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S.T.A.L.K.E.R. 2: Heart of Chornobyl sieht schicker aus, ist aber immer noch knallhart
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Diego Nicolás Argüello
Beim Summer Game Fest hatten wir die Gelegenheit, in einer Demoversion die erste halbe Stunde des Open-World-Egoshooters zu spielen. Dieser Teil präsentiert in einem Tutorial die Story und ihre Hintergründe und gipfelt in einem Spannungsmoment, der erahnen lässt, was uns in der Vollversion erwartet.
Unser erster Eindruck von S.T.A.L.K.E.R. 2 war, dass die Geschichte und die Dialoge diesmal mehr im Vordergrund stehen, denn verschiedene Charaktere sprechen während Videosequenzen und über Funk mit dem Protagonisten. Das mag überraschend klingen – immerhin war die Story in den bisherigen Spielen dieser Reihe eher Nebensache. Dabei wirkte die Story nicht aufdringlich, sondern war schlicht Teil des Tutorials, während wir die moderne Steuerung und die neuen Spielmechaniken besser kennenlernten.
Das Tutorial war ziemlich linear aufgebaut und hatte ein Tempo, das uns mehr an die Metro-Reihe erinnerte. Die Vollversion wird jedoch eher aus nicht-linearen Missionen in einer offenen Welt bestehen, die zu mehreren Enden führen – je nachdem, welche Wege ihr einschlagt und welche Entscheidungen ihr trefft. Es scheint, als sei das Tutorial dazu gedacht, neue Spieler an das Spiel heranzuführen, bevor sich dann die Tore zum eigentlichen Erlebnis öffnen.
Angenehm sind die allgegenwärtigen Anspielungen auf die alten S.T.A.L.K.E.R.-Spiele: von der Art der Beute, die überall verstreut ist, bis hin zu den Gegnern, darunter die klassischen Banditen, Fleisch-Mutanten und Blutsauger. Die Schießereien sind übrigens deutlich ausgereifter als in den Vorgängerspielen, wirken dabei aber weder gezwungen noch übertrieben.
Im Kampf wurde ich schnell von Gegnern bedrängt und musste flüchten und mich in irgendeinem Gebäude verstecken, um meine Gesundheit wiederherzustellen. Der Blutsauger ist auch weiterhin ein schwer fassbarer Gegner der einen oft überrascht, weil er sich unsichtbar machen kann. Banditen sind zwar nur Menschen, aber ziemlich aggressiv – oft folgten sie meinen Spuren und versuchten, mich von der Seite anzugreifen. Selbst in der kurzen Zeit mit dem Spiel musste ich auf die Munition achten – und ich gebe gerne zu, dass ich ziemlich oft gestorben bin. Dem feindlichen Feuer zu trotzen, kann teuer zu stehen kommen, was natürlich Spannung schafft, andererseits aber auch Übles erahnen lässt, immerhin war das ja nur das Tutorial.

Was erwartet euch? Auf meiner ersten Mission musste ich in der Zone mit einem Scanner nach Anomalien suchen. Zeitweise hielt ich sowohl die Pistole als auch einen kleineren Scanner in den Händen, um interessante Gegenstände zu finden, wobei ich darauf achtete, mich von Strahlung und anderen Gefahren fernzuhalten. Das Spiel ist so unberechenbar wie eh und je: So tauchte wie aus dem Nichts eine elektrische Anomalie auf und tötete mich auf der Stelle.
In dieser kurzen Demo blieb nicht viel Zeit für die Erkundung der Spielwelt, die in der S.T.A.L.K.E.R.-Reihe bisher immer eine wichtige Rolle gespielt hat, das scheint aber auch diesmal der Fall zu sein. In einem leicht übersehbaren Raum in einem Bunker erbeutete ich von einem toten NPC eine Maschinenpistole, und oft sind in Kisten nützliche Medkits verborgen. Das Inventar sieht ähnlich aus wie in den Vorgängerspielen – ein einladender Anblick.

Zu den neuen Features, die in der Demo vorgestellt wurden, zählt auch ein Radialmenü, mit dem ihr schnell auf Waffen und interessante Gegenstände zugreifen könnt. PC-Spieler können zum Wechseln der Waffe auch die Zahlen der oberen Reihe der Tastatur verwenden, aber für Controller-Spieler dürfte das Radialmenü perfekt sein.
Insgesamt war unser erster Eindruck von S.T.A.L.K.E.R. 2: Heart of Chornobyl vielversprechend. Das Spiel glänzt mit prächtigen Umgebungen und hervorragender Beleuchtung, wobei sowohl die subtilen als auch die größeren Verbesserungen für eine modernere Aufmachung sorgen.
Selbst die kurze halbe Stunde machte mir aufs Neue klar, wie beängstigend die Zone sein kann, und bestätigte, dass die Reihe auch nach all diesen Jahren ihren Wurzeln treu bleibt. Zahlreiche Spiele der jüngsten Zeit scheuen sich nicht, Schwierigkeit ganz vornan zu stellen. S.T.A.L.K.E.R. 2 ist unumwunden gnadenlos wie eh und je, sieht dabei aber deutlich hochwertiger aus.
S.T.A.L.K.E.R. 2: Heart of Chornobyl erscheint am 5. September im Epic Games Store.
Mehr über das Summer Game Fest erfahrt ihr in unserer Zusammenfassung der Live-Präsentation. Wir geben auch kurze Überblicke über die anderen Feierlichkeiten, darunter die PC Gaming Show, die Future Games Show und Guerilla Collective.