeichnen, als sie erschossen wurden. Ich war auf mich allein gestellt.
Sniper Elite: Resistance Invasionsmodus 1
Logischerweise sollte ein Scharfschütze auf einem höheren Gelände positioniert sein, aber dorthin zu gelangen, während ein anderer Scharfschütze durch die Straßen streift, ist ein gefährliches Unterfangen. Ich suchte das Gelände ab und entdeckte ein Gerüst, das an der Turmspitze der Kirche befestigt war – das perfekte Nest für einen Scharfschützen.

Der Weg dorthin machte mich zu einem meisterhaften Tarnkünstler, der sich geschickt im Zickzack vorwärts schlängelte. Ich war ein Schatten. Ein Irrlicht. Ein Geist. Ich hielt mich nicht nur vom Kirchturm fern, sondern auch von offenen Fenstern, dunklen Hauseingängen und allem, was auch nur im Entferntesten einem Gewehrlauf ähnelte.

Aber als ich in der Kirche ankam, fand ich keinen Zufluchtsort. Sie ist so höhlenartig, dass man darin immer noch erschossen werden kann. Ich rannte geduckt die Treppe hinauf und klebte an den Wänden wie ein Filmposter.

Ich hatte es geschafft – und fand nur eine einsame Waffe und einen Blutfleck vor. Beweise dafür, dass ich auf dem richtigen Weg war, aber einiges aufzuholen hatte. Zumindest hatte ich nun einen Aussichtspunkt und machte mich zu einem Teil des Dachs, wie der unfreundliche Sniper-Man aus der Nachbarschaft. Ich inspizierte das Gebiet, aber jede Bewegung schien von zurückgelassenen Soldaten zu stammen, die sich der Gefahr um sie herum nicht bewusst waren. Ich markierte sie, damit ich erfahre, ob sie etwas bemerkten.

Nach einer Weile beschloss ich, aktiv zu werden. Das Gerüst war mit einer Seilrutsche bis zur Mitte der Stadt verbunden, und ich schrie den ganzen Weg nach unten „Juhuuuu!“. Ein „Juhuuu“, das ich bald bereuen sollte.
Sniper Elite: Resistance Invasionsmodus 2
Ich landete direkt neben einem sogenannten „Invasion Phone“, einem raffinierten telepathischen Telefon, das den ungefähren Standort der Person anzeigt, die ihr verfolgt. Ich machte einen Anruf und ein Symbol erschien, das den Aufenthaltsort des feigen Mörders anzeigte. Seltsamerweise war er fast genau dort, wo ich gerade mit der Seilrutsche angekommen war …

Es war nicht ich, der ihn verfolgt hatte ... sondern er hatte mich verfolgt. Ein kurzes Aufblitzen verriet mir, dass ich im Fadenkreuz eines Feindes war, gefolgt von einer schrecklichen Zeitlupenaufnahme aus der Ich-Perspektive, die (mit großer anatomischer Detailtreue) aufzeigte, was passiert, wenn man erschossen wird.

Nicht schlecht, JasonBloodBourne.
 

Eine eindeutige und offensichtliche Gefahr


Trotz dieser Niederlage kehre ich immer wieder zu Sniper Elite: Resistance und dem Invasionsmodus zurück. Es gibt nur sehr wenige Spiele, bei denen man auf diese Weise ins Zuhause eines anderen Spielers eindringen kann. Es ist, als hätte man einen Logenplatz in der Psyche des anderen. Ich habe schon Spieler gesehen, die ganze Städte voller Feinde ausradiert haben, um keine Spuren ihrer Existenz oder Beteiligung zu hinterlassen. Die meisten davon habe ich erschossen.

Ich habe gegen Leute gekämpft, die das Spiel wie Wolfenstein spielen. Ihre Kugeln prallen von allerlei Oberflächen ab ohne Rücksicht auf ihre Munition, während sie einen Alarm nach dem anderen auslösen. Elite? Wohl kaum.

Ich trat einem Level bei, von dem ich dachte, dass es kaputt sei. Es war nicht nur still. Er war leblos. Eine leere Hülle. Wohin ich auch schaute, sah ich niemanden – weder einen Hauch von Leben noch von Tod, nicht einen einzigen Kadaver.
Sniper Elite: Resistance Serienmörder
Ich kroch, ging, stolperte und pirschte mich stundenlang heran, bevor ich auf sein Werk stieß: ein Haufen Leichen in einem Raum. Ich sollte klarstellen, dass dies kein Missionsparameter ist. Das Spiel fordert euch zu keinem Zeitpunkt einfach so auf, Leichen in einen einzigen Raum zu werfen. Diese Person hatte die Anweisungen völlig missverstanden und Sniper Elite in eine Art Unterschlupf für Serienmörder verwandelt.

Ich habe mich noch nie in meinem Leben so gejagt gefühlt. Aber auch dafür gab es eine einfache Lösung. Ich hinterließ eine Mine in dem Raum mit den Leichen und wurde wenige Augenblicke später mit einer Explosion belohnt.
 

Balkon des Schreckens


Eine letzte Geschichte, bevor ich das Spiel erneut starte und mich wieder auf die Jagd begebe.

Es gibt ein Level namens „Sonderzüge Sabotage“, ein nächtlicher Einsatz, bei dem ein riesiges Gebäude den schattigen Himmel dominiert. Das Level ist riesig, aber letztendlich bekämpft man den Gegner fast immer nur in und um dieses Gebäude herum. Der Grundriss des Gebäudes ist spannend gestaltet – mit einem riesigen offenen Bereich im Inneren, großen Treppen, die nach oben führen, und verwinkelten Räumen. Es gibt auch jede Menge Abflussrohre und offene Fenster, sodass man hineinklettern und sich eine Weile dort verstecken kann, aber man weiß nie, wann jemand kommt, um euch zu holen.
Sniper Elite: Resistance Invasionsmodus 6
Ich folgte sowohl meinem Bauchgefühl als auch dem gelegentlichen Knall eines Gewehrs. Ich kletterte mindestens dreimal außen am Gebäude hoch und schlüpfte hinein und hinaus, um sicherzustellen, dass der Hausherr völlig ahnungslos war. Dann hörte ich draußen wieder einen Tumult. Wurde ich reingelegt? Ich befand mich im obersten Stockwerk und rannte in geduckter Haltung zu einem großen, offenen Balkon. Unten herrschte Chaos, und der Platz wurde von Alarmsirenen erfüllt. Ich holte mein Fernglas heraus und suchte die Umgebung ab – ein gefährliches Unterfangen von meinem Standort aus, da es ein verräterisches Schimmern reflektieren könnte. Ich war praktisch ein Leuchtturm.

Nach einer ganzen Minute des Absuchens hörte ich wieder den verhängnisvollen Knall eines Gewehrs, nur dieses Mal war es viel näher als erwartet.

Wir standen etwa fünf Meter voneinander entfernt, schon die ganze Zeit lang. Wir waren auf demselben Balkon …

Ich werde nicht verraten, wer diesen Kampf gewonnen hat, denn wir hatten beide schon verloren.
Sniper Elite: Resistance Invasionsmodus 3
Sniper Elite: Resistance ist ein toller Zeitvertreib. Der Mehrspielermodus macht Spaß, der Koop-Modus ist ein Genuss und den Invasionsmodus spiele ich am liebsten. Ich bin nicht stolz darauf. Wenn meine Mutter anruft und fragt, was ich den ganzen Tag gemacht habe, murmele ich etwas von internationalen Angelegenheiten und lege auf.

Und dann gehe ich wieder auf die Jagd.

Sniper Elite: Resistance ist ab sofort im Epic Games Store erhältlich.