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In Time Commando reist ihr in die Vergangenheit und schlagt auf alles ein

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Matt Paprocki
14. Dez. 2023
Eben schlug ich einer Höhlenbewohnerin in die Fresse und jetzt ist sie nicht sonderlich gut auf mich zu sprechen. Außerdem ließ ich ihren Ehemann (angenommen, dass die Höhlenmenschen der Frühzeit geheiratet haben) verschwinden, nachdem er sich in eine Ansammlung von schwebenden Dreiecken verwandelt hatte. Zuvor schlug ich noch ihrem zahmen Säbelzahntiger ins Gesicht – und das hatte den gleichen Effekt. Sie sind alle tot. Das glaube ich zumindest. Wenn man der Story von Time Commando glauben kann, repräsentieren sie irgendwie einen Computervirus.

Stellt euch Folgendes vor: In Time Commando steuert ihr Stanley Opar. Mit einem knallgelben Anzug bekleidet tritt er in eine Zeitschleife ein, die von einem Computervirus geschaffen wurde, um die Welt zu retten. Laut der Logik dieses Videospiels muss man dabei auf Höhlenmenschen einprügeln und eintreten. Und auf Samurai. Ein auf einige Ritter aus dem Mittelalter. Oh, und dann noch auf ein paar Cowboys, Menschen aus der Moderne und schließlich auf den bösartigen Virus höchstpersönlich.

Es gibt kaum größere Freuden als Time Commando. Im Gegensatz zu anderen Spielen mit Zeitreise-Thematik wie Timecop, Time Trax und Timeslip (die Zeit war in den 90er Jahren voll angesagt), könnt ihr hier japanische Warlords mit ungelenken Kung-Fu-Bewegungen ausknocken. Stanley Opar ist der ultimative Mann der Tat.

Während des gesamten Spiels lauft ihr durch vorgerenderte Videohintergründe, die abgespielt werden und unserem verzweifelten Helden folgen. Opar selbst ist ein gnadenloser Killer, der von der technischen Propaganda unter dem Firmenbanner von SAVE (Special Action for Virus Elimination) aufgeputscht wurde. Wenn ich mir so ansehe, wie sich diese historischen Persönlichkeiten nach meinen Angriffen in Luft auflösen, frage ich mich unwillkürlich, was sie wohl gedacht haben, als sie Stanley zu Gesicht bekamen. Sie tragen Pelze, Rüstungen, Samurai-Rüstungen und breitrandige Outlaw-Hüte. Auf der anderen Seite steht da mein Stanley, ganz in Gelb gekleidet (oder, genauer gesagt, in ein Gelb aus der Zukunft).
In Time Commando reist ihr in die Vergangenheit und schlagt auf alles ein – Tiger
Bei Time Commando gibt es keine Verhandlungstaktiken. Opar marschiert voran, trifft auf einen vermeintlichen Feind und schlägt auf ihn ein. Die letzten Gedanken seiner Opfer: vermutlich eine Art von Verwirrung. Das alles wirft die Frage auf, was passiert, wenn Opar im frühen Japan stirbt. Time Commando bietet keine Antwort.

Irgendwann bekommt Stanley eine Waffe. Das macht alles einfacher – und für jene, die seinen Zorn zu spüren bekommen, wird es sicherlich noch ein wenig verwirrender. Davor schwingt er eine Keule und ein Schwert. Und Stanley weiß, wie man all diese Waffen einsetzt – er ist ein gnadenloser Killer, selbst wenn ihn Time Commando anfangs als hochrangigen Computerfreak porträtiert. Wie Gordon Freeman aus Half-Life muss man annehmen, dass er seine freien Tage damit verbringt, sich auf den unvermeidlichen Kampf auf Leben und Tod vorzubereiten. Er ist Rambo, nur mit Zeitreisen.

Time Commando folgt der Logik eines Samstagmorgen-Cartoons, auch wenn die Gewalt hier „realer“ ist als bei den albernen, handgezeichneten Zeichentrick-Charakteren. In den 1990ern wirkten die Zukunftsängste vor Computern, die die Welt vernichten würden, so vernünftig und cool.

Wenn mich damals jemand gebeten hätte, eine Reise in die Vergangenheit zu unternehmen, um einem prähistorischen Tiger ein Veilchen zu verpassen, hätte es nur eine logische Antwort gegeben: „Natürlich!“ Das ist die perfekte Prämisse für ein Videospiel. Das gilt gleich doppelt, wenn ich mir ein Namensschildchen anstecken darf, das mich als DAS Time Commando ausweist, und gleich dreifach, wenn ich dabei den Namen Stanley tragen darf.

Time Commando ist im Epic Games Store verfügbar.