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Vexlands – ein herrlich gemütliches Crafting-Abenteuer mit cleveren Wendungen
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Alyssa Mercante
Mein niedlich-pixeliger, ganz in Rosa gekleideter Charakter hat mit ein paar Münzen aus dem Start-Inventar die ersten Sechsecke auf einer ansonsten leeren Karte freigeschaltet. Auf meinem neu entdeckten Stück Land wächst saftig grünes Gras. Plötzlich taucht ein Busch auf. Ich breche ein paar Zweige ab und bastle mir eine Axt. Kurz darauf erscheint ein Baum, den ich fällen und dessen Holz ich bei einem Händler verkaufen kann, der wiederum in einem anderen Sechseck aufgetaucht ist.
Entwickelt wird Vexlands von Solo-Developer Primož Vovk aus Slowenien. Er beschreibt das Spiel als Liebeserklärung an den Crafting-Klassiker Forager aus dem Jahr 2019, in dem immer neue Ressourcen zu Werkzeugen, Gebäuden und vielem mehr verarbeitet werden konnten.

Vexlands spielt in einem verfluchten Land, in dem ihr der einzige Überlebende seid. Indem ihr neue Sechsecke kauft – manche günstiger, manche teurer –, befreit ihr sie vom Fluch und bringt nach und nach Leben zurück in die Welt. Jedes Biom hält eigene Aufgaben bereit, die ihr meistern müsst, um weiterzukommen. In den Grünlanden etwa stößt ihr auf einer Insel mitten in einem See auf Ruinen, die ihr zu einem Turm ausbauen könnt. Vollständig repariert erleuchtet dieser ein neues Gebiet auf der Karte und eröffnet euch so den Zugang zu einer Wüstenregion.
In jeder neuen Zone stoßt ihr auf Überraschungen: Dungeons voller Rätsel, komplexe Höhlensysteme unter Wasser und vieles mehr. Da die Welt von Vexlands prozedural generiert wird, gleicht kein Spieldurchlauf dem anderen. Kaum habe ich die ersten Felder freigeschaltet, finde ich einen Dungeon voller besonderer Gegenstände und Münzen. Gleich danach treffe ich meinen ersten NPC: Rewardo. Er sucht genau den Gegenstand, den ich gerade gefunden habe. Ich gebe ihn ab und schalte einen verzweigten Talentbaum frei. Meine erste Wahl hier: eine Fähigkeit, die meine Chancen erhöht, beim Bäumefällen Münzen zu erhalten. „Gute Wahl“, sagt Vovk.
Ich schwärme, wie viel ich in der kurzen Zeit schon erlebt habe, ganz ohne Grinden. „Davon bin ich auch kein Fan“, pflichtet er mir bei. Stattdessen stellt sich eine ruhige Zufriedenheit ein, fast wie beim Häkeln oder Malen nach Zahlen. Vovk meint, Vexlands sei der perfekte Ausgleich nach einem langen Arbeitstag. Ich sage ihm, dass ich mir das Spiel am liebsten direkt für meinen Rückflug mitnehmen würde. „Auf dem Steam Deck kann man es richtig toll spielen“, meint er.
Je weiter ich in Vexlands komme, umso mehr Möglichkeiten eröffnen sich: Ich kann meine eigene Basis aufbauen, Felder, Unterkünfte und Verteidigungssysteme anlegen. Ich kann Hühner halten, die mich mit Eiern versorgen, angeln, seltene Mineralien abbauen oder Insekten fangen und ausstellen. Kämpfe gehören wohl auch dazu – während meines Anspielens bin ich jedoch auf keine Gegner gestoßen. Laut Spieler-Feedback (die Steam-Demo ist ja schon eine Weile verfügbar, der Release von Vexlands folgt nächstes Jahr) sind die Kämpfe aber recht einsteigerfreundlich.
Zum Vergleich zeigt mir Vovk noch einen fortgeschrittenen Spielstand. Ich bin baff: Sein Hof ist voller Heuballen und Felder, überall liegen Werkzeuge, gleich neben der Haustür befindet sich ein Dungeon, und Vovks Charakter trägt einen lustigen Hut.
Die Kopfbedeckungen sind ein weiteres putziges Spielelement in Vexlands. Manche sind rein kosmetisch, andere haben praktische Funktionen. Der Grubenarbeiterhelm mit Lampe erhellt dunkle Gegenden und der Burger-Hut versorgt den Spieler mit Tomaten und Salat, wenn ihn der kleine Hunger packt. Auch schön: Unter Tage gefundene Edelsteine lassen sich in Ringe einsetzen, die wiederum die Erntegeschwindigkeit steigern oder den Spielercharakter so groß machen, dass er Felsen einfach zertrümmert.

Doch damit nicht genug: Mit dem Release 2026 wird es auch einen lokalen Koop-Modus geben! Für mich als Fan des (leider nur selten angebotenen) Couch-Koop ist das ein echtes Highlight. Vovk nennt den Koop-Modus von Vexlands „cozy chaos“ – kuschliges Chaos. Ich kann es mir gut vorstellen: Auf der Suche nach einem Weg ins nächste Biom buddelt ihr euch durch einen Berg und plötzlich deckt jemand ein Sechseck auf, in dem ein Boss wartet. Aus dem entspannten Bergbau-Abend wird im Nu ein hitziger Kampf – und irgendwer bekommt die Schuld dafür zugewiesen.
Vexlands ist zweifellos ein Cozy Game, aber die vielen Ideen und verspielten Genre-Twists machen es frisch und neu. Meine kurze Anspiel-Session auf der gamescom 2025 war ein einziges Vergnügen, und ich habe mir wirklich gewünscht, das Spiel direkt auf dem Heimflug weiterspielen zu können. Der Release auf PC und Konsole ist für nächstes Jahr geplant – ein Titel, den man unbedingt im Auge behalten sollte. Und das Beste: Die Demo ist schon jetzt spielbar.