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Trident's Tale ist eine lebendige und farbenfrohe Alternative zu klassischen Piratenspielen

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Paul Cecchini
13. Mai 2025

Bei Piratenspielen hat jedes Studio seine eigene Vision. Assassin's Creed IV: Black Flag verfolgt einen düsteren, gereiften Open-World-Ansatz. Sea of Thieves setzt eher auf comicartigen Mehrspielerspaß. Skull and Bones ist ein Action-RPG, bei dem Seegefechte im Mittelpunkt stehen.

Trident's Tale, das kommende Spiel des in Italien ansässigen Entwicklerstudios 3DClouds, bringt mit seinem lebendigen und unbeschwerten Einzelspieler-Abenteuer frischen Wind in die Piratenspiel-Landschaft. Ihr schlüpft in die Rolle der jungen Piratin Ocean, deren Leben auf den Kopf gestellt wird, nachdem sie in ihrer Hütte ein verstecktes Stück eines uralten Artefakts, des Sturm-Dreizacks, findet. Kurz darauf geht ihr trautes Heim in Flammen auf und ihr Adoptivgroßvater wird von der bösen Kapitänin Cornelia und ihren Skelettpiraten entführt. Mit nichts als der Kleidung, die sie am Leib trägt, einem gestohlenen Schwert, einer magischen Pistole und einem Schiff stürzt sich Ocean in ein aufregendes Abenteuer auf hoher See.

Nachdem sich 3DClouds bereits mit Spielen zu kultigen Marken wie Transformers, Paw Patrol und Hot Wheels hervorgetan hat, konzentriert sich das Unternehmen dieses Jahr darauf, eine eigene Welt samt Charakteren zu erschaffen.

„3DClouds ist in den letzten Jahren enorm gewachsen, besonders auf dem italienischen Markt, der noch reichlich Potenzial bietet“, sagt Roberta Migliori, Executive Producer von Trident's Tale. „Seit 2020 sind wir von 15 auf 60 Mitarbeiter gewachsen. Damit sind wir eines der größten Studios in Italien, worauf wir mächtig stolz sind.“

Mit der Arbeit an Marken und Produkten für verschiedene Lizenzgeber wie Hasbro, Mattel und Paramount verschaffte sich das Studio den Ruf und die nötigen Mittel, um sich einem eigenen Werk wie Trident's Tale zuzuwenden. Das bedeutet einerseits kreative Freiheit, andererseits aber auch besondere Herausforderungen.

„Bei lizenzierten Spielen muss man sehr genau auf Kohärenz mit der Marke achten“, so Migliori. „Die Spielwelt ist schon komplett vorhanden, auch wenn sie von jemand anderem geschrieben wurde. Bei einem eigenen Werk dagegen muss man praktisch alles von Grund auf neu erfinden. Das ist die größte Aufgabe: Eine kohärente Marke zu schaffen, bei der man in keinem Moment auf das zurückgreifen kann, was von jemand anderem fix und fertig geliefert wird. Das ist eindeutig schwieriger.“

Durch ihre frühere Erfahrung bei der Arbeit mit Marken mit einem bunten, comicartigen Design war die Schaffung einer eigenen, ähnlichen Welt für die Entwickler vertrautes Terrain.
Trident's Tale – Screenshot 1
„Unser Studio ist sehr lebendig, cartoonartig und bunt“, sagt Linda Alderigi, Lead Game Designer von Trident's Tale, die die Charaktere des Spiels gerne mit Pixar-Figuren vergleicht. „Das können wir sehr gut.“

Auf ihrer Suche nach den restlichen Teilen des Sturm-Dreizacks versammelt Ocean nach und nach ihre eigene Piratenbesatzung, erkundet geheimnisvolle Inseln, durchquert feuchte Dungeons und muss sich an Land und in intensiven Seeschlachten gegen feindliche Piraten und Seemonster wehren. „Sie hatte immer davon geträumt, eine echte Piratin zu sein und greift die Gelegenheit beim Schopf“, erläutert Alderigi. „Die Mannschaft steht ihr während der gesamten Story natürlich hilfreich zur Seite.“

Und Oceans Mannschaft ist wirklich ein bunter Haufen. Jedes Mitglied – eine Schamanin, ein betrunkener Pirat, ein Wissenschaftler, ein Magier, ein Koch und verschiedene andere – ergänzt die Geschichte mit seiner eigenen Persönlichkeit und Hintergrundgeschichte. „Wir haben versucht, so vielfältig wie möglich zu sein,“ sagt Alderigi. „Sie sind mit auf dem Schiff und kommentieren das Abenteuer des Spielers.“

Wie bereits erwähnt, erwarten euch in Trident's Tale sowohl zu Land als auch Wasser Kämpfe gegen Piraten, Seesoldaten, Steingolems und alle möglichen anderen niederträchtigen Schurken. An Land greift Ocean gerne auf ihr bewährtes Schwert und ihre Pistole zurück. Im Laufe eurer Reise findet ihr Baupläne, mit denen ihr weitere Schwerter und Pistolen herstellen könnt, die euch im Kampf gegen die unterschiedlichen Gegner mehr oder weniger Vorteile verschaffen. Trident's Tale will die Atmosphäre eines Animationsfilms imitieren, weshalb die Entwickler darauf geachtet haben, die Spieler nicht mit allzu viel Komplexität zu belasten.
Trident's Tale – Screenshot 2
„Das war bei diesem Projekt von Anfang an ein wichtiger Punkt”, sagt Alderigi. „Es sollte auf keinen Fall ein Spiel werden, bei dem komplizierte Berechnungen eine Rolle spielen. Neben den Teilen der Ausrüstung gibt es daher nur wenige Zahlen zu sehen. Es genügt zu wissen, dass ‚diese Art von Ausrüstung für diesen Gegner besser‘ ist. Nichts ist wirklich kompliziert. Man muss sich bei der Ausrüstung, die man findet, nicht groß den Kopf zerbrechen.”

Wenn ihre bewährte Piratenausrüstung nicht ausreicht, kann Ocean sich der mächtigen Techniken ihrer Mannschaft bedienen und eine geheimnisvolle Energie namens Divinorum nutzen, die sich ansammelt, während ihr eure Gegner mit Standardangriffen ausschaltet. Auch wenn Ocean der einzige spielbare Charakter ist, sind die Mitglieder ihrer Mannschaft bei Weitem nicht nur hübsches Beiwerk. Jedes neue Mitglied lehrt Ocean neue Techniken, mit denen sie ihre Fähigkeiten verbessern kann. 

So lehrt sie Pedro, ein musikalisch begabter Pirat mit einer Vorliebe für fremdes Eigentum und Trinkgelage, eine Geige zu spielen, die sie selber heilen und Gegner betrunken machen kann. Die Schamanin Aleq verleiht Ocean die Macht, ihre Gegner mit einem Fluch zu verwirren und zu schwächen. Interessant ist, dass diese Fähigkeiten auch in den Seeschlachten des Spiels funktionieren. Ein Mitglied ihrer Besatzung bringt Ocean bei, ihre Gegner mit riesigen Grogfässern zu bewerfen. In einer Seeschlacht könnt ihr mithilfe eures Schiffs ähnliche, aber deutlich größere Fässer schleudern. 

Wenn ihr mit eurer Mannschaft einen Becher Grog trinkt, festigt das eure Freundschaft, was wiederum diese Fähigkeiten stärker macht. „Dazu muss man den Charakter und die Fähigkeit wählen, die man verbessern möchte”, erklärt Alderigi.
Trident's Tale – Screenshot 4
Die Ähnlichkeit der Kämpfe zu Land und zu Wasser verleiht dem Spiel eine Art Kohärenz, etwas, das die Entwickler bewusst gesucht haben. „Wir wollten, dass beide Arten von Kampf etwas gemeinsam haben”, sagt Alderigi. „Wenn man dann wieder an Land geht, kann man auch hier auf dieselbe Art Fortschritte machen. Man spürt, dass die Kämpfe trotz der unterschiedlichen Umgebungen und Spielweisen in derselben Welt stattfinden. Es ist die gleiche Spielmechanik, genau wie die Leute auf dem Schiff dieselben sind. Wir wollten, dass Beides im Einklang ist.“

Da es sich um ein Piratenspiel handelt, besucht Ocean natürlich auch die klassischen Schauplätze wie Palmeninseln unter strahlend blauem Himmel, doch das Entwicklerteam hat sich bemüht, abwechslungsreiche Umgebungen zu schaffen, ohne dabei auf die farbenfrohe, lebendige Ästhetik einer Comicwelt zu verzichten. „Wir wollten uns nicht auf den ‚klassischen‘ Pirateninsel-Stil beschränken”, so Alderigi. Eine der Inseln ist in geheimnisvollen Nebel gehüllt, auf einer anderen erforschen Wissenschaftler inmitten einer Steampunk-Ästhetik das Divinorum. Auf einer weiteren befindet sich eine Stadt der Seeflotte und es wimmelt von Soldaten.

Trident's Tale hat zwar eine lineare Handlung, gewährt den Spielern dabei aber ein gewisses Maß an Freiheit, die Welt abseits der Hauptquest zu erkunden und Charaktere kennenzulernen, ohne sie zu einer vorgegebenen Spielweise zu zwingen. Es ermutigt dazu, die Welt zu erkunden, und belohnt die Spieler dafür. 

„Man kann jederzeit überall hingehen”, sagt Alderigi. „Man kann nach Lust und Laune übers Meer segeln, etwas am Horizont entdecken und Inseln ansteuern, die in der Geschichte keine Rolle spielen. Es gibt auch ein paar Nebenquests und mit manchen kann man neue Mitglieder für die Mannschaft freischalten. Wir wollen den Spielern ein wirklich entspanntes Abenteuer bieten.“

Trident's Tale erscheint im Mai im Epic Games Store und verspricht, eine fröhliche, charakterorientierte Reise auf hoher See zu werden. „Wir wollten, dass die Story und die Charaktere im Vordergrund stehen”, sagt Alderigi. „Die Spieler sollen den Moment genießen und das Abenteuer auskosten.”

Trident's Tale kommt im Mai in den Epic Games Store.