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The Mortuary Assistant jagt euch stundenlang Schrecken ein
C
Carli Velocci
„Wie kommst du denn darauf?“, fragte ich ihn.
„Weil du alle paar Minuten erschrocken nach Luft japst, aber trotzdem weiterspielst.“
Ich habe ca. zehn Schichten im Leichenhaus von River Fields hinter mir und es ist immer noch genauso gruselig wie am Anfang. Wie der Name des Spiels sagt, bin ich die Assistentin der Leichenhalle und führe zu Beginn jeder Schicht Autopsien an drei Leichnamen durch. Unglücklicherweise steckt in einem davon ein gefährlicher Dämon, der mir das Leben buchstäblich zur Hölle machen will. Ich muss eine Reihe von Ritualen durchführen, um herauszufinden, in welchem Leichnam sich der Dämon befindet, dessen Namen festzustellen und um ihn zu exorzieren, bevor er Besitz von mir ergreifen kann. Und nebenbei muss ich natürlich auch noch meine Arbeit erledigen.
Dieses Format ist in jeder Runde gleich, doch dank ein paar genialer Funktionen aus der Feder des Soloentwicklers Brian Clarke (auch bekannt unter dem Namen DarkStone Digital) ist The Mortuary Assistant nicht nur eine düstere Simulation, sondern ein Indie-Horror-Meisterwerk. Das ist auch der Grund dafür, warum der Titel aktuell zu meinen Lieblingsspielen zählt.

Jede Schicht beginnt auf dieselbe Weise. Ich betrete das Leichenhaus, nehme einen Notizblock und mein Klemmbrett, und gehe dann zum Aktenschrank hinter dem Schreibtisch, um mir ein Stück Papier mit Schriftzeichen zu holen – den sogenannten „Letting Strip“, der eher nicht zur Standardausrüstung gehört. Dann hole ich eine Leiche aus dem Kühlraum und beginne meine Arbeit. Eine Checkliste sagt mir, was zu tun ist, sodass die komplexen Autopsien einfach durchzuführen sind. Da ich mich gleichzeitig auch noch um einen Exorzismus kümmern muss, gilt es allerdings jede Menge zu bedenken. Mithilfe des unorthodoxen Stück Papiers lassen sich versteckte Symbole in der Leichenhalle finden, die euch zum Namen des Dämons führen. Außerdem könnt ihr die Augen nach Hinweisen offenhalten, die euch verraten, in welchem Körper sich der Dämon versteckt. Manchmal zucken die Leichen, es tauchen neue Male auf oder das Gesicht eines Toten verzieht sich zu einem gruseligen Lächeln.
Es versteht sich von selbst, dass euch hier der eine oder andere Schauer über den Rücken läuft. Im Laufe der Schicht wird der Dämon immer stärker und ergreift mehr und mehr Besitz von euch. Je länger ihr braucht, um ihn zu finden, desto schlimmer wird es. Anfangs knallt nur eine Tür im Kühlraum, doch ihr könnt auch ausgefallenere Halluzinationen erleben. Dämonen tauchen hinter Ecken oder in Fluren auf und wollen, dass ihr näherkommt, oder sie zwingen euch in unendliche Gänge, okkulte Krypten oder schreckliche Flashbacks. Ab und zu verrät euch das Spiel ein paar Geheimnisse seiner Geschichte, doch dafür müsst ihr euch anstrengen und weiterspielen. Der Job ist wichtig.
Seinen Charme verdankt das Spiel dem Zufallsfaktor, denn jede 45-minütige Schicht läuft anders ab. Das Heimsuchungssystem zeigt euch jedes Mal andere Ereignisse, platziert die benötigten Gegenstände an anderen Stellen und enthüllt mit der Zeit wichtige neue Elemente der Geschichte. Dank dieses genialen Ansatzes weiß man auch nach zehn Schichten nicht, was hinter der nächsten Ecke lauert. Wenn es euch geht wie mir, dann spielt ihr weiter, obwohl ihr euch regelmäßig zu Tode erschreckt.
The Mortuary Assistant ist jetzt im Epic Games Store verfügbar.