
Die Entwicklungsgeschichte von Dead Cells, dem kleinen mutigen Roguelite

Dass das Roguelite-Genre seine heutige Form zu einem guten Teil dem Erfolg von Dead Cells zu verdanken hat, ist sicherlich keine Übertreibung. Dead Cells, das bereits als moderner Klassiker gilt, revolutionierte den kämpferischen Aspekt und baute unverkennbar auf Castlevania-Elemente, was in einem Moment, in dem The Binding of Isaac die Szene beherrschte, eher selten war. Mit einem regelmäßigen Nachschub an kostenlosen Updates und kostenpflichtigen DLCs sorgen die gemeinsamen Entwickler Motion Twin und Evil Empire seit knapp sieben Jahren für einen kontinuierlichen Zustrom von neuen Spielern.
Inzwischen ist auch das finale Update des Spiels am Horizont zu erkennen und man kann sich fragen, wie sich Dead Cells im Laufe der Zeit verändert hat und welche Updates die originellsten Features und Überarbeitungen mit sich gebracht haben. Heute werfen wir einen Blick auf die Entwicklungsgeschichte von Dead Cells – von seinen bescheidenen Anfängen im Early Access bis zum großen Crossover mit Castlevania im Jahr 2023. Diese Meilensteine sind ein Beweis für die anhaltende Popularität des Spiels über die Jahre hinweg und für das Talent der Entwickler, es immer wieder neu zu erfinden.
Version 0.0
Der erste öffentliche Build von Dead Cells, auch als „Early Access Vanilla“ bekannt, war mit elf Leveln, 20 Monstern und 50 verwendbaren Gegenständen alles andere als mager bestückt. Schon in dieser Anfangsphase hatte das Spiel seinen eigenen charakteristischen Stil und ein fesselndes Kampfsystem. Wenn ihr diese ursprüngliche Version noch nicht ausprobiert habt, solltet ihr euch die Zeit nehmen, schon allein um zu sehen, welchen Weg es seitdem zurückgelegt hat.
Version 0.3

Das Update „Who's Your Daily?“ ist aus einem guten Grund auf dieser Liste: Mit ihm wurde der „Daily Run“-Modus eingeführt, eines der besten Features von Dead Cells. Die Möglichkeit, sich mit anderen Spielern in denselben Räumen zu messen und um die höchste Punktzahl und die beste Zeit zu kämpfen, steigerte den Wiederspielwert des Spiels drastisch und bot den Anreiz, es täglich zu spielen. Außerdem macht ein kleiner Wettkampf unter Freunden immer Spaß. Zusammen mit verschiedenen Verbesserungen des Spielkomforts war dies für Motion Twin ein schneller Schritt nach vorn.
Version 0.6
Mit diesem Update erhielt das Spiel sein sechstes Biom, „Gipfelburg“, und den Endboss „Die Hand des Königs“ – damit hatte Dead Cells erstmals seine endgültige Form erreicht. Das Update änderte die Funktionsweise der Bosszellen, was einen drastischen Einfluss auf den Schwierigkeitsverlauf hatte. Außerdem wurden viele Aspekte des Spiels neu ausbalanciert, vor allem die Geschütze. In vieler Hinsicht war dies die erste „vollständige“ Version von Dead Cells, aber bis zum offiziellen Start sollten noch einige Updates folgen.
Version 1.0
Die erste offizielle Version von Dead Cells darf hier natürlich nicht fehlen, sie erweiterte das Spiel allerdings nur um zwei Details: die „Lore Rooms“, in denen man mehr über die Hintergrundgeschichte erfährt, und eine spielverändernde Rune namens „Homunculus“. Vor allem aber verließ das Spiel damit auch formell den Early Access. Das war ein wichtiger Meilenstein, doch das Beste sollte noch kommen.
Version 1.1

Schon wenige Monate nach dem Start wurde mit dem Update „Pimp My Run“ ein großer Teil des Spiels überarbeitet – vor allem sollten selten verwendete Gegenstände nützlicher werden –, wobei auch zahlreiche Vorschläge aus der Community einflossen. Außerdem wurde der beliebte „Benutzerdefinierte Modus“ hinzugefügt, in dem ihr mit verschiedenen Einstellungen experimentieren könnt, um euren eigenen idealen Lauf zu erstellen. Die Änderungen bei der Schadensreduzierung und den Schwierigkeitsgraden sollten auf Jahre hinaus einen großen Einfluss auf Dead Cells haben.
Version 1.2: Rise of the Giant DLC
Rise of the Giant, der erste DLC von Dead Cells, erweiterte das Spiel um vier neue Biome, zehn neue Gegner, zwei neue Bosse und eine ganze Palette von neuen Gegenständen. Ein neues Skin-System zur Anpassung des Gefangenen (der Spielercharakter) brachte zusätzliche Abwechslung. Dies war eines der größten Inhaltsupdates des Spiels, zudem kostenlos, und schuf die Voraussetzungen für spätere kostenpflichtige DLCs.
Version 1.4
Das Update „Who's The Boss?“ brachte zwar nicht so viel Neues wie andere Updates, aber es zeigt sehr gut die Kreativität, mit der die Entwickler über Jahre das Interesse der Spieler wachhielten. Version 1.4 fügte sieben neue Waffen sowie sechs neue Gegner hinzu, die sich an den Bossgegnern des Spiels orientierten, und enthielt eine Reihe von Fehlerbehebungen und Balanceänderungen.
Version 1.7: DLC „The Bad Seed“
Auch der erste kostenpflichtige DLC für Dead Cells war ein wichtiger Moment in der Geschichte des Spiels, denn er führte drei neue Biome, fünf neue Gegner und mit der Zeckenmutter einen denkwürdigen neuen Boss ein. Außerdem brachte er stolze 14 neue Outfits für euren Gefangenen, viele davon mit Insektenmotiv, was Hollow Knight-Fans sicherlich ganz besonders begeistert.
Version 1.9

Mit dem „Update of Plenty“ wurden nach einer Spielerumfrage viele der Waffen von Dead Cells komplett überarbeitet – weniger beliebte wurden etwas effektiver gemacht, andere übermächtige leicht abgespeckt. Zudem wurde das Spiel neu ausbalanciert, um die Heilung effektiver zu machen. Auch die Schadenswirkung wurde in einigen Leveln angepasst. Dies war ein weiterer Patch, der das gesamte Spiel nachhaltig prägte.
Version 2.2/2.3
Der DLC Fatal Falls fügte drei neue Biome, acht neue Gegner, sieben neue Gegenstände und mit der „Vogelscheuche“ einen neuen Boss hinzu. Auch Version 2.3, das Update „Whack-a-Mole“, mit wesentlichen Änderungen beim Schwierigkeitsverlauf der Bosszellen sowie zahlreichen Fehlerbehebungen verdient es, hier erwähnt zu werden.
Version 2.6
Mit diesem Patch hat Dead Cells wohl am meisten überrascht. Das Update „Everyone is Here!“ brachte neue Waffen und Gegenstände, die von anderen erfolgreichen Indie-Titeln wie Blasphemous, Hollow Knight und Hyper Light Drifter inspiriert waren. Ich persönlich war von dem Set im Hyper Light Drifter-Stil begeistert, mit dem ihr eure Gegner mit einem Schwert erschlagen könnt, um Kugeln für eure Schusswaffe zu erhalten. Genau wegen solcher Updates ist Dead Cells auch noch lange nach seiner Veröffentlichung so erfolgreich.
Version 3.1/3.2
Version 3.1, das Update „Boss Rush“, machte seinem Titel alle Ehre und hatte außerdem einige neue Gegenstände und Outfits im Gepäck. Version 3.2 setzte den „Everyone is Here“-Trend fort und lieferte neue Waffen, die auf anderen Indie-Spielen wie Shovel Knight, Hotline Miami, Katana ZERO, Risk of Rain 2, Slay the Spire und Terraria beruhten. Das Slay the Spire-Set ist ein besonderes Highlight. Es fügte eine „Hand“ mit vier Karten hinzu, die unterschiedliche Effekte haben, wenn ihr sie zieht, haltet und ablegt. Wirklich sehr beeindruckend.
Version 3.3: DLC „Return to Castlevania“

Mein persönliches Lieblingsupdate war der DLC Return to Castlevania, der zwei neue Biome, drei Bosse (den Tod und zwei Versionen von Dracula) sowie elf Monster im Castelvania-Stil mitbringt, darunter so beliebte Figuren wie „Medusa“, „Armor Knight“ und „Harpies“. Auch die Waffen lassen jeden Fan der Reihe nostalgisch werden. Dazu gehören unter anderem „Death's Scythe“, „Cross“, „Alucard's Sword“ und (natürlich) die „Vampire Killer“-Peitsche. Dieser DLC gehörte in den letzten Jahren zu den besten Crossover-Inhalten für ein Spiel, sodass ihr euch ihn unbedingt ansehen solltet.
Patch 3.5 von Dead Cells mit dem Titel „The End is Near“ wird in Kürze erscheinen.
Dead Cells und alle seine prächtigen DLCs sind jetzt im Epic Games Store verfügbar.