
The Lord of the Rings: Return to Moria ist eine große Geschichte betrunkener zwergischer Erkundung und Handwerkskunst

The Lord of the Rings: Return to Moria als Survival-Crafting-Spiel zu beschreiben, ist zwar völlig korrekt, aber der Zauber, der dieses Tolkien’sche Zwergenabenteuer so einzigartig macht, ist in dieser Definition nicht zu spüren.
Auf der gamescom 2023 durften wir im Rahmen einer Vorführungsdemo hinter verschlossenen Türen eine halbe Stunde des Gameplays von Return to Moria bewundern und konnten mit Mitgliedern des Entwicklungsteams über den Titel sprechen. Das Gesehene war auf jeden Fall deutlich erzählungsbetonter als viele andere Titel des Genres.
Das Spiel beginnt mit der Charakteranpassung, wobei euer zwergischer Heldencharakter nicht explizit als männlich oder weiblich kategorisiert wird. Ihr könnt sein Aussehen quer durch das Geschlechterspektrum anpassen, und dabei habt ihr beispielsweise vollen Zugriff auf alle Bartoptionen, ganz gleich wie feminin euer Charakter ansonsten aussieht.

Das zentrale Gameplay in Return to Moria führt euch in die Tiefen von Moria, um Ork-Horden zu bekämpfen, Rohstoffe zu schürfen, Werkzeuge und Ausrüstung für eure Reise anzufertigen und eine prozedural generierte Karte zu erkunden. Die einzelnen durch Felswände voneinander getrennten Gebiete beruhen auf dem Design der Entwickler, ihre Anordnung ist aber zufällig. Das bedeutet einerseits, dass euch jedes Mal eine Überraschung erwartet, wenn ihr eine Felswand durchbrecht, und andererseits findet sich jemand, der euer Spiel im Mehrspieler-Modus besucht, in einem Labyrinth wieder, das er selbst erst neu erkunden muss.
Die Demo zeigte Szenen, auf die man in Rückkehr nach Moria nach etwa 30 Stunden Spielzeit trifft, und führte uns tief in Bereiche von Moria, die wichtige Schauplätze der Geschichte von „Der Herr der Ringe“ sind. Die Entwickler hatten bereits einen beeindruckenden Hauptstützpunkt gebaut, der sie, wie sie ausdrücklich betonten, eine Menge Arbeit gekostet hatte. Return to Moria enthält ein Stabilitätssystem, das für aufwendige Bauprojekte einen entsprechenden Unterbau und geeignete Materialien zur Bedingung macht. Wenn ihr an einen gewaltigen Abgrund gelangt und ihn überqueren wollt, könnt ihr nicht direkt und unter Missachtung aller physikalischen Gesetze eine Brücke darüber schlagen – sie würde einstürzen. Ihr müsst mit stützenden Pfeilern beginnen und könnt dann nach und nach eure Brücke errichten, die euch bei späteren Besuchen den Weg verkürzt. Durch dieses System erhält das Bauen eine interessante Komplexität, die das Spiel von andern Survival-Crafting-Titeln abhebt.

Die Kämpfe finden in der Third-Person-Perspektive statt, ihr müsst gegnerischen Angriffen ausweichen und ihnen mit Nahkampftreffern und Fernkampfwaffen begegnen. Die kämpferischen Auseinandersetzungen der Demo zeigten vor allem, wie sich Unmengen von Gegnern auf den Spieler stürzten, ganz besonders wenn er die Aufmerksamkeit der Horden weckte, weil er auf seiner Reise nicht leise genug vorging. Bei diesen Kämpfen ging es hauptsächlich um den richtigen Abstand im Nahkampf und die Kontrolle der Umgebung. Uns wurde aber auch ein interessanterer Kampf mit einem Troll gezeigt, der tagsüber stattfand und wesentlich leichter zu gewinnen war, wenn man den Troll in einen Lichtstrahl lockte. Dieser versteinerte ihn und verwandelte ihn damit in eine Rohstoffquelle.
Zwar müssen die Spieler ihre Basis gegen vereinzelte feindliche Belagerungen verteidigen, aber es gibt auch einige wirklich lustige Details zu entdecken, an denen die Leidenschaft für die Welt des Herrn der Ringe erkennbar wird. So spornt in der Basis deponiertes Gold die Bereitschaft der Zwerge an, ihr Gebiet zu schützen, und verleiht ihnen einen Angriffsbonus. Auch das selbstgebraute Bier verstärkt verschiedene Werte. Diese Details machen das Spiel zu etwas Besonderem und bestätigen die Fans für ihre Kenntnisse dieser Welt.

Laut den Entwicklern begleitet die Erzählung das Spielerlebnis durchgehend von Anfang an, was selbst in dem kurzen Ausschnitt, den wir vom Spiel gesehen haben, erkennbar wird. Manchmal wurde die Handlung dadurch vermittelt, dass der Spieler sich an wichtigen Orten der Hauptgeschichte des Herrn der Ringe wiederfand, wobei die Umgebung die Erzählerrolle übernahm und einfaches Abbiegen an einer Ecke zu einem aufregenden und wichtigen Ereignis machte.
Das Spiel soll einen Mehrspieler-Modus für acht Spieler unterstützen. Einerseits gefällt mir die Idee, diese geschichtsträchtigen Schauplätze mit anderen Spielern zu erkunden, andererseits erklärten die Entwickler aber auch, dass die Ressourcen bei solchen Spielerzahlen sehr knapp sein werden, da sie nicht entsprechend multipliziert werden und so die Spieler vor eine ganz neue Art der Herausforderung stellen.
Eigentlich liebe ich Survival-Crafting-Spiele, spiele sie aber trotzdem oft nicht, weil ich eine Orientierung vermisse. Die Art und Weise wie Return to Moria es einfach macht, den Zielen der Handlung zu folgen, ohne dass die freie Erkundung, die auch zu diesem Genre gehört, darunter leidet, ist verlockend und wir können es kaum erwarten, bald mehr davon zu sehen.
The Lord of the Rings: Return to Moria ist jetzt im Epic Games Store zur Vorbestellung verfügbar. Das Spiel erscheint im Epic Games Store am 24. Oktober.