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Spaceman Memories vereint Retro-JRPG-Fantasy mit futurischer Weltraum-Abenteuerlust
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Aron Garst
Als Ichiro 94 erkunden die Spieler ein Open-World-Archipel, in dem Folklore und Futurismus aufeinandertreffen, und wo an jeder Straßenecke ein liebevoll gestaltetes Stück Nostalgie wartet. In lebendiger 3D-Pixelkunst gestaltet, fängt Spaceman Memories die Wärme klassischer Retro-RPGs ein und bietet zugleich die Größe und Freiheit eines modernen Abenteuers.
Der herausragende Reiz des Spiels liegt in seiner Ästhetik. Sanft beleuchtete Gassen, überfüllte Konbini, heruntergekommene Bahnhöfe und neblige Berghänge erschaffen eine Version Japans, die zugleich vertraut und wie im Traum wirkt. Es ist ein Ort, der zwischen Erinnerung und Mythos schwebt. Je weiter Ichiro vordringt, desto stärker wandelt sich die Welt ins Fantastische und zieht die Spieler in ein Mysterium hinein, das Zeitlinien, Kulturen und die Realität selbst miteinander vermischt.
Ein Projekt, das über Jahre gereift ist
Dieses sorgfältige Handwerk ist das Ergebnis einer langen Entwicklungsreise. Für den Solo-Entwickler Tulio Tercero ist Spaceman Memories ein persönliches Projekt, das er über Jahre des Experimentierens und sogar eines vollständigen Engine-Wechsels aufgebaut hat.
„Ich arbeite jetzt seit ein paar Jahren daran. Ursprünglich habe ich es als 2D-Spiel in Unity begonnen“, sagte Tercero, der online unter dem Namen NerdyPunkDev bekannt ist. Während der Entwicklung wechselte er die Engine und ging von Unity zur Unreal Engine über.

Der Wechsel prägte das Spiel auf eine Art, die der Entwickler nicht erwartet hatte. Unter Unreal wurde die Welt in den Bereichen Licht, Tiefe und Atmosphäre wesentlich vielschichtiger, und die Pixelkunst zu etwas Greifbarerem und Ausdrucksstärkerem. Die hybride Präsentation verbindet handgefertigte Charakterdetails mit weitläufigen Umgebungsansichten und vermittelt den Spielern das Gefühl, eine Miniaturwelt zu erkunden, die mit Geduld und klarer Absicht erschaffen wurde.
Diese visuellen Upgrades tragen auch entscheidend zur emotionalen Stimmung bei. Ichiro ist einsam, doch die Welt um ihn herum ist warm und einladend, von laternenbeleuchteten Seitenstraßen bis zu skurrilen Yokai, die durch stille Wälder driften. Es ist ein Schauplatz, der selbst dann belebt wirkt, wenn er zugleich etwas Unheimliches ausstrahlt.
Eine Vielfalt an Inspirationen
Die Inspirationen hinter Spaceman Memories lesen sich wie eine Playlist aus modernen und klassischen Favoriten, neu zusammengesetzt zu etwas Eigenem. Es ist mit der DNA vieler von NerdyPunkDevs Einflüssen verschmolzen, von Undertale über EarthBound bis hin zu Pokémon.
„Es ist ein Mix aus allem, was dort passiert, wie Octopath Traveler, ein Hauch Paper Mario“, sagte Tercero. Am meisten wird er inspiriert, wenn er die Entwicklung kurz ruhen lässt und selbst wieder mal ein anderes Spiel spielt. „Ja, im Grunde steckt da von allem ein bisschen drin.“
Diese Einflüsse sind sowohl in der Struktur als auch in der Stimmung deutlich spürbar. Die Kämpfe bieten die klaren Visuals und ausdrucksstarken Animationen klassischer rundenbasierter RPGs. Die Erkundung besitzt eine fast märchenhafte Qualität, ähnlich den vielschichtigen Welten aus Paper Mario. Gleichzeitig verleihen die stillen Momente zwischen den Missionen und das Gefühl, durch einen halb realen, halb erträumten Ort zu streifen, dem Spiel eine ganz eigene Identität.
Tercero ließ sich auch von The Witness inspirieren, einem magischen Abenteuer voller herausfordernder Rätsel, in dem Spieler allein durch visuelle Hinweise vorankommen müssen. Japanische RPGs sind nicht gerade für visuelle Rätsel bekannt, und er möchte seinen Teil dazu beitragen, das zu ändern.
„Ich habe das Rätselsystem so überarbeitet, dass es auf visueller Logik statt auf Mathematik basiert“, sagte er. „The Witness habe ich schon immer geliebt, und ich dachte mir, wie cool es wäre, solche Rätsel einmal aus der Third Person-Perspektive zu lösen.“
Selbst mit seinen vielen Inspirationen bleibt Spaceman Memories mehr als die Summe seiner Teile. Das futuristische Japan-Setting, die verspielten Begegnungen mit Yokai und der schräge Humor, der Ichiros Reise durchzieht, formen zusammen einen eigenständigen, charaktervollen und selbstbewussten Ton.
Die Vision eines Solo-Entwicklers
Dass sich das Spiel so stimmig anfühlt, liegt daran, dass jedes seiner Elemente aus einer einzigen kreativen Hand stammt – die Kunst, die Geschichte, die Systeme und der Aufbau der Welt entspringen alle demselben Gehirn. Bei so vielen Puzzleteilen, die aus ganz unterschiedlichen Inspirationsquellen stammen, ist es beeindruckend, wie Tercero sie zu Spaceman Memories geformt hat. Dazu gehören ein von Godzilla inspiriertes Raumschiff, ein an Pokémon angelehntes rundenbasiertes Kampfsystem und detailreich gestaltete japanische Architektur. All das ist Arbeit, die er so oder so machen würde, und das Ergebnis ist eine Welt, die unverkennbar seine Handschrift trägt.
„Ich bin ein Einzelgänger, Mann. Ich sehe mich selbst als einsamen Wolf“, sagte Tercero. „Selbst wenn ich das Geld hätte, andere zu bezahlen, würde ich dieses Spiel trotzdem allein machen. Es ist meine Vision.“

Diese Unabhängigkeit hat Spaceman Memories in entscheidender Weise geprägt. Er kann Ideen schnell ausprobieren, und der Ton bleibt von Anfang bis Ende stimmig. Die Welt wirkt persönlich, beinahe intim, weil sie vollständig der Vorstellungskraft einer einzigen Person entspringt. Jede Charaktermarotte, jedes Detail am Straßenrand und jeder Hinweis in der Umgebung stammt aus derselben kreativen Feder.
In einer Indie-Landschaft voller ambitionierter Projekte ragt Spaceman Memories heraus, weil es sowohl Größe als auch Individualität konsequent vereint. Während Ichiro eine surreale Version Japans voller Geister und Geheimnisse durchquert, entsteht beim Spielen das Gefühl, eine Welt zu erkunden, die mit Sorgfalt, Neugier und einer einzigartigen kreativen Vision erschaffen wurde.
Mit seinem markanten Design und seinem fantasievollen Setting wird ein Abenteuer erschaffen, das man nicht so schnell vergisst. Ob man Yokai aufspürt, das Rätsel um Ichiros Unfall lüftet oder einfach nur im Neonlicht des Japans der Zukunft versinkt, das Spiel lädt dazu ein, das Tempo herauszunehmen, zu erkunden und die eigenartige Schönheit seiner Welt zu genießen.
Ichiro 94 liegt noch im Hyperschlaf und wartet darauf, dass sein Abenteuer beginnt, wenn das Spiel in naher Zukunft erscheint. Wenn ihr in ein neues JRPG eintauchen wollt, dann öffnet die Kryokammer, und macht es euch gemütlich. Spaceman Memories ist auf dem Weg in den Epic Games Store, und vielleicht ist es ja einen eigenen kleinen Hyperschlaf wert.