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Die Beta von Skull and Bones zeigt, wie viel Mut das Piratenleben erfordert

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Julian Benson
19. Dez. 2023
Während mein Schiff eine weitere Sturmwelle durchreitet, bete ich, dass keiner meiner Leute seekrank wird. Und falls doch, hoffe ich, dass mir die Third-Person-Perspektive von Skull and Bones den Anblick erspart, wie sie ihre Mägen auf dem Deck entleeren. Die riesigen Wellen heben mein Schiff in die Höhe und lassen es in die Tiefe krachen, und bei jedem Aufschlag auf das Wasser ächzt und stöhnt der Rumpf.

Irgendwo vor mir ist ein kleines Handelsschiff der „Compagnie“ unterwegs, doch die Dunkelheit und der Wellengang machen es fast unmöglich, es überhaupt zu erkennen, geschweige denn mit unseren langen Kanonen sein Heck anzuvisieren. Auf der nächsten Woge erblicke ich vor mir die Slup, die mit ihrer schweren Ladung tief im Wasser liegt. Mit einer Taste meines Gamepads treibe ich die Besatzung an und verheize Ausdauer, um den Abstand zu verkürzen und in Schussweite zu gelangen.

Der erste Schuss geht daneben, die Kanonenkugel versinkt in den tiefen Wellen, ohne den geringsten Schaden zu verursachen. Allerdings ist das Handelsschiff nun alarmiert und feuert eine Notrakete in den Nachthimmel, um Hilfe zu rufen. Es dauert eine Ewigkeit, die langen Waffen nachzuladen, aber mit meinem nächsten Schuss treffe ich die rot markierte schwache Stelle des Schiffs. Damit ist die Hälfte der Trefferpunkte des Gegners vernichtet. Wenn ich es schaffe, das Schiff zu erreichen, bevor die zur Hilfe gerufenen Verbündeten auftauchen, kann ich es entern und mich seiner wertvollen Fracht bemächtigen. Das sind die Momente, in denen das Open-World-Piratenspiel Skull and Bones von Ubisoft richtig lebendig wird.

Das Multiplayer-Spiel Skull and Bones entstand aus den Schiffsgefechten von Assassin's Creed 4: Black Flag und jeder Spieler darf sein eigenes Piratenschiff befehligen. Ihr erledigt Aufträge für die Herrscher der Piratenverstecke und die Bewohner der vielen Inseln und verdient auf diese Weise Ruhm, steigt in den Rängen der Freibeuter auf und schaltet neue Ausrüstung und Schiffe frei, mit denen ihr die sieben Weltmeere erobern könnt.

Raue Seefahrt

Schauplatz sind die gefährlichen Gewässer des Indischen Ozeans des 17. Jahrhunderts, einer Zeit, in der sich die Kriegsflotten untereinander und mit den allgegenwärtigen Piraten befehdeten. In Skull and Bones beginnt ihr eure Reise an die Spitze der Piraten-Hackordnung ganz unten.

Nachdem sich euer Kapitän auf einen aussichtslosen Kampf mit der englischen Flotte eingelassen hat, werdet ihr mit einem beschädigten Schiff am Strand einer einsamen Insel angespült und müsst hoffen, irgendwie einen sicheren Hafen zu erreichen. Das Schiff ist eigentlich kaum mehr als ein Fischerboot. Anstelle von Kanonen müsst ihr euch mit Harpunen begnügen, die ihr werft, während ihr am Ruder steht. Immerhin ist es seetüchtig und dort, wo ihr erwacht seid, könnt ihr zumindest zwischen den Inseln des Atolls hin- und herfahren. Ihr könnt euch also mit den Ressourcen eindecken, die ihr braucht, um das Boot zu reparieren und eine Karte zu finden, die euch in eure Piratenheimat Sainte-Anne führt.
Die Beta von Skull and Bones zeigt, wie viel Mut das Piratenleben erfordert – Kampf
Aller Anfang ist bescheiden, aber an Deck eurer kleinen Dhau werdet ihr in Skull and Bones die Grundlagen des Segelns und Kämpfens lernen. Eigentlich seid ihr nur der Kapitän eures Schiffs, aber auf dem Meer steuert ihr es, als wäre es euer eigener Körper. Mit dem linken Stick bestimmt ihr die Fahrtrichtung, mit dem rechten bewegt ihr die Kamera. Wenn ihr den linken Trigger gedrückt haltet, zielt ihr mit euren Waffen, und wenn ihr den rechten drückt, feuert ihr sie ab.

Sobald ihr Zugang zu größeren Schiffen mit Waffen an mehreren Positionen erhaltet, wechselt ihr automatisch zwischen ihnen, wenn ihr die Kamera schwenkt. Wenn ihr nach rechts blickt, feuern eure Steuerbordwaffen und beim Blick nach links eure Backbordwaffen. Das Gleiche gilt für die nach vorn gerichteten Bugwaffen und die nach hinten gerichteten Waffen des Achterschiffs.

Sobald ihr diese Grundlagen beherrscht, wird es Zeit für größere Meere.

Meine Heimat ist die See

Auch wenn die französische und die englische Flotte im Indischen Ozean patrouillieren, ist die Region so groß, dass man ganze Städte darin verstecken könnte. Wie zum Beispiel Sainte-Anne, ein Ort, an dem es von Seeräubern wimmelt. Dies wird in Skull and Bones euer erstes Zuhause sein und sobald ihr mit eurem Fischerboot dort anlegt, könnt ihr durch ihre Straßen schlendern und euch am Anblick des lärmenden schurkischen Getümmels weiden.

Das Städtchen Sainte-Anne, in dem der Piratenfürst John Scurlock herrscht, ist das Zentrum aller Piratenaktivitäten in der Region der Roten Insel. In Sainte-Anne werdet ihr – wie auch in anderen der vielen verstreuten Orte in der Welt von Skull and Bones – viele Handwerksleute finden, die ihre Dienste feilbieten, um euch beim Aufstieg auf der Strickleiter eurer Piratenkarriere zur Seite zu stehen. Der Zimmermann kann euch Werkzeuge liefern, mit denen ihr unterwegs Ressourcen wie Eisenerz und Akazienholz sammeln könnt. Wenn ihr genug Ressourcen und Gold gesammelt habt, könnt ihr ein neues Schiff in Auftrag geben oder beim Schmied neue Waffen bestellen.

Zunächst braucht ihr jedoch einen Bauplan. Erst mit diesem können der Schmied, der Schiffsbauer und der Zimmermann ihre Arbeit beginnen. Manche dieser Entwürfe könnt ihr direkt bei den Handwerkern erstehen, für andere müsst ihr in den verschiedenen Häfen des Spiels mit Händlern ins Gespräch kommen. Am einfachsten (wenn auch nicht immer ganz gefahrlos) erhaltet ihr Baupläne als Entlohnung für Aufträge.

Diese wiederum findet ihr auf Anschlagtafeln oder indem ihr mit Leuten in den Städten sprecht. Am besten verdient ihr aber, wenn ihr mit dem Piratenfürsten höchstpersönlich ins Geschäft kommt. Scurlock versucht, Sainte-Anne zu einer Piratenstadt zu machen, die es mit der Karibikinsel Tortuga aufnehmen kann, und wenn ihr für ihn Aufträge erfüllt, erhaltet ihr Geld, Ausrüstung, Baupläne und Ruhm. Für die besseren Baupläne müsst ihr allerdings auch über einen gewissen Ruf in der Piratenwelt verfügen, das heißt, ihr müsst genug Ruhm verdient haben, um sie benutzen zu können.
Die Beta von Skull and Bones zeigt, wie viel Mut das Piratenleben erfordert – Schiff
Unter anderen könnt ihr in Skull and Bones Aufträge übernehmen, bei denen ihr Materialien zwischen verschiedenen Städten auf der Karte transportiert, Handelsschiffe überfallt, um ihre Ressourcen zu plündern, oder sogar den Ozean überquert, um euch in riskanten Abenteuern Kopfgelder zu verdienen.

Hau-hau-Haubitze

Wenn es endlich zum Gefecht kommt, zeigt sich, was euer Schiff und eure Ausrüstung leisten können. Jedes Schiff hat bestimmte Stellen, die für Waffen und Ausrüstung vorgesehen sind, wobei diese für die verschiedenen Schussrichtungen unterschiedlich sein können.

Je nach eurer Kampfstrategie kann eure Bewaffnung dabei sehr unterschiedlich aussehen. So könnt ihr beispielsweise mit einer Brigantine schnell zum Feind aufholen und ihn rammen, um ihm möglichst großen Schaden zuzufügen. Daher werdet ihr euch die meiste Zeit dicht an eurem Ziel befinden und konsequenterweise eure seitlichen Kanonenluken mit kleinen Kanonen bestücken, der Version des 17. Jahrhunderts einer abgesägten Schrotflinte. Diese Nahkampfkanonen sind höchst effektiv, auf größere Entfernung mangelt es ihnen aber an Präzision. Zusätzlich könntet ihr am Bug Langwaffen verwenden, um eure Ziele schon unter Beschuss zu nehmen, bevor ihr sie eingeholt habt.

Auf längere Sicht lohnt es sich, die Unterschiede zwischen den einzelnen Schiffstypen in Skull and Bones zu kennen. Manche haben größere Laderäume, die den Transport von Waren begünstigen, andere sind besser gepanzert und haben feindlichem Kanonenfeuer mehr entgegenzusetzen, und wieder andere sind schneller und wendiger. Die Größe eines Schiffes bestimmt auch, wie viele Kanonen die einzelnen Bewaffnungspunkte aufnehmen können. Die kleine Bedar hat an ihren Breitseiten nur Platz für jeweils vier Kanonen, während die größere Brigantine elf Geschütze unterbringen kann.

Je größer euer Ruhm ist, desto größer ist auch die Auswahl der Waffen, die euch zur Verfügung stehen. So findet ihr nach und nach Ballisten, die Segel zerfetzen können, auf Gestellen montierte Raketenwerfer, Kanonen mit extremer Reichweite und sogar Torpedos. Was ihr auf eure Fahrt mitnehmen könnt, hängt von der Größe eures Schiffs ab, und nur die größten Schiffe können auch die stärksten Waffen tragen. Wenn das kein Grund ist, das Ruder zu übernehmen und euer Schiff durch die tosenden Wogen zu steuern, um zu einer Legende zu werden!

Die jüngste Beta von Skull and Bones bot mit nur einer Region und wenigen verschiedenen Schiffstypen einen kleinen Einblick in das weitaus größere Spiel. Ihr müsst auf die Veröffentlichung der Vollversion warten, um die ganze offene Welt dieses Piratenabenteuers zu erkunden.

Skull and Bones ist ab dem 16. Februar 2024 im Epic Games Store verfügbar.