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Die „Geometric Sniper“-Reihe verleiht dem Wimmelbildgenre eine gewalttätige Note

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Steven T. Wright
2. Sept. 2024

Spiele mit versteckten Objekten – auch Wimmelbildspiele genannt – sind nach wie vor beliebt. Trotzdem wird in den üblichen Gaming-Bereichen selten über sie gesprochen. Das liegt vielleicht daran, dass sie – genau wie Auto-Clicker-Spiele, Match-Three-Spiele usw. – zu einem Bereich des Hobbys gehören, in dem Videospiele weniger ernst genommen werden und einfach nur als spaßiger Zeitvertreib für die Mittagspause gelten. Wer diese wunderbar „einfachen“ Gelegenheitsspiele mag, dem sei die „Geometric Sniper“-Reihe ans Herz gelegt, die von Spielern ein ungewöhnlich hohes Maß an Geschick und Sorgfalt fordert.

Die „Geometric Sniper“-Spiele lassen Erinnerungen an die Newgrounds-Ära wach werden – und das ist als großes Kompliment gemeint. Die von den brasilianischen Yaw Studios entwickelte Trilogie lotet die Grenzen des Wimmelbildgenres aus. Obwohl sie eher häppchenweise daherkommen, bieten diese Spiele in jedem Level neue Herausforderungen. Bei diesen Spielen werden – wie für dieses Genre üblich – diejenigen belohnt, die es ruhig angehen und aufmerksam sind. Trotzdem sollte man nicht vergessen, dass die Zeit läuft.

Im ersten „Geometric Sniper“-Spiel schlüpft ihr in die Rolle von Andrew, einem hochqualifizierten Scharfschützen, der seinen mörderischen Beruf satthat. In jedem Level gilt es, basierend auf einem Lichtbildausweis ein Ziel in einer belebten Stadt zu finden und zu erledigen. Dabei bezieht sich das „Geometric“ im Titel (anscheinend) auf die verschiedenen Kopfformen der Vielzahl an Zielfiguren, da euch diese Formen wichtige Hinweise liefern, um das richtige Ziel zu finden. Außerdem müsst ihr jede Mission innerhalb einer bestimmten Zeit abschließen, wobei diese Zeitspanne von Level zu Level unterschiedlich ist.
Geometric Sniper – Z
Da „Geometric Sniper“ auf den ersten Blick wie ein einfaches Gelegenheitsspiel wirkt, hatte ich erwartet, dass ich es mühelos durch die Level schaffe, aber ich wurde eines Besseren belehrt. Es mag sich zwar einfach anhören, aber durch das Scharfschützen-Zielfernrohr ist die Sicht recht eingeschränkt – man muss also den Bildausschnitt häufig wechseln und ganz genau hinschauen, um den bösen Walter zu finden. Außerdem haben die Leute von Yaw Studios ein Händchen dafür, eure Beute richtig fies zu platzieren, sodass ihr oft gründlich überlegen müsst, ob ihr wirklich genau diesen besonders gezeichneten, sechseckigen Kopf sucht, dessen Gesicht nur teilweise zu erkennen ist, weil ein Fenster euch die Sicht versperrt. Manchmal ist der richtige Umriss auch wichtiger als das Gesicht des Ziels – und gelegentlich braucht es Geduld, um den perfekten Treffer zu landen.

Bei einigen Missionen habe ich mehrere Versuche gebraucht (besonders bei denen mit knappem Zeitlimit) und dank der einigermaßen zufälligen Zielorte wurde es nie langweilig. „Geometric Sniper“ verfügt außerdem über eine Atemmechanik, damit ihr mit ruhigerer Hand zielen könnt. Für die meisten Schüsse braucht man das zwar nicht, aber es verleiht dem Spiel ein dringend benötigtes Gefühl von Immersion. Dadurch fühlt es sich tatsächlich so an, als würde man die Ziele nicht nur anklicken, sondern wirklich auf sie schießen.

Wenn ihr es weniger gewalttätig mögt, bietet die Reihe auch traditionelle „Finde das Objekt“-Modi, in denen ihr auf alltägliche Gegenstände (zum Beispiel Hundeknochen) klickt, die in den Leveln verstreut sind. Es kann zwar sein, dass ihr euch durch den Hauptabenteuermodus spielen müsst, um diese alternativen Modi freizuschalten, aber sie sind perfekt für jüngere Spieler (oder einfach alle, die lieber kein Blut sehen wollen).

Das neueste Spiel der Reihe, „Geometric Sniper – Z“, bringt eine neue Wendung in den Spielverlauf – und zwar in Form von Zombies, die ihr manchmal in einer einzigen Mission gleich zu Dutzenden erledigen müsst. Man kann durchaus sagen, dass es sich bei „Geometric Sniper – Z“ eher um ein reines Scharfschützenspiel als um ein Wimmelbildabenteuer handelt. Außerdem verfügt es über mehr Systeme als seine Vorgänger. 
Geometric Sniper – Blood in Paris
Hier könnt ihr zwischen mehreren Waffen wählen – darunter einige vollautomatische Waffen und sogar eine Drohne – und ihr müsst euer Arsenal mit Bedacht zusammenstellen, um eure Erfolgschancen zu maximieren. (Außerdem könnt ihr das Erscheinungsbild eures Scharfschützen anpassen.) Einige der Level (besonders die Rettungsmissionen) sind regelrecht teuflisch, wenn man nicht gut ausgerüstet ist – und jeder Fehlschlag kostet Ressourcen, die man in dieser mit Zombies verseuchten Welt zum Überleben braucht. Es kann sein, dass ihr den schlichten Charme des Originalspiels „Geometric Sniper“ und seines Nachfolgers „Geometric Sniper – Blood in Paris“ bevorzugt, aber „Geometric Sniper – Z“ hat von allein drei Spielen sicher die meisten Features zu bieten.

Wie bereits erwähnt wecken diese Spiele bei mir Erinnerungen an all die Nachmittage, die ich auf Newgrounds verbracht habe, immer auf der Suche nach etwas, mit dem ich die scheinbar endlosen Stunden füllen konnte. Dies ist bei „Geometric Sniper – Z“ besonders der Fall, weil die 2000er und die frühen 2010er die Glanzzeit der Zombiespiele waren und ich damals mehr Schlurfer umgenietet habe, als ich zählen kann. Die „Geometric Sniper“-Reihe ist gefüllt mit kleinen, aber feinen Spielerlebnissen, die im Gegensatz zu den großen Veröffentlichungen von heute vielleicht nicht ganz so viel Beachtung finden, doch es gibt ein breites Publikum, das Spiele dieser Art sehr schätzt – und die ganze Trilogie ist für etwa 10 $ erhältlich. Wenn ihr zu diesem Publikum zählt – oder Lust habt, dem Wimmelbildgenre eine Chance zu geben –, kann ich euch die Reihe nur wärmstens empfehlen.

„Geometric Sniper“, „Geometric Sniper – Blood in Paris“ und „Geometric Sniper – Z“ sind alle im Epic Games Store verfügbar.