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Tricks und Schurken in Batman: Arkham Asylum von Rocksteady

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Juno Stump
3. Aug. 2023

Batman gibt es jetzt schon seit fast einhundert Jahren und der Dunkle Ritter steht in der gesamten Popkultur gerne im Rampenlicht. Seine ersten Auftritte hatte er in Comics, aber inzwischen ist er aus Filmen, Fernsehserien, Kinderzimmern und Dutzenden von Videospielen nicht mehr wegzudenken. 

Einige dieser Spiele hatten nur bescheidenen kommerziellen Erfolg und konnten auch die Kritik nicht sonderlich begeistern. Kein Spiel hat es auch nur annähernd geschafft, Batmans ikonischen Umhang angemessen in ein Videospiel zu übertragen, bis es 2009 der Entwickler Rocksteady versuchte. Die Spiele vor Batman: Arkham Asylum konzentrierten sich meist auf ein Merkmal der Batman-Figur, aber es blieb nie mehr als ein flüchtiger Eindruck.
Tricks und Schurken in Batman: Arkham Asylum von Rocksteady – Dach
Batman: Arkham Asylum hat alles, um die atmosphärische Mischung von Bruce Waynes heruntergekommener, zerfallender und dem Untergang geweihter Welt originalgetreu wiederzugeben. Es enthält auch die ungewöhnlichen, aber sehr realen Feinde, die Batman umringen, also die perfekten Zutaten für ein überzeugendes und spannendes Batman-Abenteuer. 

Die Reise des maskierten Ritters durch Arkham Island – und seine Erforschung der Geheimnisse der Irrenanstalt – ist mehr als nur ein weiteres Spiel mit Batman als Aushängeschild. Dem Entwickler Rocksteady ist das gelungen, was andere nicht geschafft haben: Er wählte sorgfältig die richtigen Züge von Batman aus dessen langer Geschichte, übertrug sie auf das Gameplay und schuf gleichzeitig eine überzeugende Welt. Wenn man Arkham Asylum spielt, hat man manchmal das Gefühl, in einer Welt zu leben, die der Fantasie des Jokers entsprungen ist. Die Gadgets, Aktionen und all die kleinen Raffinessen haben Batman: Arkham Asylum für die Spieler im Jahr 2009 zum Leben erweckt.

Schleichen, Klettern und von Wasserspeiern heruntergleiten sind nur einige der Schleichmanöver, die in Arkham Asylum so richtig zur Geltung kommen. Schon in anderen Batman-Titeln wurden Stealth-Mechanismen implementiert, aber Rocksteady hat es geschafft, dieses Erlebnis auch wirklich überzeugend zu gestalten.

Batmans brachiale Kraft und Macht gehören auch in diesem Spiel dazu – besonders in der Nahkampfmechanik – aber wenn er getroffen wird, kann er auch sterben. Seine menschlichen Schwächen sind präsent. Wenn die Bösen immer wieder mit Bleirohren auf ihn einschlagen, verschwimmt seine Sicht und er geht zu Boden. Rocksteady motiviert die Spieler, die Stealth-Elemente des Spiels zu benutzen, aber das macht Batman menschlich. Dabei kommt aber auch der Detektiv in ihm zum Vorschein. Das Stealth-Gameplay umfasst grundsätzliche Konzepte wie Deckung und Überraschungsangriffe, aber es gibt auch einen wichtigen Third-Person-Sichtfilter, den „Detektiv-Modus“, der die Schwächen und Geheimnisse des Gegners markiert. All diese prächtigen Spielzeuge zeichnen ein detailliertes Bild von Batman – grobe Pinselstriche wird man hier nicht finden. 

Im Gegensatz zur Magie und den Superkräften seiner umhangbewehrten Mitstreiter wie Superman verfügt Batman über eine ganze Reihe von Gadgets, mit denen sich die Spieler durch Arkham Asylum kämpfen. Diese Werkzeuge zeigen, wie sorgfältig Rocksteady den dunklen Ritter aus den Comics nachgebildet hat – besser als jedes frühere Spiel.

Mit Gegenständen wie dem Explosivgel könnt ihr Feinde und die Umgebung gezielt in die Luft jagen. Aber Batman kann weitaus mehr, als nur Schaden verursachen. Das Sequenzier-Gerät ist ein Hightech-Gadget mit Funkfrequenzen und Drehknöpfen, mit dem Batman elektronische Geräte überlasten und sprengen kann, die seinen Weg blockieren, zum Beispiel Kraftfelder, Bomben und Türen. Mit Batmans Arsenal an WayneTech-Gadgets könnt ihr euch voll und ganz in die Rolle von Bruce Wayne versetzen, was die Immersion und die Spielmöglichkeiten deutlich verbessert.
Tricks und Schurken in Batman: Arkham Asylum von Rocksteady – Lüftung
Erkundung ist ein natürlicher Aspekt von Videospielen, aber für Batman gilt das ganz besonders. Er ist schließlich mehr als ein Superheld – er ist auch ein Detektiv. Gerüchen und Handabdrücken zu folgen, während man verschiedene Hindernisse überwindet, bereichert das Gameplay, aber außerdem fühlt ihr euch selbst dabei, als würdet ihr eine Szene direkt aus einem Comic oder der Batman-Zeichentrickserie spielen.

Neben der Batclaw nutzt ihr auch den Seilwerfer, um die Insel und die Irrenanstalt zu durchqueren, und so mancher Ort ist ohne seine Hilfe überhaupt nicht zu erreichen. Es ist aufregend, diese ausgefallene Hightech-Gadgets nicht nur als Mittel zur Gewalt zu benutzen, besonders wenn sie euch Zugang zu einer dunklen Höhle, einem Abgrund oder einem Zimmer verschaffen. Mit Gadgets wie dem Batarang und dem ferngesteuerten Batarang könnt ihr Feinde ausschalten oder einen nicht erreichbaren Schalter umlegen, der vielleicht eine Tür öffnet oder einen anderen Weg freigibt.

Batman ist in diesem Spiel mehr als nur ein Verbrechensbekämpfer. Er ist ein Entdecker, ein Detektiv und ein Superheld und Arkham Asylum spiegelt das mit seinen verschiedenen Fähigkeiten, Schwächen und Kräften angemessen wider. Hier hilft auch die meist nicht-lineare Struktur der Irrenanstalt, denn der detektivische Ansatz und die Struktur integrieren sich nahtlos in die einzelnen Spielabschnitte und dadurch erhalten sie ein individuelles und einzigartiges Gefühl. 

Batman ist nie zu stark – tatsächlich ist er oft ziemlich verletzlich. Selbst einfache Schläger können in normalen Kämpfen eine Bedrohung darstellen. Elektroknüppel und Messer zwingen euch dazu, verschiedene Strategien in Erwägung zu ziehen, und so werdet ihr auch zu Experimenten angeregt, um zu sehen, was funktioniert. Das Spiel fordert euch auf, eure Gegner zu überspringen, ihnen mit Rollen auszuweichen und Batmans Umhang einzusetzen, um sie zu betäuben, damit ihr es bis zum Joker schafft.

Es wäre kein Batman-Spiel, wenn der größte Detektiv der Welt nicht auch in einem kranken Psychospiel mit dem Joker gefangen wäre, auch das hat Rocksteady mit Batman: Arkham Asylum erreicht. Es ist weder euer noch Batmans Spiel, nicht einmal das Spiel des Entwicklers – es ist das Spiel des Jokers. 

Der Joker ist nicht einfach nur mit Batman in der Irrenanstalt gefangen. Er ist aus seiner Zelle ausgebrochen und hat mit den anderen Häftlingen einen Plan geschmiedet, und zu seinen Verbündeten gehören legendäre Bösewichte wie Harley Quinn, Victor Zsasz, Killer Croc, Bane, Poison Ivy und Scarecrow. Diese Besetzung fungiert in der Geschichte des Spiels als Bindegewebe für den großen Plan des Jokers und bietet euch gleichzeitig eine abwechslungsreiche und detaillierte Welt für eure Erkundungen. Arkham Asylum ist intensiv und detailliert und nichts ist fehl am Platz. Dieses Gefühl des Zusammenhalts beruht darauf, dass die Charaktere direkt im Mittelpunkt der Handlung stehen und dass der Joker von Anfang an die Fäden zieht.

Der Joker spielt im Spiel eine Art Zeremonienmeister – er erscheint auf Bildschirmen und seine Stimme erklingt über die Sprechanlage. Und dann ist er natürlich auch noch der Endboss des Spiels. Die Mannschaft des Jokers befolgt seine Pläne und liefert gleichzeitig Bosskämpfe, was alles realer und sinnvoller macht. Man hat nie das Gefühl, dass man ziellos gegen Feinde auf die Tasten haut. 
Tricks und Schurken in Batman: Arkham Asylum von Rocksteady – Joker
Jede Begegnung mit den wichtigen, berüchtigten Bossgegnern ist episch, aber auch wichtig und notwendig. Kämpfe gegen Superschurken wie Bane, Poison Ivy und Scarecrow hätten leicht zu einem Lückenbüßer werden können, bei denen man nur wild auf die Tasten drückt, um sich zwischen den einzelnen Handlungssträngen abzulenken. Stattdessen passt jeder Kampf gegen einen der Schurken genau zum jeweiligen Spielmoment und ist so konzipiert, dass er zum Feind passt. Bane besitzt dank seiner klassischen chemischen Titan-Infusion übermenschliche Stärke – er stürmt auf euch zu und zwingt euch, ihm auszuweichen, ihn zu betäuben und hinterher zu springen. Dies ist ein perfekter früher Bosskampf, der in das Batman-Universum passt. 

Bei Scarecrow geht es in eine ganz andere Richtung und ihr erlebt mehrere Auseinandersetzungen mit dem finsteren Professor. In diesen Sequenzen versetzt euch das giftige Gas des Bosses in ein Reich der Halluzinationen. Bei diesen Begegnungen müsst ihr praktisch nicht kämpfen. Ihr erlebt stattdessen eine Reihe von Herausforderungen, bei denen ihr vermeiden müsst, von dem riesigen Scarecrow gesehen zu werden, der euch mit seinem tödlichen Griff erwischen will. Hier müsst ihr den Gegner nicht physisch angreifen, sondern das Ende einer linearen Sequenz erreichen und einen Scheinwerfer auf sein Gesicht richten, um den Level zu beenden.

Diese unterschiedlichen Kämpfe sind nur zwei Beispiele, an denen erkennbar wird, wie Rocksteady aus der Geschichte und den Charakteren des Batman-Universums schöpft, um das Gameplay, die Geschichte und die Atmosphäre zu unterstreichen. 

Im Mittelpunkt des Designs der Gegner von Arkham Asylum steht ein KI-System, das von den niedersten Schlägern bis hinauf zum Joker gilt. Zu hören, wie die Feinde verängstigt auf Batman reagieren, ist aufregend und immersiv, vor allem, wenn sie in einer Stealth-Sequenz nicht wissen, wo sich der maskierte Ritter versteckt. Wenn die Schläger versuchen, Batmans aktuellen Aufenthaltsort herauszufinden, während man sie mit gezielten Explosionen, geräuschlosen K.-o.-Schlägen und Gleittritten von Wasserspeiern ausschaltet, steigert das die Atmosphäre und Spannung ins Unermessliche. Die Ereignisse im Spiel fühlen sich nie vorprogrammiert an, sondern bietet euch einzigartige Erlebnisse. Es ist großartig, wie jedes Detail in Arkham Asylum das Gameplay und die Handlung bereichert – und darum könnte man Arkham Asylum das erste wirkliche Batman-Spiel nennen. 

Batman: Arkham Asylum wurde schon 2009 veröffentlicht, aber es ist immer noch ein unvergessliches Erlebnis für die Fans von Batman, Superhelden und alle, die gute Adaptionen von bereits vorhandenen Quellen zu schätzen wissen. Und um noch eins draufzusetzen, haben an dem Spiel auch Autoren und Künstler der DC-Comics von Batman mitgewirkt. Die von Rocksteady entwickelten Fortsetzungen – Batman: Arkham City und Batman: Arkham Knight – haben die grundsolide Arbeit des Studios fortgesetzt, indem sie die Konzepte und Ideen weiter ausgearbeitet haben, die in Arkham Asylum eingeführt wurden. Dies macht Arkham zu einer der besten Superhelden-Videospielreihen auf dem Markt.