Neuigkeiten

In Warhammer 40,000: Dark Heresy seid ihr ein imperialer Inquisitor und werdet euch die Hände schmutzig machen

A
Alyssa Mercante
22. Aug. 2025
Wie Rogue Trader, das jüngste RPG im Universum von Warhammer 40,000 von Owlcat Games, beruht auch der kommende Titel Dark Heresy auf dem gleichnamigen Tabletop-Rollenspiel. Wie uns der Produzent Anatoly Shestov auf der gamescom in einer einstündigen Präsentation einschließlich Demo-Vorführung verriet, will Owlcat dieses Mal allerdings nicht einfach mehr vom Gleichen liefern. In Dark Heresy schlüpft ihr in die Rolle eines imperialen Inquisitors, ermittelt Fälle von Ketzerei und macht euch mit einem Team ausgewählter Akolythen „die Hände schmutzig“ – alles im Dienste des Imperiums der Menschen.

Dark Heresy ist ein komplexes RPG, bei dem ihr eure eigenen moralischen Grenzen setzt (und sie im Laufe des Spiels vermutlich regelmäßig hinterfragt). Eure Aufgabe im Calixis-Sektor besteht jedoch nicht darin, Unrecht wiedergutzumachen oder den notleidenden Bürgern zu helfen. Ihr sollt einzig und allein dafür sorgen, dass niemand etwas tut, was nicht im Sinne des Imperiums ist oder ohne ausdrückliche Genehmigung geschieht.

Während der Demo-Vorführung landet Shestov etwa 15 Stunden nach Beginn des ersten Kapitels in den unteren Ebenen einer Hive-Stadt, deren Ufer von giftigem Schlamm umspült werden. Hier gibt es Drogen, Verbrechen, Mutanten und Tod, sehr viel Tod. Irgendjemand tötet Leute, und wir wollen wissen, warum. „Nicht, weil es uns etwas ausmacht“, sagt Shestov, „sondern weil jemand Entscheidungen trifft, ohne das Imperium um Erlaubnis zu fragen.“

Während Shestov das Team durch die Gegend führt, weist er sichtlich stolz auf visuelle Details hin, etwa eine Wand, auf der Gesichtern von Vermissten prangen, einen Mann, der freiwillig in eine Pfütze mit giftiger Flüssigkeit springt, und eine kurze Zwischensequenz, nachdem er beschließt, sich einen riesigen Bohrer „anzuschauen“.

„Ich bin stolz darauf“, sagt er lächelnd. Owlcat hat die Grafik von Dark Heresy „auf allen Ebenen“ verbessert, wozu das Team seine interne Arbeitsabläufe drastisch umstellen musste, da es keine Assets aus früheren Spielen verwenden konnte – Dark Heresy ist keine Fortsetzung von Rogue Trader, sondern eine völlig neue Geschichte.

Und in dieser Geschichte legt Owlcat den Schwerpunkt auf Ermittlung und Recherche. Schließlich verkündet ihr als Inquisitor die Heilsbotschaft, und wenn man euch ruft, um Antworten zu toten Bergarbeitern oder fehlenden Vorräten zu finden, wollt ihr doch sichergehen, dass ihr fundierte Entscheidungen trefft, oder?

Shestov zeigt uns, wie man in Dark Heresy ermittelt, indem man nach Hinweisen sucht und seine Gefährten befragt, die alle ihr eigenen Fachkenntnisse mitbringen. Ein Waffenexperte kann euch erklären, wie die halbierte Leiche auf dem blutgetränkten Metallboden vor euch wahrscheinlich mit einem Laser zerteilt wurde, während eine Medizinerin feststellen kann, wann dies geschehen sein muss.

Augensymbole zeigen konkrete Ermittlungsziele an, die in einem Protokoll festgehalten werden, damit ihr bei Bedarf weitere Nachforschungen anstellen könnt. Im Laufe der Demo-Vorführung werden wir Zeuge einer Ermittlung, die von der Inquisitorin Millicentilia angeordnet wurde. Sie will wissen, warum ihr Ausgrabungsteam verschwunden ist. Die Ermittler untersuchen den Raum, in dem das Team zuletzt gesehen wurde, verfolgen die einzelnen Ermittlungsziele und kommen zu ersten Schlussfolgerungen, bevor sie mit Millicentilia sprechen, die manche Ergebnisse zurückweist und andere akzeptiert.
Warhammer 40,000: Dark Heresy – Em8ka
„Normalerweise überlegt man bei einem Detektivspiel: ‚Was sollte ich nach Meinung der Entwickler jetzt tun?‘“, sagt Shestov. Aber bei den Ermittlungen in Warhammer 40,000: Dark Heresy gibt es keine „richtigen“ oder „falschen“ Antworten. Ebenso wenig gibt es einen Narrative Designer, der euch sanft in eine gewollte Richtung stößt. „Das Spiel der Schlussfolgerungen findet im Kopf der Spieler statt“, sagt Shestov. Die Ermittlungen führten uns zu einem Verlies, in dem die Arbeiter gefangen gehalten werden, und gingen nahtlos in rundenbasierte Kämpfe über.

„Das ist mein guter Junge“, scherzt Shestov, während er einen riesigen Ogryn (ein ungewöhnlich großer, mutierter Mensch) aus seinem Team auswählt und in den Raum mit den Gefangenen schickt. „Der überlebt mit Sicherheit.“

Anschließend kommt es zu einem langen rundenbasierten Kampf, der auch einige neue Features wie Konzentrationsfähigkeiten beinhaltet. „Normalerweise gibt es in Video-RPGs keine Scharfschützen, die einen mit einem einzigen Schuss töten können“, erklärt Shestov. In Dark Heresy können bestimmte Gegner allerdings eine „Konzentrationsfähigkeit“ wie einen Granatenwurf oder einen starken Angriff mit einer blauen Linie ankündigen. Diese warnt: „Ich töte dich, wenn du nichts unternimmst“, so Shestov. Dann müsst ihr die Konzentration eures Gegners stören (indem ihr ihm genug Schaden zufügt oder seine Motivation so stark schwächt, dass er ins Zweifeln gerät), bevor eine Uhr abläuft, sonst seid ihr erledigt.

Während sich also der Kampf vor uns abspielt, wird der Ogryn zu einem menschlichen Schutzschild für die Gefangenen und rettet sie vor den Schüssen. Shestov grinst – das war ganz klar seine Absicht, der Ogryn sollte als Kugelfang dienen, während der Rest des Teams sich hinter ihm den Weg freikämpft.
gamescom-Banner mit Logo
Er demonstriert eine Fähigkeit, die euch erlaubt, präzise zu wählen, wo euer Angriff treffen soll (z. B. Kopf, Arme, Beine oder Herz eines Gegners), was einen drastischen Einfluss auf die Begegnung hat. Wenn ihr jemandem in den Kopf schießt, kann er seine Fähigkeiten nicht mehr einsetzen. Ein Schuss in die Arme macht seine Waffe unbrauchbar, und nach einem Treffer in die Beine kann er sich nicht mehr bewegen.

Das Team von Owlcat ist auch sehr stolz auf das neue Moralsystem von Warhammer 40,000: Dark Heresy, das – richtig eingesetzt – Gegner so sehr erschrecken kann, dass sie sich euch ergeben. Wenn ihr es weit genug aufbaut, könnte es reichen, den Anführer einer feindlichen Fraktion zu töten, damit sie ihre Niederlage erklärt. „Es gibt nicht viele Titel, die das Gameplay abkürzen“, scherzt Shestov. „Das ist wie beim Schach – sobald die Lage aussichtslos wird, kann man genauso gut aufhören.“

Warhammer 40,000: Dark Heresy scheint bereit zu sein, das beeindruckende Portfolio an RPG-Titeln von Owlcat Games zu erweitern. Es ist vertraut und zugleich neu, weitläufig und dennoch fokussiert, und so düster und intensiv, wie man es von einem Spiel aus dem Warhammer-Universum erwartet.

Ein Release-Termin steht noch nicht fest, aber ihr könnt den Titel schon jetzt im Epic Games Store auf die Wunschliste setzen.