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Ein herrlich chaotisches Vergnügen: Borderlands 4 im Koop-Modus
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Alyssa Mercante
Der neueste Looter-Shooter von Gearbox hat nicht einfach nur einen 4-Spieler-Online-Koop (plus Couch-Koop für Konsolen), nein, das ganze Spiel ist um dieses Konzept herum gebaut. Dank Crossplay kann ich vom PC im Arbeitszimmer aus einsteigen, während mein Freund im Wohnzimmer an der Xbox sitzt. Und durch das dynamische Levelscaling können sich unsere Freunde vom anderen Ende der Stadt aus jederzeit einklinken, ganz egal, welches Level oder welche Ausrüstung sie haben.
Schon vor dem Release von Borderlands 4 stand für mich fest, dass ich als Nekromantin Vex spiele. Ich mag einfach die fiesen Sirenen in dieser Reihe. Mein Freund geht hingegen lieber auf Risiko und spielt „Papierpanzer“: maximaler Schaden auf Kosten von Rüstung und Lebenspunkten. Exo-Soldat Rafa ist dafür perfekt geeignet. Die beiden ergänzen sich großartig: Vex kann geisterhafte Schützen beschwören und sie auf erhöhte Positionen oder an Engpässe setzen, um uns zu unterstützen oder um mir Zeit zu verschaffen, mich zu heilen oder gefallene Teammitglieder wiederzubeleben. Rafa wiederum kann per Spezialfähigkeit für ein paar Sekunden mit Auto-Aim feuern. Gemeinsam pflügen wir uns durch Gegnerhorden. Unser Duo funktioniert wunderbar gegen die Schurken von Kairos und wir passen auch mühelos in ein Viererteam. Das Zusammenspiel macht mir so viel Spaß, dass ich bisher tatsächlich noch keine einzige Minute Borderlands 4 allein gespielt habe.
Koop-Chaos
Gearbox hat viel getan, um sicherzustellen, dass Borderlands 4 im Koop-Modus reibungslos funktioniert, unabhängig von Plattform oder Spielfortschritt. Aber was das Ganze wirklich unvergesslich macht, sind die absurden, urkomischen Momente. Zum Beispiel kann man sich zum ersten Mal in der Reihe direkt zu Teammitgliedern hinteleportieren, egal, wo die sich gerade in Kairos aufhalten. Das ist nicht nur ein echtes Komfort-Upgrade, sondern sorgt auch regelmäßig für herrlich chaotische Szenen.

Einmal war ich genervt, weil ich in einer besonders tödlichen Nebenmission einfach nicht weiterkam, und beschloss, zu meinem Freund zu reisen, der irgendwo am anderen Ende der Karte gerade versuchte, ein paar Rockstars dazu zu zwingen, in seine Metalband einzusteigen (lange Geschichte). Ich kam mitten in dem Moment an, als er mit seinem Digirunner – das ist das schwebende Bike in Borderlands 4 – über eine Schlucht sprang,
und musste panisch mein Jetpack zünden, um nicht in die Tiefe zu stürzen. Er lachte sich im Wohnzimmer (und übers Mikro) halb tot.
Solche Schnellreise-Momente passieren mindestens einmal pro Session. „Kommst du mal kurz?“, fragt der eine ganz unschuldig, und Sekunden später landet man mitten in einem Feuergefecht oder am Rand einer Klippe. Oder aber jemand steckt in echten Schwierigkeiten und bettelt: „Beeil dich, ich brauch Hilfe, diesmal in echt!“
„Wo zum Teufel bist du?!“ gehört inzwischen zu unseren Standardsprüchen. Es ist immer wieder spannend zu sehen, woran (und wo) der andere gerade tüftelt, während man selbst am anderen Ende der Karte sein eigenes Ding macht. Dabei zeigt sich auch jedes Mal, was für unterschiedliche Spielertypen wir sind: Ich erledige brav Nebenquests, während mein Freund irgendwo über die Dächer turnt, um an Collectibles zu kommen, die kein Mensch braucht, er aber haben muss.
Mächtige Gegner
Ein wiederkehrendes Koop-Schnellreise-Highlight: die Weltbosse. Wenn einer von uns zufällig über einen stolpert, heißt es sofort: „Komm schnell, hier ist Bubble!“
In Borderlands 4 tauchen Weltbosse zufällig auf der Karte auf, erkennbar an einer halbtransparenten Kuppel über einem Feld oder einer kleinen Ansammlung an Häusern. Betritt man sie, erscheint der Boss. Verlässt man sie, verschwindet er wieder – wie wir schmerzhaft lernen mussten, als mich ein besonders aggressiver Gegner aus der Kuppel geschubst hat.

Kämpfe gegen Weltbosse sind perfekt, um Loot zu farmen, also lassen wir alles stehen und liegen, sobald irgendwo ein „Bubble“ auftaucht. Sich zum anderen hinzuteleportieren und den Boss zu erledigen (oder versehentlich zu despawnen), ist jedes Mal ein Fest.
Auch manche Nebenmissionen von Borderlands 4 sind im Koop deutlich angenehmer. Für manche muss man sperrige Objekte über weite Strecken oder sogar einen Turm hinauftragen, darf dabei aber weder schnellreisen noch Leitern benutzen. Allein muss man den Gegenstand ständig werfen und wieder aufheben, während man sich mühsam seinem Ziel nähert, aber zu zweit kann man ihn sich einfach hin- und herreichen, was die Sache deutlich beschleunigt. Übrigens kann man in Borderlands 4 natürlich auch den Greifhaken zum Einsatz bringen und einen Kanister auf diese Weise an einem Gebäude hochziehen, ohne dass man megapräzise werfen muss. Eine simple, aber clevere Mechanik, die solche Missionen viel flüssiger macht.
Fazit: Alles in allem ist Borderlands 4 für Koop gemacht. Ob online oder nebeneinander auf der Couch – das gemeinsame Chaos auf Kairos ist einfach zu gut, um es sich entgehen zu lassen. Wer also ein paar Lacher oder Hilfe mit einem besonders nervigen Weltboss gebrauchen kann, sollte unbedingt einen Freund mitnehmen.
Borderlands 4 ist ab sofort im Epic Games Store erhältlich.