
Vampire: The Masquerade – Bloodlines 2: Was wir bisher wissen

Die Wiederauferstehung von Vampire: The Masquerade – Bloodlines 2 geht weiter. Ursprünglich wurde das Projekt 2019 angekündigt und sogar als Demoversion vorgeführt, später aber gestrichen und an den Entwickler The Chinese Room übergeben. Dies ist der erste Versuch von The Chinese Room, das bereits durch Dear Esther und Horrorspiele in der Ego-Perspektive wie Still Wakes the Deep bekannt ist, ein vollwertiges RPG zu entwickeln – und es bereits zu erkennen, dass es sich deutlich vom Original aus dem Jahr 2004 unterscheiden wird. Vielleicht unterscheidet es sich sogar deutlich von allem, was wir bisher gespielt haben.
Bislang hat The Chinese Room eine umfassende Gameplay-Demo gezeigt und eine gruftige Sammlung von Entwicklernotizen veröffentlicht. In dieser haben wir gestöbert, um euch alles zu berichten, was bisher über Vampire: The Masquerade – Bloodlines 2 bekannt ist.
Die gute Nachricht? Bloodlines 2 nimmt langsam Gestalt an, zumindest als Idee. Oder, dramatischer ausgedrückt, vielleicht als Albtraum, was in diesem Fall durchaus positiv zu verstehen ist.

Das Setting von Vampire: The Masquerade – Bloodlines 2
Bloodlines 2 spielt weiterhin, genau wie in der ursprünglichen Version geplant, in Seattle. Hintergrund ist die 5. Ausgabe des Tabletop-Spiels Vampire: The Masquerade. Viele der wichtigsten Ältesten der Camarilla sind verschwunden und die altehrwürdige Führung der Vampirgesellschaft erlebt einen ihrer schwächsten Momente. Andere Sekten wie die freigeistigen „Anarchs“ haben an Macht gewonnen machen der Camarilla ihre Macht streitig.
Ihr spielt als Phyre, ein kürzlich erwachter 400 Jahre alter Vampir, der sich lange in dem komaartigen Tiefschlaf befand, den die Vampire „Torpor“ nennen. Die moderne Welt, in der ihr erwacht, ist euch völlig fremd. Während der Charaktererstellung habt ihr die Möglichkeit, Geschlecht, Clan, Aussehen und einige Elemente der Hintergrundgeschichte von Phyre zu wählen.

Die Clans in Vampire: Die Maskerade – Bloodlines 2
Zur Veröffentlichung von Bloodlines 2 wird es nur vier Clans geben – die Vampirgeschlechter mit ihren unterschiedlichen Kräften. Diese Clans entsprechen in etwa den klassischen RPG-Archetypen.
Die Tremere sind Meister der Bluthexerei und übernehmen die Rolle der Zauberer oder Magier. Die Brujah sind aufrührerische Kämpfer, ihre Spezialität ist der direkte Nahkampf. Die Banu Haqim sind verschlagen und geheimnisvoll und eignen sich für einen Stealth-Spielstil. Und die Ventrue sind die pompösen Herrscher der Nacht und repräsentieren einen Spielstil, der Kontrolle und soziale Interaktionen betont.
Nach den bisherigen Erkenntnissen scheint das Gameplay stark Spielen wie Dishonored zu ähneln. Es verwendet die Ego-Perspektive und betont Aktion und Bewegung, einschließlich Klettern, Sprints in der Luft und anderen übermenschlichen akrobatischen Kunststücken. Allem Anschein nach spielt der Kampf eine wesentlich zentralere Rolle als im ersten Bloodlines. Dazu gehören brutale Tötungen, bei denen ihr euren Blutbedarf mitten im Gefecht an euren Gegnern stillt. Außerdem hat jeder Clan einen einfachen Nahkampfangriff, einen Sprint, einen Tritt, der Feinde zurückstößt, und eine Telekinese-Fähigkeit, die dazu dient, Gegenstände heranzuziehen oder zu schleudern.
Das Spiel enthält übrigens auch verzweigende Dialoge, die euch unterschiedliche Reaktionen erlauben. So könnt ihr Phyres Alter und Status verwenden, um euer Gegenüber einzuschüchtern, oder ihr versucht, euch bei jemandem einzuschmeicheln, den ihr manipulieren wollt. NPCs merken sich, wie ihr sie behandelt, und bilden sich ihre Meinung über euch.

Die Maskerade selbst
Der Haken an der Geschichte ist, dass ihr eure Kräfte nicht einfach nach Belieben verwenden könnt. Das ist die Bedeutung von „Masquerade“ in Vampire: The Masquerade. Gewöhnlichen Sterblichen das eigene Wesen zu offenbaren, gilt in der Vampirgesellschaft als Todsünde. Ihr würdet Panik verursachen und vielleicht sogar die Inquisition auf den Plan rufen. In den Straßen von Seattle müsst ihr vorsichtig sein.
Wenn ihr dabei gesehen werdet, wie ihr z. B. an eine Feuerleiter springt, die sich außerhalb menschlicher Reichweite befindet – etwas seltsam, aber immerhin möglich –, markiert ein grünes Symbol, dass ihr beobachtet werdet. Wenn ihr euch aber ansonsten unauffällig verhaltet, braucht ihr keine weiteren Auswirkungen befürchten.
Falls ihr mehrmals bei solchen kleineren Vergehen oder sogar unverzeihlicheren Handlungen wie Bluttrinken gesehen werdet, wird der Zustand „Caution“ (Vorsicht) ausgelöst, der NPCs dazu verleiten kann, euch der Obrigkeit zu melden. Wenn ihnen das gelingt, geltet ihr als „Engaged“ (Verfolgt) und müsst euren menschlichen Verfolgern sofort entkommen. Wenn ihr dies nicht schafft, droht euch sogar die Hinrichtung durch die Camarilla selbst. Ihr könnt euch das wie einen sechsten Fahndungsstern in Grand Theft Auto vorstellen, bei dem euch Vampirbullen hochnehmen und dafür, dass ihr der Welt ihre Existenz offenbart habt, umgehend mit Einäscherung bestrafen.

Das Blut ist mehr als rot
Natürlich müssen sich Vampire von menschlichem Blut ernähren. Auf diese Weise heilt ihr euch und es ermöglicht euch außerdem eure eindrucksvollen Superkräfte. Ihr könnt euch direkt im Kampf sättigen, indem ihr ein Opfer heranzieht, oder euch außerhalb des Gefechts an ein Opfer anschleichen oder es anlocken. Genau wie die Verwendung eurer Kräfte gilt auch der durstige Sprung an jemandes Hals als Verstoß gegen die Maskerade. Das Opfer wird sich nicht erinnern, sämtliche sonstigen Zeugen aber sehr wohl. Das bedeutet, ihr müsst Verstohlenheit, Angst und Überzeugung benutzen, um euer zukünftiges Mahl aus den Blicken der Öffentlichkeit zu bringen.
In Wirklichkeit ist es sogar noch komplizierter. Bloodlines 2 übernimmt eine weitere Mechanik der 5. Ausgabe des Tabletop-Spiels, die sogenannte „Blood Resonance“ (Blutresonanz). Manche Opfer, die ängstlich, nervös oder wütend sind, können manipuliert werden, um dieses Gefühl weiter zu verstärken, ihr Blut wird dann „resonant“. Die Ernährung mit resonantem Blut ist eine der wichtigsten Möglichkeiten, eure schlummernden Vampirfertigkeiten zu wecken. Nach dem ewigen Schlaf hat Phyre den Zugang zu vielen von ihnen verloren. Anders ausgedrückt, wenn ihr euch hochleveln wollt, müsst ihr Blut trinken.
Mit fünf frei begehbaren Bezirken, die ihr erkunden könnt, ist dies wohl das bisher außergewöhnlichste und ehrgeizigste Projekt, das The Chinese Room in Angriff genommen hat. Noch in diesem Jahr werden wir selbst durch seine Straßen pirschen können.
Wenn ihr mehr erfahren wollt, lest alle bisher veröffentlichten Entwicklernotizen – und vergesst nicht, Vampire: The Masquerade – Bloodlines 2 im Epic Games Store auf eure Wunschliste zu setzen.