
Die sieben besten Zivilisationen für Anfänger in Sid Meier's Civilization VI

In den drei Jahrzehnten seit der Veröffentlichung des rundenbasierten Strategiespiels Sid Meier's Civilization wurde die Reihe von vielen Seiten für ihre ausgefeilten, gelungenen Mechaniken gelobt, die die Spieler wie magisch fesseln. Sid Meier's Civilization VI baut auf intelligente Art auf dem Erbe der Reihe auf und wurde in den sieben Jahren seit seiner Veröffentlichung ständig mit neuen Inhalten erweitert. In Civ VI baut ihr eine Zivilisation auf und versucht, sie über Jahrhunderte zu einer Weltmacht zu entwickeln. Dabei gibt es fünf Arten, den Sieg zu erringen: Herrschaft, Wissenschaft, Kultur, Religion und Diplomatie. (Erreicht ihr keines dieser Ziele, könnt ihr auch nach 500 Runden mit der höchsten Punktzahl gewinnen.)
Wie schon in den früheren Titeln der Reihe, braucht man Geduld, um Civilization VI zu meistern. Vielfältige Systeme greifen ineinander. Ihr müsst euch mit wilden Barbaren herumschlagen, feindliche Spione aufspüren, das sich wandelnde Klima berücksichtigen, diplomatisches Fingerspitzengefühl zeigen und nicht zuletzt mit der Bedrohung durch Atomwaffen zurechtkommen. Ein so vielschichtiges Spiel, das auf eine so lange Geschichte zurückblickt, kann auf neue Spieler kompliziert wirken, doch wenn ihr gleich zu Beginn den richtigen Anführer wählt, könnt ihr euch den Einstieg erleichtern. Beginnt mit einer der sieben Zivilisationen auf dieser Liste, und auch ihr werdet schon bald immer wieder „Nur noch eine Runde!“ sagen.
Trajan (Rom)
Enthalten in: Basisspiel
Stärke: Herrschaft
Wenn ihr im Geschichtsunterricht aufgepasst habt, wisst ihr vielleicht noch, dass Trajan ein römischer Kaiser war, der für seine militärische Expansion bekannt ist. Daher ist er einer der besten Anführer, um euch erst mal im Spiel zurechtzufinden. Der Herrschaftssieg ist die intuitivste Siegesart. Es geht darum, die Hauptstädte aller anderen Zivilisationen zu erobern. Dafür braucht ihr eine große Armee, eine starke Marine und vielleicht auch den einen oder anderen Riesen-Kampfroboter.
Ein Grund, aus dem sich Rom besonders gut für militärische Herrschaft eignet, ist seine besondere Spieleinheit, die Legion. Die Legion ersetzt die weniger starke Standardnahkampfeinheit der Klassik, den Schwertkämpfer, und gibt euch genau dann einen Machtschub, wenn die Dinge langsam kompliziert werden. Legionen können außerdem Römische Militärlager bauen, die Einheiten, die sich darin befinden, zusätzliche Defensivkraft verleihen. Mit Trajan könnt ihr von Anfang an schnell loslegen, eure Grenzen schneller erweitern und mit rascher Ressourcenentwicklung teilen und herrschen.
Seondeok (Korea)
Enthalten in: Rise and Fall (Erweiterung)
Stärke: Wissenschaft
Als Königin des antiken koreanischen Königreichs Silla ist Seondeok für ihr Mäzenatentum der Wissenschaft, Religion und Kunst bekannt. In Civilization VI zeigt sich dies als nahezu bedingungsloser Wille, einen Wissenschaftssieg zu erringen, indem ihr Menschen in die Tiefen des Weltraums schickt. Anstelle des wissenschaftsfördernden Campus-Bezirks der meisten anderen Anführer, kann Seondeok Seowon bauen, die einen höheren Wissenschaftsbonus und niedrigere Produktionskosten bieten. Dadurch könnt ihr pro Runde mehr Wissenschaft erzeugen und schneller im Technologiebaum voranschreiten.
Der Schlüssel zum Wissenschaftssieg mit Seondeok ist eine kluge Stadtplanung mit geschickter Platzierung der Seowon. Am besten errichtet ihr sie auf Hügeln, wo sie nicht an andere Bezirke angrenzen, da sonst die Boni gesenkt werden. Macht euch Seondeoks einzigartige Fähigkeit Hwarang zunutze, durch die ihr Wissenschafts- und Kulturboni erhaltet, wenn ihr Gouverneure in eure Städte schickt. Der Wissenschaftssieg erfordert Geduld und Strategie, und der spätere Spielverlauf wird oft zu einem schweißtreibenden Wettlauf ins All, doch genau das ist Seondeoks Spezialität.
Wilfrid Laurier (Kanada)
Enthalten in: Gathering Storm (Erweiterung)
Stärke: Diplomatie
Gathering Storm, die zweite Erweiterung für Civilization VI, führt durch Klimawandel hervorgerufene Naturkatastrophen in die Reihe ein und bringt euch dazu, eure Entscheidungen im Hinblick auf das Klima zu überdenken. Gathering Storm bringt auch grundlegende Veränderungen der Diplomatie und den Diplomatiesieg mit sich. Um diese Siegbedingung zu erfüllen, sammelt ihr im Laufe des Spiels Diplomatiepunkte. Wer als Erster 20 Diplomatiepunkte erreicht, gewinnt. Diese besonderen Punkte könnt ihr auf mehrere Arten verdienen, doch die beste ist, unheimlich freundlich zu sein.
Hier hat Wilfrid Laurier aus Kanada seinen Auftritt, denn er ist einer der wenigen Anführer, bei denen ihr sicher sein könnt, dass sie euch nicht sofort in den Rücken fallen. Wilfrid kann nicht nur Bauernhöfe in der Tundra bauen – was praktisch ist, wenn euch der Wohnraum ausgeht –, er ist auch bei Notfällen anderer Zivilisationen immer gleich zur Stelle, was ihm mehr Diplomatiepunkte einbringt. Zusätzlich verfügt Wilfrid über mehrere andere diplomatische Vorteile, die es ihm einfacher machen, den Weltkongress auf seine Seite zu ziehen, eine weitere wichtige Quelle dieser wertvollen Punkte.
Kristina (Schweden)
Enthalten in: Gathering Storm (Erweiterung)
Stärke: Kultur
Kristina, die im 17. Jahrhundert nur widerwillig Königin von Schweden wurde, interessierte sich viel mehr für ihre stetig wachsende Kunstsammlung als für die Herrschaft über ihre Nation. Deshalb strebt Kristina in Civilization VI danach, so viele Große Werke (berühmte Gemälde, Bücher, Musik und so weiter) zu sammeln, wie sie nur kann. In Sachen Kultursieg, einer besonders komplizierten Art, das Spiel zu gewinnen, trumpft Kristina groß auf.
Für diesen Sieg müsst ihr Touristen aus anderen Zivilisationen locken und gleichzeitig dafür sorgen, dass eure eigenen Staatsbürger glücklich sind. Dafür solltet ihr euch auf den Bau von Weltwundern und das Sammeln von Großen Werken konzentrieren, was häufig zulasten militärischer Stärke geht. Kristinas Anführerboni verschaffen kulturaffinen Spielern einen Vorteil und sie verfügt über starke Diplomatiefähigkeiten, mit denen sie sich Ärger vom Hals hält.
Gitarja (Indonesien)
Enthalten in: Khmer und Indonesien Zivilisations- & Szenariopaket
Stärke: Religion
Religion ist die fünfte Siegbedingung in Civilization VI, allerdings mit starker Konkurrenz. Um eine Religion zu gründen, braucht ihr einen Großen Propheten, doch es gibt weniger Propheten als Zivilisationen im Spiel. Daher müsst ihr euch schon früh auf die Erzeugung von Glauben (vor allem durch Heilige Stätten) konzentrieren und eure Religion mit Missionaren und Aposteln verbreiten.
Gitarja aus Indonesien führt den Glauben wie eine Waffe, was sie zur richtigen Wahl für jeden macht, der einen Religionssieg anstrebt. Sie erhält zusätzlichen Glauben aus Stadtzentren und damit einen sofortigen Vorteil bei jeder Gründung einer neuen Stadt in ihrem Reich. Indonesische religiöse Einheiten können sich schnell über die Karte bewegen, da sie für den Übergang von Land zu Wasser keinen Bewegungsmalus erhalten. Gitarja weiß sich außerdem zu wehren und kann mit Glauben Marineeinheiten kaufen, was sie auf See zu einer ernstzunehmenden Gefahr macht.
Amanitore (Nubien)
Enthalten in: Nubien Zivilisations- & Szenariopaket
Stärken: Herrschaft, Religion
Vielleicht kennt ihr das Gerücht, dass Gandhi der Civilization-Anführer ist, der am ehesten Atomwaffen gegen seine Gegner einsetzt, aber Amanitore steht ihm in nichts nach. Als verehrte Herrscherin der nubischen Zivilisation ist Amanitore eine gut ausbalancierte Anführerin, die in Sachen Herrschaft und Religion hervorsticht. Sie baut Bezirke schneller als die meisten anderen Anführer, was für neue Spieler hilfreich ist, um zu expandieren, ohne von Kriegstreibern und Barbaren von der Karte getilgt zu werden. Außerdem steht ihr in der Frühphase des Spiels eine mächtige Einheit zur Verfügung, der Pítati-Bogenschütze, der ihr gegenüber anderen Fernkampfeinheiten derselben Ära einen Vorteil verschafft. Spielt in den ersten 200 Runden eure Karten richtig aus, und ihr werdet leichtes Spiel haben, andere Hauptstädte zu erobern.
Wenn ihr es lieber weniger apokalyptisch angeht, könnt ihr mit Amanitores Städtebaufertigkeiten rasch eine Heilige Stätte und Pyramiden errichten, die ebenfalls Glauben erzeugen, um ihre Religion weiter zu stärken. Die Pyramiden erzeugen außerdem Nahrung, Wissenschaft, Gold, Produktion sowie Kulturboni für angrenzende Felder. Mit guter Planung führt ihr eure Zivilisation schon bald in ein goldenes Zeitalter, egal, welche Siegesart ihr anstrebt.
Ambiorix (Gallien)
Enthalten in: Byzanz- und Gallien-Paket (New Frontier Pass)
Stärken: Herrschaft, Kultur
Lasst euch nicht von den hohen Wangenknochen und dem beeindruckenden Schnurrbart dieses attraktiven Herrn ablenken – der Anführer der Gallier ist in Civilization VI eine wahre Wucht und zögert nicht, seine Gegner zu zermalmen. Geschichtlich ist Ambiorix vor allem dafür bekannt, eine Revolte gegen Julius Caesar angeführt und 15 Kohorten getötet zu haben, bevor er auf der anderen Rheinseite verschwand. In Civilization VI lebt seine Legende weiter. Er gilt als Geißel Roms und respektiert Zivilisationen mit vielen Militäreinheiten. Man sollte aber nicht vergessen, dass er auch kultiviert ist und mit jeder nicht-zivilen Einheit, die er ausbildet, seine Kulturerzeugung ankurbelt.
Ambiorix ist eine gute Wahl für neuere Spieler, da er das Oppidum bauen kann, das das Industriegebiet ersetzt und früher im Spiel zur Verfügung steht als traditionelle Bezirke, die die Produktion erhöhen. Es erhöht nicht nur Galliens Geschwindigkeit beim Bau neuer Bezirke und bei der Ausbildung von Einheiten, sondern verfügt auch über einen defensiven Fernangriff, den normalerweise nur Lagerbezirke bieten. Dadurch könnt ihr eure Zivilisation schützen und mit Angreifern kurzen Prozess machen, während ihr die Grundlagen erlernt. Fürchte dich, Julius Caesar!
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