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Turnip Boy Robs a Bank setzt die alberne Verbrechensserie des kriminellen Gemüses fort
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Phil Hornshaw
Im kürzlich erschienenen Titel Turnip Boy Robs a Bank schnappt sich Kleine Rübe eine Pistole, obwohl sie eigentlich gar keine Hände hat, und beteiligt sich am Raubüberfall des Jahrhunderts. Es ist das zweite Spiel des Entwicklers Snoozy Kazoo und die Fortsetzung von Turnip Boy Commits Tax Evasion, einem weiteren kriminellen Ausflug des Wurzelgemüses. Beide sind seltsame, oft urkomische Abenteuer, in denen die namensgebende Hauptfigur ratlos durch eine skurrile Welt voller anthropomorphem Gemüse und bösen, Akten schwingenden Autoritätspersonen irrt.
Wie ein Titel wie Turnip Boy Commits Tax Evasion vermuten lässt, gehören die Spiele von Snoozy Kazoo nicht unbedingt zu den ernsthaftesten. Wie Studiogründer Yukon Wainczak erklärte, entstand die Figur bei einem Game-Jam. Er erzählte, der Einfall sei ihm bei einem Einkauf in einem Walmart gekommen, als er eine Rübe sah und dachte: „Hey, das ist aber ein dummes Gemüse“. Und schon war Kleine Rübe geboren.
Die beiden Turnip Boy-Titel bestechen sowohl bei ihren Texten als auch dem gesamten Aufbau durch ihre Komik. Die Steuerhinterziehung in der ersten Geschichte ist darauf zurückzuführen, dass Kleine Rübe zwanghaft sämtliche Papierdokumente schreddert, die ihm in die Hände fallen. Nachdem er seinen Steuerbescheid nicht verstanden und dann zerrissen hat, ist er offensichtlich schockiert (Kleine Rübe spricht eigentlich nie, also kann man es nur vermuten), als er erfährt, dass sein Haus gepfändet wurde. Nun muss er eine lange Quest abschließen, um dem Bürgermeister dabei zu helfen, es zurückzubekommen. Es ist wahrscheinlich der albernste Anlass zu einem Abenteuer, der einer Hauptfigur je untergekommen ist.
Unter den Bossen in beiden Spielen finden sich mörderische Lebensmittel wie ein Cyborg-Rettich oder eine militante Pommes-Truppe und mutierte Tiere wie eine Katze, die nach seltsamen Interaktionen mit einem mysteriösen radioaktiven Schleim gleichzeitig ein fauler Apfel ist. Die Geschichten sind voller Witze aller Art, einschließlich Anspielungen auf reale Dinge wie Spieleentwicklung, das Online-Leben und Kryptowährungen.
„Auf gewisse Weise spiegeln wir uns selbst in unseren Spielen“, erklärte Wainczak. „Als wir Tax Evasion machten, beruhte ein Großteil des Humors darauf, dass wir selbst oft nicht wirklich Ahnung von Steuern oder der reale Welt hatten! Wir gründeten Snoozy, als wir mit dem College fertig waren, und die Welt der Erwachsenen kam uns oft einfach unsinnig und chaotisch vor – und genau das ließen wir in das Spiel einfließen. Turnip Boy Robs a Bank ist ähnlich in der Hinsicht, dass sich Dinge ins Spiel einschleichen, die wir in der realen Welt für dumm oder sinnlos halten.“

Beide Titel spielen in derselben Welt, haben dieselbe Hauptfigur und denselben Sinn für Humor, doch Snoozy Kazoo wechselte für das zweite Spiel das Genre. In Robs a Bank erwartet die Spieler etwas ganz anderes als in Tax Evasion.
Wainczak zufolge wählte das Team für die Fortsetzung einen völlig anderen Ansatz, weil es kein Interesse daran hatte, dasselbe Argument noch einmal durchzukauen.
„Sequels in der üblichen Form begeistern uns nicht wirklich“, sagte er. „Es sollte nicht einfach mehr von Turnip Boy Commits Tax Evasion werden. Wir wollten mit der Stimmung der Geschichte auch das Gameplay ändern.“
Das erste Turnip Boy-Spiel ist mit Dungeon-Crawling-Action-Abenteuern wie The Legend of Zelda: A Link to the Past vergleichbar. Es enthält zwar einige Hack-and-Slash-Elemente, ist aber ein fröhliches Erlebnis, bei dem es auf dem Weg durch seine Handlung oft darum geht, Rätsel zu lösen.
Die Anlehnung an Zelda erstreckt sich bei Tax Evasion auch auf den Kampf und das Gameplay, und Kleine Rübe erwehrt sich relativ einfacher Gegner im Nahkampf mit dem Schwert. In härteren Auseinandersetzungen kommen meist die fesselnden Rätselaspekte des Spiels zum Zuge. So kann man zum Beispiel mit einer Gießkanne Bombenblumen wachsen lassen, um sie auf die Gegner zu schleudern, oder man kann Portale verteilen, um auf dem Schlachtfeld herumzusausen. Doch das Spiel versucht dabei nie, besonders komplex zu werden.
Der Spaß von Tax Evasion besteht vor allem darin, die Welt zu erkunden, mit ihren zahlreichen Bewohnern zu sprechen und ihnen bei ihren Problemen zu helfen. Es gibt viele Charaktere, die euch zu Nebenquests auffordern. Doch auch hier bleibt alles ziemlich übersichtlich. Meistens müsst ihr Gegenstände von einer Person zu anderen bringen, damit sich diese über Influencer, Schwarzmarktholz und das Abschlachten von ahnungslosen Schnecken, die ihren Anteil an der Miete nicht bezahlt haben, lustig machen kann.
Einige der Rückmeldungen zu Tax Evasion betrafen Wainczak zufolge das „im Vergleich zur Geschichte etwas farblose Gameplay“. Das Team nahm das Feedback als Herausforderung, das Erlebnis in Robs a Bank ausgewogener zu gestalten, was sich als „sehr erfrischend“ herausstellte.

„Das Gameplay war vom ersten Spiel an ein Kritikpunkt“, betonte er. „Es war nicht wirklich etwas, das einen herausforderte. Die Geschichte und der Humor machten den Leuten aber offensichtlich damals schon viel Spaß. Wir wollten ein Erlebnis schaffen, bei dem Gameplay, Story und Komik ausgewogen sind. Außerdem sollten die Spieler mehr über den Mafia-Hintergrund von Kleine Rübe erfahren, der im ersten Spiel nur sehr kurz angesprochen wurde.“
Wie Wainczak erklärte, fühlten sich die Entwickler mit ihrem Ansatz bei Turnip Boy Robs a Bank sehr viel wohler. Während das Team erst lernen musste, wie man anspruchsvolle, aber nicht frustrierende Rätsel konzipiert, schien das Roguelike-Gameplay der Fortsetzung wie von selbst zu passen.
Robs a Bank ist ein rasanter und intensiver Top-Down-Shooter mit Roguelite-Elementen und jeder Menge Waffen und Gegnern. Anstelle eines offenen Abenteuers, bei dem ihr Fähigkeiten freischaltet, um Zugang zu neuen Bereichen zu erhalten, müsst ihr immer wieder kurze Läufe in die Botanik-Bank unternehmen, um so viel Beute wie möglich zu machen. Ihr erleichtert unglückliches Gemüse um sein Kleingeld, schneidet Geldschränke auf und schlüpft an Lasersensoren vorbei in Tresore. Doch ihr habt nur ein paar Minuten Zeit, um mit eurer Beute zu entkommen, bevor der Alarm ertönt und sich die Bank mit (Pfirsich-)Bullen, SWAT-Paprika und Schlagstock schwingenden Speckstreifen füllt.
Zu Beginn erhaltet ihr eine Pistole, aber in der Bank gibt es alle möglichen seltsamen Waffen – von Lasern über Blasenkanonen bis hin zu feuerspuckenden Teufelsgabeln. Wenn ihr diese Waffen nach einem Durchlauf noch tragt, könnt ihr sie weiterhin benutzen oder sogar recyceln, um bessere dauerhafte Waffen wie Maschinenpistolen und Granatwerfer freizuschalten.
Wenn ihr in der Bank Waffen findet und sie mithilfe eurer Beute verbessert, könnt ihr immer tiefer in die Bank vordringen und weitere Geheimnisse lüften. In Robs a Bank gibt es auch andere Roguelite-Elemente, die für Abwechslung sorgen. Der Grundriss der Bank bleibt zum größten Teil gleich, aber ihr könnt über Aufzüge weitere zufällige Räume mit eigenen Kampfherausforderungen, Nebenquests und Gelegenheiten für weitere Diebstähle erreichen. Robs a Bank bietet in seinen kurzen Runden viel mehr Herausforderungen und verfügt gleichzeitig über die Aspekte, die in Commits Tax Evasion gut funktionierten, wie z. B. Nebenquests mit schrulligen Charakteren und Hintergrundinformationen über die schräge Welt.
Turnip Boy Robs a Bank verlangt jedoch nie die Geschicklichkeit von euch, die ähnliche Spiele wie Hotline Miami oder Spiele im „Bullet Hell“-Stil erfordern. Das Spielerlebnis ist insgesamt immer noch recht entspannt.
Wählt zwischen zwei sehr unterschiedlichen Turnip Boy-Titeln denjenigen, der euch am meisten zusagt. Wenn ihr lieber ein lockeres Dungeon-Crawling-Abenteuer sucht, probiert Turnip Boy Commits Tax Evasion. Mehr kämpferische Action, die in kurzen Durchläufen gespielt werden kann, erwartet euch in Turnip Boy Robs a Bank.
Aber um diese Gemüsewelt, ihre Behördenstruktur und ihre kriminelle Schattenseite am besten zu verstehen, solltet ihr wirklich beide Abenteuer dieses schrägen Gemüses von Anfang bis Ende erleben.
Turnip Boy Commits Tax Evasion und Turnip Boy Robs a Bank sind jetzt im Epic Games Store verfügbar.