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Wie die besten Trackmania-Spieler Deep Dip 2, die schwierigste Strecke aller Zeiten, geschafft haben

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Steven T. Wright
17. Juli 2024

Trackmania ist eine Reihe, die bewusst einfach gehalten ist und das Community-Erlebnis in den Mittelpunkt stellt. Ein abgespecktes Rennspiel mit einfacher Steuerung, bei dem ihr versucht, die Bestzeiten eurer Freunde zu unterbieten. Aber während Trackmania für jeden leicht zugänglich ist, hat das Spiel auch eine Wettkampfszene, die es ernst meint. Hier kämpfen Kontrahenten sich stundenlang an denselben Strecken ab, um ein paar Zehntel (oder sogar Hundertstel) herauszuholen und einen der begehrten Podiumsplätze zu ergattern.

Vor Kurzem fand ein Community-Event statt, das noch einmal härter war. Deep Dip 2 ist eine von Fans entwickelte Karte, die selbst einer der besten Spieler des Titels erst nach über einem Monat schaffte. Als der Weltmeister von 2023 (und Gewinner von Deep Dip 1), Brendan „Bren“ Seve, sich nach 36 Tagen endlich die Krone holte und den ersten Preis in Höhe von 16.178 $ gewann, war das nicht nur ein Triumph für Bren, sondern auch ein großer Erfolg für Trackmania.

Wir haben mit Bren und einigen der teuflischen Mapper hinter Deep Dip 2 gesprochen, um herauszufinden, was genau diese Strecke so schwer macht und was sie für die Community als Ganzes bedeutet.

Um es klar zu sagen: Deep Dip 2 ist nicht für Normalsterbliche wie euch und mich gedacht. Das ist, als würde man einer olympischen Athletin wie Simone Biles dabei zusehen, wie sie anmutig eine medaillenwürdige Leistung erbringt – nur dass sie bei jedem Stolperer oder Abzug in den Abgrund stürzen würde. Selbst als erfahrener (wenn auch unfähiger) Trackmania-Spieler hatte ich Mühe, den ersten schwierigen Sprung auf Etage 0 zu schaffen, und Etage 1 hat dann endgültig jede verbleibende Hoffnung zunichte gemacht.

Laut dem Organisator SparklingW stammt das Konzept für Deep Dip von einem anderen berüchtigt schwierigen Spiel, Getting Over It with Bennett Foddy. Es klingt so einfach – man muss nur einen Turm hinaufklettern. Doch je höher man kommt, desto schwieriger wird es, und eine einzige falsche Bewegung befördert euch wieder ganz nach unten und macht die Fortschritte mehrerer Stunden zunichte.

Als SparklingW unermüdlichen Streamern beim wiederholten Scheitern in Getting Over It with Bennett Foddy zusah, kam ihm die Idee, etwas Ähnliches in Trackmania zu entwickeln. In seinen Worten ist Deep Dip 2 die „Krönung“ dieses Konzepts. Das Mapping-Team hat alle Tricks und Techniken in den Ring geworfen, um die Karte so schwer wie möglich zu machen.

„Die Build-Qualität ist besser, der Schwierigkeitsgrad ist höher, die Strafen für Fehler sind härter – aber damit sind auch das Engagement und die Interaktionen der Community gestiegen”, so SparklingW.

„Deep Dip ist einzigartig. Es gibt viele anspruchsvolle Karten in Trackmania, aber nur eine, die Leute einen ganzen Monat lang fesselt“, fährt er fort. „Im Vergleich zu den vorherigen Versionen ist Deep Dip 2 einfach der nächste Schritt. Jeder Turm soll am Ende immer noch einzigartig und anders sein, also experimentieren wir. Wir testen, was funktioniert, und nehmen das mit in die nächste Runde.“
Trackmania Deep Dip 2
Es sind vor allem zwei Aspekte, die Deep Dip so schwierig machen. Zum einen kennen die Spieler die Etagen nicht im Voraus, sodass sie Tricks erst im Verlauf des Spiels ausprobieren können – wie ein Musiker, der ein besonders schwieriges Stück vom Blatt spielt. Dabei ist entscheidend, dass die Spieler die Etagen nicht einzeln üben können. Um sich noch einmal an den schwierigen Sprüngen auf der 14. Etage zu versuchen, mussten Bren und die anderen wieder und wieder alle Hindernisse vom Boden bis zur 13. Etage überwinden, tagelang.

Bei Deep Dip 2 hat das Team die Herausforderung noch weiter gesteigert, indem es die Karte als Spirale gestaltet hat. Dadurch führt jeder Sturz mit ziemlicher Sicherheit zu einem Neustart, da die Spieler auf dem Weg nach unten selten an einem Punkt landen, von dem aus sie die Runde noch retten können. „Wir haben uns für die Spiralform entschieden, bevor wir überhaupt mit dem Mapping der Etagen begonnen haben”, erklärt SparklingW. „Wir wollten eine Herausforderung schaffen, die wirklich gnadenlos ist.“

Für das originale Deep Dip hat Bren 2022 nur knapp sechs Tage gebraucht. Die Fortsetzung verlangt den Spielern also noch mal einiges mehr ab. Manche Mitglieder der Trackmania-Community werfen dementsprechend die Frage in den Raum, ob es das Team mit Deep Dip 2 nicht zu weit getrieben hat. Aber während viele dankend auf so eine gnadenlose Herausforderung verzichten, macht sie das Rennen für entschlossene Champions wie Bren umso reizvoller.

„Ich persönlich hatte viel Spaß an der Schwierigkeit der Strecke”, sagt Bren. „Für mich macht das den Moment noch bedeutungsvoller, in dem man über die Ziellinie fährt. Der Kampf war intensiv und anstrengend, aber gerade damit hatte ich Spaß. Ich würde nicht wollen, dass Deep Dip 3 einfacher wird – aber ich hätte Verständnis dafür, wenn das der Fall wäre.“
Trackmania 2
Für das Team hinter Deep Dip 2 ist die Schwierigkeit ein Dauerthema, und intern wird noch darüber diskutiert, wie das nächste Event in dieser Hinsicht aussehen soll. SparklingW findet die Schwierigkeit von Deep Dip 2 „genau richtig“.

„Die Schwierigkeit geht wirklich an die Grenzen dessen, was man mit so einer Karte machen kann”, erklärt er. „Wäre sie noch schwieriger gewesen, hätte das vielleicht dem Event geschadet. Wir haben diese Grenze definitiv erreicht, aber ich glaube nicht, dass wir sie schon überschritten haben.“

Andere Mitglieder des Teams sehen das ähnlich. „Ich finde, dass der Turm insgesamt einen guten Schwierigkeitsgrad hat”, sagt Doondy, einer der Mapper von Deep Dip 2. „In meinen Augen war die Entscheidung falsch, dass die Mehrheit der Stürze einen kompletten Neustart des Turms bedeutet. Das ist für die Spieler einfach zu hart. Es ist zu demotivierend, 30 Minuten lang eine so schwierige Karte zu spielen, nur um dann an einem Sprung zu scheitern, weil man kaum eine Chance hat, dass einen etwas auffängt.“

Angesichts der Größe von Deep Dip 2 – einem Mapping-Projekt von 16 Personen über einen Zeitraum von 18 Monaten – scheint es fast unmöglich, die perfekte Balance zwischen Schwierigkeit und Spaß für die ganze Community zu finden. „Es gibt keine Einzelperson, die für den ganzen Turm verantwortlich ist, sondern jeder arbeitet völlig frei an seiner eigenen Etage”, erklärt Doondy.

Viel wichtiger ist, wie Deep Dip 2 quasi über Nacht die Welt von Trackmania vergrößert und Tausende von Augenpaaren auf eine relativ unbekannte Serie gelenkt hat, die mehr Anerkennung innerhalb der Gaming-Szene verdient. Ein anderer Mapper, Whiskey, berichtet, dass der CEO von Trackmania sich persönlich beim Team von Deep Dip 2 bedankt hat.

„Ich glaube, wir haben hier etwas Besonderes geschaffen, das es vorher noch nie gab”, so Whiskey. „Das wird schwer zu übertreffen sein, aber ich bin zuversichtlich, dass wir es schaffen. Wir wissen jetzt, dass wir die volle Unterstützung der Community haben.“
Trackmania
Bren erzählt, dass das Event zu einem massiven Anstieg der Zuschauerzahlen auf seiner Plattform geführt hat, weshalb er nun auch auf Englisch streamt. In den nächsten Monaten will er sich auf seine Streaming-Karriere konzentrieren, um den Rückenwind durch seinen Sieg weiter zu nutzen. Seinen Triumph bei Deep Dip 2 führt er auf seine Geduld und seine Entschlossenheit, die Strecke zu meistern, zurück und nicht zuletzt auf pure Beharrlichkeit.

„Um Deep Dip 2 zu schaffen, braucht man viele verschiedene Kompetenzen”, erklärt er. „Es reicht nicht, in einer Sache der Beste zu sein, sondern man muss in allem gut sein ...Man lässt sich schnell von jedem Fehler oder chaotischen Ereignis, das zu einem Sturz oder Neustart führt, aus dem Konzept bringen. Vor allem, wenn man unter den Ersten sein will, muss man in der Lage und bereit sein, eine enorme Menge Zeit mit diesen Hindernissen zu verbringen.“

Für den Organisator SparklingW ist Deep Dip 2 erst der Anfang. Nachdem das Mapping-Team während der Entwicklung stark gewachsen ist, sollten Rennspielfans ihm zufolge relativ bald mit etwas Neuem rechnen können – es wird aber wahrscheinlich nicht Deep Dip 3 sein, obwohl das früher oder später auch kommen wird. Er deutet an, das Team könnte zu den Wurzeln zurückkehren und eine Fortsetzung von „Bennett Foddy Ate My CPs” entwickeln, der Prototyp-Challenge-Karte, die schließlich zur Entwicklung des ursprünglichen Deep Dip geführt hat. Und natürlich werden die Mapper in der Zwischenzeit auch weiterhin an ihren eigenen Projekten arbeiten.

„Wir haben viele Pläne für die Zukunft, die es uns hoffentlich ermöglichen werden, mehr Projekte umzusetzen – aber nicht nur Turmkarten wie Deep Dip. Wir wollen die Kreativität unseres Mapper-Teams voll ausschöpfen und uns auch auf andere Projekte stürzen”, führt er aus. „Ich bin unendlich dankbar dafür, in der Position zu sein, diese Projekte zu organisieren, und das werde ich definitiv nicht aufgeben.“

Für diejenigen unter uns, die sich schon auf mittelschweren Trackmania-Strecken abmühen, wird es wohl ein Wunschtraum bleiben, Deep Dip 2 zu meistern. Zum Glück können wir Bren und seinen Kontrahenten dabei zuschauen, wie sie durch die unmögliche Architektur turnen – und das ist ein Vergnügen, das ihr euch nicht entgehen lassen solltet.

Trackmania ist im Epic Games Store erhältlich.