
Im Orchester-Plattformer Symphonia geht es um die Romantik klassischer Musik

Symphonia ist ein bunter 2D-Plattformer, in dem ihr in die Rolle eines Beethoven-artigen Geigers namens Philemon schlüpft, der die Musik in ein gefallenes Reich zurückbringen will.
Musik ist in Symphonia eine Quelle großer Macht. Philemon begibt sich auf eine gewaltfreie Reise, um Musiker zu versammeln, die über die ganze Welt verteilt sind. Dabei nutzt er seine Geigenmusik, um verschlossene Türen zu aktivieren, über Hindernisse zu hüpfen und sich über sie hinweg zu katapultieren. Musik ist das Lebenselixier dieser Welt – und Philemons Ziel ist es, ein Orchester zusammenzustellen, das dem ganzen Land neues Leben einhauchen kann.
Die wunderschöne Grafik von Symphonia zeigt eine Fantasiewelt, in der sich Maschinen und Zahnräder klickend der Macht von Philemons Musik beugen. Diese Welt wirkt wie ein Liebesbrief an das Paris der Belle Époque mit seinen prächtigen Gärten und majestätischen Bahnhöfen. Licht, Schatten und die metronomischen Klänge von Zahnrädern schaffen ein Gefühl von Tiefe. Plattformen und Hindernisse könnt ihr überwinden, indem ihr präzise Sprünge vollführt, über Wände gleitet und Rätsel löst.

Erschaffen wurde das Spiel von Sunny Peak, einem neuen französischen Entwicklerstudio, das 2021 von einer Gruppe Spieleentwickler gegründet wurde, die alle an derselben Hochschule studiert haben. Sie hatten bereits im Oktober 2019, vor der offiziellen Gründung des Studios, eine Gruppe gegründet, in der sie während ihrer Studienzeit an einem gleichnamigen Projekt arbeiteten.
„Wir alle bringen verschiedenes Fachwissen mit“, erklärt Simon Larguier, Spieleentwickler und Präsident von Sunny Peak. „Spieldesign, Spielgestaltung, Programmierung, Musik und Sound. Weil wir eine Spielwelt mit einer prägnanten Identität erschaffen wollten, haben wir schon sehr früh unsere eigene Methode für kreative Ideenfindung entwickelt, die es allen im Team erlaubt, sich neue Vorgehensweisen und Szenarien auszudenken.“
Der Gemeinschaftsgeist des Teams half dabei, eine einheitliche kreative Vision beizubehalten, ließ aber auch Raum für Neuerungen. „Dank unserer Zusammenarbeit zu Studienzeiten haben wir starke Bindungen aufgebaut und konnten uns umso besser auf die kreativen Aspekte des gemeinsamen Entwickelns von Videospielen konzentrieren“, fügt er hinzu. „Wir sind nicht einfach nur Kollegen in einem Unternehmen, das jemand anderem gehört, sondern ehemalige Kommilitonen und Partner, die gemeinsam ein Studio gegründet haben.“

Das Team wollte schon immer einen sogenannten Präzisions-Plattformer erschaffen. Larguier zufolge ist das Gameplay von Symphonia inspiriert von renommierten Plattformern wie etwa The End is Nigh, DuckTales und Celeste.
Das Thema Musik kam allerdings erst später ins Spiel. „Wir wussten, dass wir einen 2D-Plattformer erschaffen wollten, in dem wir eine Art Werkzeug haben, mit dem Spielende herumhüpfen und sich über Hindernisse katapultieren können“, erinnert sich Larguier. „Zuerst dachten wir an einen Speer, doch dann erkannten wir, dass wir dafür ein Spiel machen müssten, in dem es Kämpfe gibt. Wir wollten aber keinen Action-Plattformer entwickeln, sondern einen Präzisions-Plattformer. Also suchten wir nach einem anderen Werkzeug und irgendwer schlug ein Musikinstrument vor – genauer gesagt einen Geigenbogen.“
Das Team war sich schnell einig: Diese Idee fühlte sich originell an und könnte kreative Türen öffnen. „Als das Musik-Thema zur Sprache kam, verstanden wir, dass diese Idee allerlei Assoziationen ermöglichte und ein vielversprechendes Potenzial bot, das es zu nutzen galt.“
Die Geige in Symphonia ist gleichzeitig Musikquelle und Gegenstand. „[Der Geigenbogen] ist im Grunde genommen ein langer, scharfer und biegsamer Stock. Natürlich solltet ihr das Gameplay nicht zu Hause nachstellen – euer Geigenbogen würde das gar nicht mögen“, sagt Larguier lachend.

Die Geige stellt zwar das Herzstück von Symphonia dar, aber die Geschichte dreht sich um den Rest der Symphonie. Die Musizierenden, die Philemon auf seiner Reise zusammentrommelt, spielen verschiedene Instrumente – Streichinstrumente, Blechblasinstrumente usw. –, die übergeordnete Aspekte von Symphonia prägen, darunter die Gestaltung und Architektur sowie das Gameplay. Präzisionsmaschinen wiederholen das Thema einer großen, harmonisch gespielten Symphonie. Barock- und Jugendstilarchitektur unterstreichen dieses Gefühl der Stimmigkeit.
Natürlich ist Musik stets allgegenwärtig. „Unsere wichtigsten musikalischen Inspirationsquellen sind die klassische Musik der Romantiker – Dvorak, Schubert und Tschaikowski – sowie die Musik aus Filmen wie Harry Potter und sogar aus sehr alten Zeichentrick-Kurzfilmen von Disney.“
Die Geschichte von Symphonia wird weitestgehend ohne Dialoge erzählt. „Wir haben darauf geachtet, sehr früh die verschiedenen Arten von Musikinstrumenten zu entwerfen, die in jedem Teil des Spiels zu sehen oder zu erahnen sein werden“, so Larguier.
„Wir wollten die Geschichte überwiegend ohne Texte erzählen. Deshalb haben wir kleine Videosequenzen geschaffen, die sich in verschiedenen Bereichen des Spiels ereignen. Es war das erste Mal, dass wir so eine Art Videosequenz geschaffen haben, also war es eine Herausforderung für uns. Aber letztendlich denken wir, dass es wirklich zur Identität des Spiels passt, auf Dialoge zu verzichten und uns die ‚Bild-zu-Musik‘-Methode zu konzentrieren.“

Eine der größten Herausforderungen für das Team bestand darin, die Soundtrack-Musik und das musikalische Gameplay von Symphonia miteinander in Einklang zu bringen. Hierfür tat sich Sunny Peak mit Scoring Productions zusammen, einem französischen Unternehmen, das auf Orchesteraufnahmen spezialisiert ist und die Produktionsleitung für dieses Spiel übernommen hat.
„So konnten wir uns auf die kreativen Aspekte der Arbeit konzentrieren, während sie uns bei allen logistischen und organisatorischen Aspekten unterstützten“, erklärt Larguier. „Natürlich erforderte es trotzdem viel Mühe und Diskussionen mit vielen Partnern, aber es half uns wirklich dabei, eine hohe musikalische Qualität zu erreichen.“
Larguier sagt, dass Symphonia sowohl Fans von Präzisions-Plattformern als auch Fans von künstlerischen Spielerlebnissen gefallen wird. „Ich hoffe, dass Spielende beide Aspekte von Symphonia genießen werden – die Dynamik beim Meistern eines schwierigen Levels und die entspannende Reise durch ein musikalisches Reich. Ich hoffe aber auch, dass die Leute neue Wege finden werden, das Spiel zu genießen – Wege, die wir nicht vorhergesehen haben – und das Spiel mit ihren eigenen Referenzen verknüpfen werden.“
Symphonia erscheint am 5. Dezember im Epic Games Store.