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Bei dem kommenden Survival-Kracher Nightingale könnt ihr die Biome mit einer einzigen Karte aufmischen
A
Ade Adeniji
Im Laufe einiger Stunden lernte ich das viktorianische Zeitalter des 19. Jahrhunderts kennen, in dem Menschen und die magischen Fae seit Generationen zusammenleben. Die Fae lehrten den Menschen ihre Magie. Doch jetzt, mitten in der Pestilenz – hier kann uns nicht einmal Pfizer helfen – müssen die überlebenden Menschen durch verschiedene Reiche reisen, um in ihre geliebte Stadt Nightingale zurückzukehren.
Die Geschichte und der Hintergrund sind allerdings noch viel komplexer, und manche Spiele überwältigen euch vielleicht zu früh mit zu vielen Informationen. Bei Nightingale sind die ersten Momente jedoch recht unkompliziert gehalten und werden nicht durch eine zu große Fülle von Hintergrundgeschichten ausgebremst. Ich lernte eine rüstige Kreatur namens Puck kennen, die mich in die Welt einführte und mich durch ein Portal schickte, das mich in einen frühen Trainingsmodus des Spiels brachte. Ich kam in einem Wald-Biom an, das seinem Namen alle Ehre machte. Die Grafik war einfach fantastisch und vor allem das Laub und die Bäume in der Ferne haben mich sehr beeindruckt. Bei diesen hübschen Bäumen handelt es sich eigentlich um die erste Ressource, die ihr sammeln könnt. Schon bald beschäftigte ich mich mit klassischen Aktivitäten eines Survival-Spiels – ich sammelte Sträucher und Pflanzen und entzündete ein Lagerfeuer – ich bin mir sicher, dass mein alter Jugendleiter im Pfadfinderlager sehr stolz auf mich ist.
Anfangs verfolgte ich die Strategie, einfach alles aufzusammeln, was ich sah, und es mir später genauer anzusehen. Bei diesem Spiel könnt ihr viele verschiedene Materialien sammeln, darunter Stöcke, Rinde, Gras und Kieselsteine. Dieser erste Bereich ist ein sicherer Ort, wo ihr an eurer Basis arbeiten könnt. Damit ich mich richtig mit den Survival-Aspekten beschäftigen konnte, musste ich ein weiteres „Reich“ aufbauen.
Schließlich fand ich einen Kartenleser (Card Reader) – so einen gibt es in der Nähe jedes Portals im Reich – und er ermöglicht den Einstieg in ein abwechslungsreicheres Gebiet. Mit dem Kartenleser könnt ihr die Reichskarten (Realm Cards) kombinieren und damit ein Portal in eine neue Dimension schaffen oder das Biom, das Wetter, die Ressourcen, die Fauna und vieles mehr verändern. Ihr könnt verschiedene Karten spielen, aber um ein Level zu erstellen, braucht ihr nur die zwei wichtigsten. Die Biom-Karte (Biome Card) bestimmt, ob ihr einen Sumpf, eine Wüste oder einen Wald erschafft. Die Hauptkarte (Major Card) ist für die Quests, NPCs und Gebäude zuständig.
Jedes Level wird prozedural generiert, und damit ist die neue Dimension einzigartig. Das macht aus Nightingale auch irgendwie ein Puzzle-Spiel, bei dem ihr ständig mehr über eure Welt lernt, und wie ihr euch besser in ihr zurechtfinden könnt. Jede Erneuerung kann wilde Veränderungen in der Landschaft nach sich ziehen, und an diese müsst ihr euch anpassen.

Ich wurde in das Sumpf-Biom versetzt. Der Sumpf ähnelte nicht gerade einem typischen Moor (wie in Florida), sondern ich landete vielmehr in einer leuchtenden, herbstlichen Umgebung, die sich in ein Tal hinabsenkte. Wenn ihr euch in der Wüste aufhaltet, verliert ihr in der Sonne eure Gesundheit, daher müsst ihr einen Unterschlupf errichten oder euch im Schatten aufhalten. Das Gleiche gilt in kalten Umgebungen, wenn es hagelt. Allerdings sind diese Zähler ziemlich tolerant. Selbst wenn eure Gesundheit oder Ausdauer sinkt, könnt ihr euch jederzeit einen Heiltrank einverleiben, während ihr nach der nächsten Unterkunft sucht. Ihr könnt auch schnell zu bestimmten Orten reisen.
Schließlich begegnete ich einigen richtigen Feinden, angefangen von Wölfen bis hin zu fantastischen velociraptorartigen Kreaturen. Diese Feinde waren zwar einschüchternd, aber mit ein paar Axthieben konnte ich sie besiegen.
Immer wieder erschien Puck und erzählte mir in langen Absätzen mit Shakespeare'schen Dialogen mehr von der Hintergrundgeschichte von Nightingale: „Fly Realmwalker, the fiends have caught your despairing stench!“ (Fliege, Reichswandler, die Unholde haben deinen verzweifelten Gestank wahrgenommen!) Da ich es eilig hatte, den Rest des Spiels kennenzulernen, ging ich einfach weiter und hatte nicht einmal das Gefühl, ich hätte etwas Entscheidendes verpasst, um das Spiel zu verstehen. Das bedeutet, man kann die Geschichte in seinem eigenen Tempo erleben und sich auf die Aspekte des Spiels konzentrieren, die einen im jeweiligen Augenblick fesseln.
Wie bei anderen Survival-Spielen gibt es auch bei Nightingale ein Perk-System, mit dem ihr etwa die Geschwindigkeit beim Schwimmen oder die Sammelrate beim Ernten von Ressourcen verbessern könnt. Je mehr ihr spielt, desto interessanter werden die Erweiterungen. Diese könnt ihr mit den Nebenkarten (Minor Cards) beeinflussen, die eure neu gestalteten Welten stark verändern können: Sie beeinflussen beispielsweise die Schwerkraft oder erhöhen die Stärke des Spielers. Auf wunderbare Weise könnt ihr mit ihnen experimentieren, sie austauschen und das Level ändern, während ihr spielt. Die Koop-Sessions von Nightingale konnte ich leider nicht austesten, aber in der Vollversion könnt ihr mit bis zu sechs Spielern im Koop in die verschiedenen Welten eintauchen.
Nachdem ich das Preview von Nightingale gespielt hatte, wollte ich mehr von dem Spiel sehen. Es hat mich überrascht, wie sehr mich dieses Spiel begeistert hat, und ich bin schon ganz gespannt auf die Vollversion, um weitere Portale auszuprobieren und noch beeindruckendere Feinde zu besiegen. Ich kann es kaum erwarten, wieder in das Spiel einzutauchen, wenn es Ende des Monats erscheint.
Nightingale kommt am 20. Februar in den Epic Games Store.