
Warhammer 40,000: Mechanicus II bietet eine vollständig spielbare Necron-Kampagne und ein Deckungssystem

Das erste Warhammer 40,000: Mechanicus vermittelte Einblicke in die Kultur und Gesinnung des Adeptus Mechanicus – eine Art von Tech-Mönchsorden, der eine Klasse im Imperium der Menschen bildet, der größten politischen Fraktion in der Galaxie. Stellt euch einen Ingenieur vor, dessen Verstand von einer größenwahnsinnigen Regierung entworfen wurde, die zur Sicherung ihrer Macht nicht davor zurückschreckt, die billigste verfügbare Ressource zu plündern: Menschenleben.
Das ist ziemlich schwere Kost für ein rundenbasiertes Strategiespiel, selbst für ein Universum wie das von Warhammer. Dieses Spiel wurde von Hardcore-Fans für Hardcore-Fans gemacht.
Begeisterte Warhammer-Fans haben jetzt einen triftigen Grund, sich auf die kommende Fortsetzung zu freuen – Warhammer 40,000: Mechanicus II. Der Adeptus Mechanicus kämpft nicht mehr nur gegen die uralte humanoide Fraktion der Necrons – diesmal können Spieler den Kampf aus der Sicht der Necrons erleben, denn diese mysteriöse robotische Spezies erhält endlich eine vollwertige und eigenständige Kampagne.
Die Necrons erwachen
Warhammer-Fans wussten zwar schon vor Warhammer 40,000: Mechanicus einiges über die Fraktion des Adeptus Mechanicus, aber den Teams bei Bulwark Studios und Kasedo Games war klar, dass noch wesentlich mehr Details nötig waren, um ein ganzes Spiel aus der Sicht des Mechanicus zu füllen.
„Ein Mechanicus-Spiel hat eine ganze Reihe spielbarer Anführer und es ist natürlich wichtig, dass sie sich möglichst unterschiedlich spielen. Das bedeutet, sie brauchen jeweils einzigartige Eigenschaften und Spielstile. Wir mussten also viel zu dem hinzuerfinden, was über die Priester bisher bekannt war und wie sie gezeigt worden waren“, erklärt Tony Cross, Product Manager bei Kasedo Games.

Die Fans waren hellauf begeistert – und Emmanuel Monnereau, Creative Director bei Warhammer 40,000: Mechanicus II und Mitinhaber von Bulwark Studios, wusste, dass sich die Community auf ein zentrales Thema eingeschossen hatte, das bei der Entwicklung einer Fortsetzung auf jeden Fall berücksichtigt werden musste.
„Es gab ein konkretes Feedback, das wir dutzende Male erhielten, in dem Spieler fragten, ob die Necrons im Originaltitel Mechanicus eine spielbare Fraktion wären”, erzählt Monnereau. „Uns war klar, dass wir diesen Wunsch bei einer Fortsetzung nicht ignorieren konnten.“ Tatsächlich war die Idee der Necrons als spielbare Fraktion für das Team bei der Arbeit an dem Nachfolger einer der wichtigsten Anreize. „Das war einer der anfänglichen Kernpunkte, die das Projekt ins Leben riefen.“
Zu Beginn von Warhammer 40,000: Mechanicus II könnt ihr auswählen, ob ihr als der Adeptus Mechanicus oder als die Necrons spielen möchtet. Beide Kampagnen erzählen die gleiche Geschichte – aber aus unterschiedlichen Perspektiven.
„Es war in vielfacher Hinsicht eine echte Herausforderung. Zuerst mussten wir für die Kampagne eine Geschichte schreiben, die imstande ist, viele Spielstunden zu füllen – sowohl für den Adeptus Mechanicus als auch für die Necrons“, erzählt Monnereau. „Jedes Ereignis in der Kampagne des Adeptus Mechanicus sollte interessant sein und sich auf die Necrons auswirken – und umgekehrt genauso.“

Außerdem sollten die beiden Kampagnen ein unterschiedliches Erscheinungsbild und Spielgefühl haben.
„Wenn man die Necron-Kampagne mit der Mechanicus-Kampagne vergleicht, wird sie sich sicherlich ganz anders spielen“, erklärt Cross. „Das war etwas, das uns von Anfang an sehr wichtig war: Die Necron-Kampagne muss anders als die Mechanicus-Kampagnen aussehen, bis hin zur Benutzeroberfläche. Alles ist sehr stark auf die Necrons ausgerichtet.“
Hierzu musste das Team bei Bulwark Studios wie schon bei Adeptus Mechanicus im ersten Spiel mit Games Workshop (dem Unternehmen hinter dem Warhammer-Universum) zusammenarbeiten, um Charaktere und Einheiten zu entwickeln, die in das Spiel passen, und um sicherzustellen, dass die Details, die Atmosphäre und das Spielgefühl der Necron-Fraktion in jeder Hinsicht überzeugen – sowohl als Gegner des Imperiums in einer Kampagne als auch als Helden ihrer eigenen Fraktion in der anderen Kampagne.
„Wenn wir zum Beispiel eine ganze Menge mehr Necron-Lords brauchen, als es bisher in Form von Miniaturen gibt, dann müssen wir nicht etwas erfinden, das ihnen eventuell nicht gefällt, sondern Games Workshop sagt, ‚Wir werden uns ein paar Designs ausdenken‘, was natürlich echt cool ist“, erklärt Cross.
Die Geschichte im ersten Warhammer 40,000: Mechanicus wurde oft durch mehrere Charaktere vermittelt, die sich über die beste Strategie in einer bestimmten Situation häufig uneins waren. Die Entscheidungen traf letztendlich der Spieler. Aber die Necron-Kampagne zeichnet sich durch eine sehr andere Erzählweise aus.
„Es wird im Grunde einen Erzähler geben – fast wie bei einem Epos von Homer. Wir haben einen Charakter aus der Necron-Fraktion, der praktisch erzählt, was in der aktuellen Kampagne passiert“, erklärt Cross. „Sie sollte sehr anders wirken als die Mechanicus-Kampagne. Und ich denke, das passt auch besser zur Necron-Fraktion.“
Um die gesamte Geschichte zu erleben, müsst ihr beide Kampagnen spielen. Außerdem wird Warhammer 40,000: Mechanicus II auch mehrere Enden haben – und ihr habt zahlreiche Gelegenheiten, den Lauf der Geschichte zu beeinflussen. Dadurch dass derselbe Konflikt aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt wird, erhält die Geschichte mehr Spielraum – allerdings bringt diese Erzählweise auch ganz eigene Herausforderungen mit sich.

„Man spielt sich durch eine Kampagne und sieht Ereignisse aus einer Perspektive. Dann sieht man diese Ereignisse aus der anderen Perspektive und dadurch füllen sich beim Spielen allmählich die Lücken“, so Cross über die Wechselwirkung der Kampagnen. „Natürlich ist es eine Herausforderung, eine so verflochtene Geschichte zu erzählen, bei der die Kampagnen parallel zueinander laufen können und sich je nachdem, wie der Spieler handelt, nicht widersprechen müssen. Aber eine spannende Herausforderung.“
Um das „echte Ende“ von Warhammer 40,000: Mechanicus II zu erreichen (so nennt es das Team), müsst ihr beide Seiten der Kampagne vollständig erkunden.
Seid ihr noch keine Warhammer-Fans und fühlt euch von all diesen Informationen etwas überwältigt? Keine Sorge – der zweite Teil soll auch sicherstellen, dass Neueinsteiger nicht schon bei Spielbeginn die gesamte Geschichte des Warhammer-Universums kennen müssen.
„Ich habe früher im Hauptstudio von Games Workshop gearbeitet und war an der Herausgabe der Codices und Regelbücher beteiligt”, so Cross. „Und eine meiner Hauptaufgaben war es, sicherzustellen, dass das Material für Neueinsteiger zugänglich ist. Ich glaube, dass Mechanicus in Sachen Authentizität großartig war, weil das Universum sehr seltsam ist – aber ich denke auch, dass viele Leute befürchteten, sie könnten davon überwältigt werden. Mit Mechanicus II wollen wir Leuten den Neueinstieg ein bisschen erleichtern.“
Geht in Deckung – oder zerstört sie
„Besonders stolz bin ich auf das Kampfsystem. Wir haben daran gebastelt, damit es in Mechanicus II flüssiger und brutaler ist, ohne an Tiefe durch taktische Entscheidungen zu verlieren”, so Monnereau. „In beiden Kampagnen führt man Züge an, die aus einem Anführer (mit einem einzigartigen Fortschrittssystem) und entbehrlichen Truppen bestehen. Dabei geht es vor allem darum, die Missionen abzuschließen, auch wenn es Verluste in den eigenen Reihen gibt.“
Die beiden Kampagnen mussten nicht nur unterschiedlich aussehen und neue Perspektiven auf dieselbe Geschichte bieten. Es war auch wichtig, dass sich die beiden Fraktionen unterschiedlich spielen. Zu diesem Zweck gibt es in Warhammer 40,000: Mechanicus II unter anderem eine wichtige neue Funktion: Deckung. Dieses System gab es im ersten Teil nicht, aber es war dem Team nicht entgangen, dass viele Spieler die Deckung intuitiv als einen ernstzunehmenden Faktor betrachteten.

„Deckung ist offensichtlich ein gewünschtes System – und viele Leute haben schon den ersten Teil von Mechanicus entsprechend gespielt“, sagt Cross. Es gab zwar keinen Bonus, wenn man seine Einheiten hinter einer Wand positionierte oder die Sichtlinie unterbrach, aber viele Spieler bewegten ihre Einheiten trotzdem so, dass es den Eindruck erweckte, als wären sie geschützter – selbst wenn das in den Regeln des Spiels nicht vorgesehen war. Wenn das Team jedoch in Warhammer 40,000: Mechanicus II Deckung einführen wollte, musste diese auch dazu beitragen, die beiden Fraktionen voneinander zu unterscheiden.
„Die Necron-Soldaten rücken einfach nur gnadenlos vor. Deckung interessiert sie nicht“, erklärt Cross. „Deckung wird definitiv etwas sein, das mehr vom Mechanicus eingesetzt wird – und das sorgt für eine ziemlich interessante Gameplay-Dynamik. Während also dessen Kämpfer versuchen, zerstörbares Terrain als Deckung zu nutzen, bemühen die Necrons, ihnen diese Deckung zu nehmen ... Unser Hauptziel war es, dass sich beide Fraktionen sehr unterschiedlich spielen.“
Der Kampf tobt nicht nur im Untergrund
Die zweite große Neuheit in Warhammer 40,000: Mechanicus II sind die Stützpunkte, die ihr genau wie eure Einheiten aufbauen und verbessern könnt – und zwar sowohl auf als auch unter der Oberfläche des Planeten. Dabei ist es hinsichtlich Boni und Verbesserungen wichtig, wo ihr eure Anführer auf der Karte platziert – wer aber die Aufgabe übernimmt, eine Stellung zuhalten, ist nicht für den Einsatz in der Schlacht verfügbar. Die beste strategische Verwendung jeder eurer Einheiten ist entscheidend, wenn ihr gewinnen wollt.
„Bei Mechanicus II war es unser Hauptziel, zusätzliche Gameplay-Ebenen zu schaffen – besonders diesen raffinierten Kampf um die Welt, bei dem man seine Ressourcen strategisch verwalten und einteilen und gleichzeitig Gebiete einnehmen und dann verteidigen muss”, erzählt Cross und klingt dabei unverhohlen begeistert. „Das wirkt sich auch darauf aus, wie die Kämpfe ablaufen.“

Dieser Aspekt des Spiels war eine weitere Möglichkeit für das Team bei Bulwark Studios, die zwei Kampagnen spürbar unterschiedlich zu gestalten. Die Necrons befinden sich in einer defensiven Rolle und versuchen, ihre Grabstätten zu verteidigen, während sich zunehmend mehr von ihren Streitkräften in den Kampf stürzen. Der Adeptus Mechanicus hingegen konzentriert sich darauf, in verschiedenen Gebieten Ressourcen zu produzieren, um seine Fertigkeiten und seine Stärke auf dem Schlachtfeld auszuweiten.
Zuweilen nehmt ihr neue Gebiete ein, in anderen Momenten verliert ihr welche – entscheidend ist aber, dass ihr die strategische Ebene des Spiels im Auge behaltet. Wo positioniert ihr eure Anführer? Schickt ihr sie in den Kampf oder setzt ihr sie ein, um bestimmte Gebiete auf der Karte zu verteidigen? Das alles kann sich darauf auswirken, ob ihr das Schlachtfeld beherrscht oder nicht.
Und genau wie in Warhammer 40,000: Mechanicus steht man unter Zeitdruck. Wenn ihr als Adeptus Mechanicus beschließt, die Karte zu erkunden und stärker zu werden, gebt ihr damit den Necrons mehr Zeit, ihre Truppen zu aktivieren und auf der Karte Schlagkraft zu konzentrieren. Mit anderen Worten? Zeit ist das Feuer, in dem ihr verbrennen werdet (frei nach Gene Rodenberry). Es wird aber auch Missionen geben, in denen ihr etwas vom Fortschritt der Necrons rückgängig machen könnt, falls ihr zu viel Zeit damit verloren habt, zu planen und in Position zu gehen. Alles, was ihr tut, hat einen Preis – und ihr solltet immer die Zeit im Auge behalten, um Risiko und Belohnung gegeneinander abzuwägen.
Und ja, bei Warhammer 40,000: Mechanicus gibt es ein offizielles Ende, auf dessen Folgen die Charaktere reagieren werden, während ihr euch durch die beiden Kampagnen spielt. Was die Frage angeht, welche Fraktion nach Mechanicus II besser dasteht … Warum sollte es in einem Warhammer-Spiel so etwas wie „Helden“ geben?
„Es gibt nicht viele Spiele mit einer vollwertigen Necron-Kampagne, in der alle Charaktere ihre eigenen Schwächen und Motive haben“, sagt Cross und lacht. „Was ich am Universum von Warhammer besonders mag, ist eben, dass es darin wirklich nicht ‚die Guten‘ gibt. Wenn man sieht, wie beide Seiten versuchen, sich zu rechtfertigen, zeigt das deutlich, dass weder die Necrons noch das Imperium unbedingt ‚die Guten‘ sind.“
Wollt ihr die Vorgeschichte kennen, wenn Warhammer 40,000: Mechanicus II veröffentlicht wird? Warhammer 40,000: Mechanicus ist im Epic Games Store verfügbar.