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Die BAFTA Games Awards würdigen das Handwerk des Spielemachens
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Brian Crecente
Die Vorstellung dieser Titel, die von den mehr als 1.200 BAFTA-Mitgliedern ausgewählt werden, soll nicht nur das Auswahlverfahren transparenter machen, sondern auch zur Diskussion über alle Videospiele anregen, die derzeit für Aufsehen sorgen.
„Wir wollen unter anderem über die besten Spiele des Jahres sprechen“, so Tara Saunders, Vorsitzende des Games Committee der BAFTA. Sie wies darauf hin, dass die BAFTA Games Awards Anfang 2024 stattfinden werden. „Zum Jahresende dreht sich immer alles um die besten Titel des Jahres. Dabei sollte man auf jeden Fall die Meinung der BAFTA-Mitglieder berücksichtigen.
Ich gehe davon aus, dass die Liste viele Diskussionen auslösen wird. Es interessiert die Leute, welche Spiele und Entwickler von den Experten favorisiert werden.“
Die Entscheidung, eine Liste bemerkenswerter Titel bereits zu einem solch frühen Zeitpunkt des Beurteilungsverfahrens zu veröffentlichen, zeigt, dass man die Relevanz der Show erhalten will. Die BAFTA Games Awards stehen seit ihrer Einführung im Jahr 2003 im Zeichen des Wandels.
Evolution
In den Anfangsjahren ähnelten die BAFTA-Auszeichnungen vielen anderen Preisen, die es zu der Zeit für Videospiele gab. Damals wurde ein genre- und plattformspezifischer Fokus verfolgt. Doch schon bald gab es erste Anzeichen dafür, dass sich dieser Ansatz ändern würde. In den 2010er Jahren wurden die Preise meist nicht mehr nach Genre vergeben. Von nun an standen bei den Auszeichnungen sowohl die Entwickler als auch ihre Werke im Mittelpunkt.
„Die Awards haben sich stark weiterentwickelt“, betonte Saunders. „Heute geht es viel mehr um das eigentliche Handwerk bei der Produktion von Spielen – also um Animation, grafische Leistung und soundtechnische Leistungen.“
Der 2020 eingeführte Animationspreis ist ein gutes Beispiel dafür, wie diese Veränderungen zustande kommen. Früher wurden Animationen als Teil des Preises für grafisch-künstlerische Leistungen betrachtet. Doch das Committee überprüft das Auswahlverfahren jedes Jahr, um zu sehen, ob Änderungen nötig sind. Man beschloss, Animationen als eigenständiger Disziplin eine eigene Kategorie zu geben.
„Meiner Meinung nach wurden Animationen bei der Vergabe des Grafikpreises wirklich übersehen“, bemerkte Saunders. „Wir überprüfen die Preise jedes Jahr und überlegen, ob aufgrund der Veränderungen in der Spieleindustrie etwas Neues eingeführt werden muss.
Tatsächliche haben sich die Preise parallel zur Branche weiterentwickelt.“

Die BAFTA Games Awards sind eine Preisverleihung, bei der es Saunders zufolge darum geht „die Entwicklung, das Handwerk und die Qualität von Spielen zu zelebrieren und gleichzeitig diese Leistungen zu würdigen und die Zukunft der Branche zu inspirieren“.
Saunders hofft, dass das Committee mit der Bekanntmachung der Kandidaten nicht nur die Fülle von guten Spielen unterstreicht, die jedes Jahr auf den Markt kommen, sondern auch deutlich macht, dass Spieleentwicklung eine ernstzunehmende Berufswahl ist.
Bezüglich der Genres gibt es bei den Awards 2024 nur eine einzige Kategorie: Familie.
„Ich halte es für wichtig, Kategorien wie Familienspiele zu haben, denn sonst würden wohl die mit viel Aufwand und Geld erstellten Actionspiele alle Preise abräumen. Die Awards sollen jedoch die ganze Bandbreite der Branche einbeziehen“, so Saunders.
Das Verfahren
Das Abstimmungsverfahren bei den BAFTA Games Awards ist nicht nur interessant, sondern wird auch ständig optimiert.
In diesem Jahr konnten die Einreichungen vom 1. Juni bis zum 9. November vorgenommen werden. Anschließend wurden die Spiele in ihre Kategorien eingeteilt und von allen stimmberechtigten Mitgliedern bewertet. Die besten zehn Titel jeder Kategorie kommen auf die Longlist,
die am 14. Dezember veröffentlicht wird.
In der Zwischenzeit werden die in die engere Wahl gekommenen Spiele der Kategorien „Best Game“ und „British Game“ von den stimmberechtigten Mitgliedern bewertet, um jeweils sechs Nominierungen für jede Kategorie zu ermitteln. Dieselbe Gruppe kürt aus diesen sechs schließlich den Gewinner.
Die übrigen Kategorien werden von Jurys bewertet, die sich aus neun bis zwölf Experten aus dem jeweiligen Bereich zusammensetzen und von einem Mitglied oder ehemaligen Mitglied des Games Committee geleitet werden.
Die jeweilige Jury trifft dann zusammen, um über die Nominierungen für diese Kategorien zu beraten. Der in einer geheimen Abstimmung ermittelte Gewinner wird dann erst während der Zeremonie bekanntgegeben.
Die Nominierungen werden am 7. März veröffentlicht, während die Preisverleihung am 11. April stattfindet.

„Da ich vor meiner Tätigkeit im Games Committee bereits Mitglied der BAFTA war, sind mir die strengen Anforderungen des Verfahrens bestens bekannt. Die Aufgabe unseres Gremiums besteht darin, die Jurys für die einzelnen Auszeichnungen zusammenzustellen“, so Saunders. „Für eine sinnvolle Beurteilung der Qualität der Animationen der Spiele auf der Longlist ist es wirklich wichtig, dass hervorragende Animationskünstler darüber abstimmen.
Bei den Diskussionen argumentieren Leute für oder gegen die Auszeichnung von Spielen, die genau wissen, worüber sie sprechen.“
Preisverleihungssaison
Die Veröffentlichung der Longlist der BAFTA Games Awards erfolgt eine Woche nach dem Ende der diesjährigen The Game Awards. Die von Geoff Keighley moderierten und mitproduzierten The Game Awards locken jedes Jahr ein riesiges Publikum zu der international gestreamten Show, bei der es nicht nur Auszeichnungen gibt, sondern auch Spieleankündigungen, Unterhaltungsangebote und Trailer gezeigt werden.
Die BAFTA Games Awards selbst finden etwa zwei Monate nach den DICE Awards statt, die im Anschluss an den DICE Summit in Las Vegas veranstaltet werden.
Laut Saunders schaut die BAFTA jedoch nicht auf andere Preisverleihungen, sondern verfeinert ihren eigenen Ansatz weiter, um jedes Jahr die besten Spiele und Spielemacher der Branche zu würdigen.
„Wir konzentrieren uns absolut auf unsere eigene Arbeit“, sagt sie, „und auf unsere Rolle in der Branche.
Ziel ist es, die Preisverleihung jedes Jahr aktuell und branchenrelevant zu halten, um besondere handwerkliche Leistungen zu fördern und zu würdigen. Außerdem werden die Preise von den Mitgliedern vergeben, was meiner Meinung nach ein wichtiger Aspekt ist. Die Awards unterliegen keinen kommerziellen Interessen. Da die Abstimmung durch die Mitglieder erfolgt, kann man die Preisverleihung auch als ‚Kollegen-Auszeichnung‘ bezeichnen.“
Bei den BAFTA Games Awards werden jedoch keine internationalen Themen oder Branchenprobleme angesprochen.
„Wir wollen das Handwerk des Spielemachens feiern“, sagte sie und fügte hinzu, dass die BAFTA Games solche Dinge im Laufe des Jahres auch auf andere Weise anspreche. „Das halte ich wirklich für wichtig. Die BAFTA nimmt hinter den Kulissen viele ernste Themen in Angriff.“
Anfang des Jahres veranstaltete sie beispielsweise in Zusammenarbeit mit Safe In Our World einen Games Mental Health Summit. Die Organisation veranstaltet auch Masterclasses zu verschiedenen Themen wie Dystopie in Spielen, Videospielkomposition und die Evolution der Darstellung von Schwarzen in Film-, Spiel- und TV-Produktionen.
Doch die Awards sind nach Saunders Ansicht zum Feiern da.
Das Handwerk
Der Fokus auf das Handwerk des Spielemachens unterstreicht, warum es die BAFTA Games Awards gibt.
„Diese Preisverleihung zeigt die Ernsthaftigkeit unserer Arbeit“, so Saunders, die auch das Londoner PlayStation-Studio leitet. „Wir leben davon, dass wir Spiele machen. Wir schaffen Unterhaltung. Aber ich finde, das Handwerk zu feiern und dies in der Öffentlichkeit zu tun, ist ein sehr wichtiger Beitrag, um die kulturelle Bedeutung von Videospielen hervorzuheben.
Die BAFTA erfüllt ihre Aufgabe sehr gut, den gesellschaftlichen Einfluss von Spielen herauszustellen und deren Bedeutung als starkes erzählerisches Medium zu würdigen. Das ist entscheidend für unsere Arbeit.“
Haltet euch über die Longlist der BAFTA Games Awards auf dem Laufenden, ihr findet sie am 14. Dezember in den News im Epic Games Store.