
Die anderen: Borderlands ist voller bizarrer, liebenswerter Badasses

Borderlands ist voller unwirtlicher Gegenden, in denen Helden versuchen, gefährliches Ödland zu bezwingen. Dabei müssen sie Kugeln ausweichen und Skags töten und entrinnen oft nur um Haaresbreite einem brutalen und schmählichen Tod, immer getrieben von der Hoffnung auf Schätze, Ruhm und Unmengen von Waffen.
Natürlich verehren die Fans die Kammer-Jäger – Tiny Tina hat sogar ein eigenes Spiel erhalten –, aber was ist mit den anderen Charakteren, denen wir bei unseren Abenteuern begegnen? Mit einigen handeln wir einfach nur, andere werden zu Verbündeten und gegen manche müssen wir kämpfen, aber sie alle bereichern das Abenteuer. In dieser Reihe steht das Spielerlebnis im Mittelpunkt und dazu gehören herrlich schräge und faszinierende Charaktere.
Mr. Torgue

„Der elektrifizierendste Mann im Unterhaltungskampf-Business“: So beschreibt sich Mr. Torgue High-Five Flexington (ja, das ist sein vollständiger Name) gern selbst. Seine Hobbys sind Muckis, Haifisch-Wrestling und Fluchen. Den Schnurrbart und die imposanten Muskeln hatte er schon in jungen Jahren, doch erst nachdem seine Eltern bei einer Explosion in einer Eridium-Mine ums Leben kamen, entdeckte er seine Leidenschaft für die Herstellung von Waffen, die diese Explosion in den Schatten stellen konnten.
Torgue verkaufte seine Entwürfe für 12 $ und einen Handschlag an eine Aktiengesellschaft, blieb jedoch das Gesicht der Marke. Eine von den Aktieninhabern gesponserte Kehlkopfmodifikation bereinigt seine verbalen Ausbrüche, indem sie vieles von dem, was er sagt, mit Pieptönen zensiert. Mr. Torgue liebt Action so sehr, dass er sein eigenes Turnier für Kammer-Jäger ins Leben gerufen hat – und zwar an einem Ort namens Badass-Krater der Badassigkeit.
Marcus Kincaid

Ohne Marcus und seine unerschöpflichen Waffenvorräte würde auf Pandora kein Kammer-Jäger lange überleben. Nachdem er anfangs noch mit Atlas und Dahl zusammengearbeitet hatte, verkauft er Waffen inzwischen auf eigene Faust (ohne offizielle Zulassung, versteht sich). Seine Verkaufsautomaten findet man überall auf Pandora. Seine Gier verleitet Marcus zu einer gewissen Aggressivität und er greift Konkurrenten aktiv an und zerstört ihre Vorratslager. Alle kennen das Motto des gewieften Waffenhändlers: „Vom Umtausch ausgeschlossen!“
Auf den ersten Blick wirkt er eher unsympathisch, aber Marcus kümmert sich um seine Verbündeten und kann gelegentlich auch großzügig sein. Als Roland stirbt, ist er sogar erschüttert. Er war einmal mit Moxxi verheiratet und hat es auch mal bei Tannis versucht, aber die Liebe ist nicht Teil seiner Erfolgsgeschichte. Stattdessen erzählt er Geschichten über die Kammer-Jäger und ist sogar nett genug, um alle mit seinem Bus einzusammeln.
T. K. Baha

Sind wir nicht alle Fans einer guten literarischen Anspielung? Der Nachname von T. K. Baha lautet rückwärts gelesen „Ahab“ ... und der Kerl ist besessen davon, einen großen weißen Skag zu töten, der ihm ein Bein abgebissen, ihm das Augenlicht genommen und seine Frau getötet hat. Man muss den guten alten Teddy einfach mögen, denn obwohl dieser Bewohner von Fyrestone am liebsten allein lebt, hat er sich trotz seiner schweren Vergangenheit einen wunderbaren Sinn für Humor bewahrt.
Bevor alles den Bach runterging, entwickelte Baha Waffen für den Hyperion-Konzern. Doch dann beschloss man bei Hyperion, sich Bahas Entwürfe unter den Nagel zu reißen, und hetzte ihm und seiner Frau Auftragsmörder auf den Hals, was das Paar zur Flucht nach Pandora trieb. Es fühlt sich gut an, Leuten zu helfen, die so cool sind wie T. K. – ganz besonders dann, wenn wir ihm dabei helfen, Rache zu nehmen und seine Beinprothese zurückzukriegen. Leider finden wir später seine Leiche: Psychos haben ihn getötet und an seiner Prothese aufgehängt. Zum Glück ist das aber nicht das letzte Mal, dass wir Teddy sehen. Baha kehrt als Zombie und in Claptraps Unterbewusstsein zurück. Er ist einfach zu toll, um tot zu bleiben.
Captain Scarlett

Schließlich müssen wir gegen Captain Scarlett kämpfen. Aber fairerweise muss man auch zugeben, dass sie uns die ganze Zeit vor ihrem unvermeidlichen Verrat gewarnt hat. Und es ist schwer, nicht nachsichtig mit ihr zu sein. Immerhin war ihre Kindheit unter Weltraumpiraten alles andere als einfach, bevor ihr eigener Vater sie aus einem Luftschiff warf. Dabei verlor sie ein Auge, wofür sie ihn später abmurkste, ansonsten scheint dieses Raubein zum Glück aber nicht nachtragend zu sein. Scarlett ist auf jeden Fall charmant und äußerst gesprächig. Eins ihrer Verbrechen besteht darin, „übermäßig fröhlich“ zu sein.
Ihr Leben als Halsabschneiderin hat dazu geführt, dass ihr genauso wenig zu trauen ist, wie sie selbst anderen traut: Scarlett verrät jeden, sogar ihre engsten Verbündeten. Dabei haben sich ihre Entscheidungen bei ihrer Suche nach einem ganz bestimmten verlorenen Schatz bereits als überaus hinderlich erwiesen. Ihre Offenheit ist dieser Schatzsucherin oft abträglich, aber ihr schwaches Gedächtnis verleitet sie auch dazu, unabsichtlich falsche Informationen weiterzugeben. Zum Glück ist sie geübt darin, die Dinge so zu nehmen, wie sie kommen – sogar dann, wenn sie von einem monströsen Leviathan verschluckt wird. Scarlett kämpft wie ein Boss, während sie auf einem Rakk-Hive namens Roscoe durch die Eingeweide des Monsters reitet, und weiß genau, wann sie die Reißleine ziehen und sich mithilfe eines persönlichen Teleporters absetzen muss. Sie überlebt, und ein neuer schurkischer Tag erwartet sie.
Mad Moxxi

Wir alle lieben eine gute Wirtin, eine geschickte Barkeeperin, die nicht nur ein offenes Ohr hat, sondern auch ordentlich austeilen kann, wenn Plünderer angreifen. Mad Moxxi kann das alles und noch viel mehr. Diese einstige Kämpferin verließ sie mit ihren Kindern den Hodunk-Clan, nachdem ihre Tochter Ellie dort bedroht worden war. Jetzt ist Moxxi eine Geschäftsfrau, die versucht, anderen zu helfen (darunter auch den Kammer-Jägern) und vielleicht ihr nächstes Herzblatt zu finden. Sie war schon mehrmals verheiratet und hat mit mächtigen Charakteren angebandelt, darunter Mordecai und sogar Handsome Jack. Moxxi hat regelmäßig neue Liebschaften sowohl mit Männern als auch mit Frauen, wobei sie auf ein Mindestniveau besteht (Kannibalismus ist offenbar ein No-Go), und ihre Kinder sind ihr wichtiger als alles andere.
Die gute Moxxi ist charmant, verführerisch schön und in gewissem Maße sogar fürsorglich. Sie beschützt jene, die ihr nahestehen, hat jedoch auch eine sadistische Seite und kann ganz andere Saiten aufziehen, wenn es die Situation erfordert. Dieser Teil ihrer Persönlichkeit kommt zum Vorschein, als wir entdecken, dass ihr Akzent nicht echt ist, was vermuten lässt, dass ihre Eigenheiten und vielleicht sogar die Anspielungen (wie etwa Moxxis Spruch, dass ihre Lieblingswaffe vibriert) ebenfalls gespielt sind. Ihr Charakter ist ein Mix aus Mad Max und Alice im Wunderland und ihr sorgfältig zusammengestelltes Outfit hat bereits Kultcharakter. Sie gehört zu den besten Leuten auf Pandora und es lohnt sich definitiv, sie kennenzulernen.
Scooter

Ein weiterer Erfinder, der daran arbeitet, das Ödland besser zu machen, ist Scooter. Er ist der Mann, der uns die „Catch-A-Ride“-Stationen gegeben hat, an denen wir uns coole Karren schnappen können, um uns nicht zu Fuß über die Karte zu schleppen. Er ist nicht nur ein erfahrener Automechaniker, sondern auch der Ingenieur von Sanctuary (und einer ihrer Retter). Jemand, der eine schwebende Stadt am Laufen halten kann, ist definitiv cool. Verzichtet aber lieber darauf, seine Gedichte zu lesen. Das endet nämlich nie gut.
Scooter ist Moxxis Sohn und genauso gewaltbereit wie sie. Das sehen wir, als er Lucky Zaford dafür bestraft, was dieser seiner Mutter angetan hat. Er liebt seine Familie, vielleicht ein bisschen zu sehr, wenn man bedenkt, dass er schon in mehrere Frauen verknallt war, mit denen er verwandt ist. Abgesehen davon ist Scooter ziemlich in Ordnung. Er mag es, zu arbeiten oder einfach nur mal dazusitzen und Pornoheftchen zu lesen. Leider mussten wir uns von diesem großartigen Freund verabschieden, aber er ging dahin wie ein echter Badass-Heldentod, als er auf einer Rakete durch die Atmosphäre zurückjagte und dabei seinen Kultspruch „Catch-a-riiiiiiiiiiiide!“ rief.
Patricia Tannis

Es ist nützlich, eine Bekannte zu haben, die Kammer-Expertin ist, eridianische Artefakte erforscht und diese Alien-Technologie versteht, und die kein Problem damit hat, sich die Finger schmutzig zu machen. Das ist Patricia Tannis. Ja, sie ist etwas seltsam, zeigt eher wenig Mitgefühl und hat ein paar sonderbare Sprachmuster, aber sie ist auch die beste Wissenschaftlerin, die Pandora zu bieten hat. Tannis fällt es einfach schwer, soziale Kontakte zu pflegen – so schwer, dass ihr eine Ader platzt, wenn sie andere Leute persönlich zur Kenntnis nehmen muss. Sie übertreibt es mit ihrer Introvertiertheit zwar etwas, aber ihre Hyperfixierung führt zu Forschungsergebnissen, die für die Kammer-Jäger unschätzbar wertvoll sind.
Tannis' langsames Abrutschen in den Wahnsinn ist Stoff für Legenden, und wir erleben es vor allem durch Audio-Tagebuchaufzeichnungen des ECHO-Geräts, in das sie sich verliebt hat (die beiden sind inzwischen wieder getrennt). Die Wissenschaftlerin wurde vom Dahl-Konzern damit beauftragt, die Kammern zu finden, durchlebte jedoch eine Reihe von Zusammenbrüchen, nachdem ihr Team abgeschlachtet wurde und die Arme ganz allein klarkommen musste. Sie ist eine mächtige Verbündete, aber gleichzeitig eben auch sehr schräg.
Wenn am 12. September 2025 endlich Borderlands 4 erscheint, können wir eine neue Schar von Freunden und Feinden kennenlernen. Wir können es kaum erwarten!