What is a Mechanical Keyboard
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Was ist eine mechanische Tastatur? Wo man am besten anfängt und wonach man achten sollte

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Hayden Dingman
24. Aug. 2023
What is a Mechanical Keyboard

Es heißt, dass man beim Kauf einer Matratze nicht sparen sollte, weil man schließlich ein Drittel seines Lebens im Bett verbringt. Das klingt sinnvoll – mit derselben Logik könnten wir aber auch überlegen, wie viele Stunden wir jeden Tag an der Tastatur verbringen. Wenn wir arbeiten, mit Freunden chatten oder am PC spielen, kommt einiges zusammen. Egal, in welchem Beruf ihr arbeitet, ihr verdient eine gute Tastatur. Und in diesem Fall bedeutet „gut“ eigentlich immer „mechanisch“.

Falls ihr bereit seid, die 20-€-Tastatur mit der S-Taste, die immer steckenbleibt, durch etwas Besseres zu ersetzen, findet ihr hier einige Tipps, worauf ihr achten solltet und wo ihr am besten anfangt.

Was ist eine mechanische Tastatur?

Moderne Tastaturen gibt es in zwei Ausführungen: Folientastaturen und mechanische Tastaturen. Das ist zwar grob vereinfacht, aber für diesen Leitfaden reicht es, wenn ihr diese beiden kennt.

Folientastaturen: 
Die meisten Tastaturen, denen ihr begegnet, sind Folientastaturen. Würdet ihr eine in der Mitte durchschneiden, so würdet ihr innen zwei Folien finden. Wenn ihr eine Taste drückt, werden diese Folien aufeinandergepresst, ein Kontakt wird ausgelöst und ein Buchstabe erscheint auf dem Bildschirm.

Manche Folientastaturen funktionieren sehr gut. Beispielsweise sind die meisten Laptoptastaturen Folientastaturen, und diesen Artikel schreibe ich gerade mit einer Laptoptastatur, die ich heiß und innig liebe. Dennoch ist die große Mehrheit der Folientastaturen billig und zweckmäßig. Wenn ein Unternehmen Hunderte von Tastaturen kaufen muss, um alle Arbeitsplätze in seinem Büro auszustatten, wählt es 15-€-Tastaturen mit billiger Rubberdome-Technik, die sich anfühlen, als würde man auf einem nassen Schwamm tippen. Ihr habt etwas Besseres verdient.

Sogar hervorragende Folientastaturen haben Nachteile. Die verwendeten Materialien altern schneller als die von mechanischen Tastaturen und die günstigsten Modelle halten oft nur ein bis zwei Jahre. Außerdem muss man die Tasten immer vollständig durchdrücken, damit die Eingabe erkannt wird. Das kann im Laufe der Zeit eure Finger und Handgelenke strapazieren. 

Mechanische Tastatur – Diagonal
Mechanisch:

Mechanische Tastaturen verwenden unter jeder einzelnen Taste einen eigenen Schalter (Switch). Das unterscheidet sie von Folientastaturen.

Aber das sind noch längst nicht alle Unterschiede. Mechanische Tastaturen sind gewöhnlich widerstandsfähiger und zuverlässiger, weil sie aus hochwertigerem Material bestehen. Und weil jede Taste ihren eigenen Schalter hat, werden bei mechanischen Tastaturen normalerweise beliebig viele gleichzeitig gedrückte Tasten erkannt (n-key rollover). Billige Folientastaturen können schon versagen, wenn ihr drei Tasten gleichzeitig drückt, und sogar hochwertige Folientastaturen schaffen nicht mehr als 10 gleichzeitige Tastendrücke.

Aber was mechanische Tastaturen wirklich zu etwas Besonderem macht, sind die vielen Varianten des „Tippgefühls“, die man bei ihnen finden kann. Mechanische Tastaturen sind eine sehr breitgefächerte Kategorie mit vielen Arten von Schaltern. Einige lassen sich mühelos drücken, andere bieten mehr Widerstand und das Tippen wirkt fast wie echte Arbeit. Manche reagieren bei der kleinsten Berührung, andere wollen kräftiger bearbeitet werden. Das taktile Feedback ist aber wohl die Eigenschaft, die wohl die meisten Menschen mit mechanischen Tastaturen verbinden. Das ist das „Klackediklack“, das man immer von nebenan hört – auch wenn nicht alle mechanischen Tastaturen so viel Lärm machen. Sehen wir uns das im Einzelnen an.

Taktiles Feedback

Anders als bei Folientastaturen müssen bei den meisten mechanischen Tastaturen die Tasten nicht vollständig durchgedrückt werden, damit der Anschlag auf dem Bildschirm erscheint. Stattdessen gibt es den sogenannten „Schaltpunkt“, der sich normalerweise einige Millimeter vor dem Ende des möglichen Tastenwegs befindet. Das ist der Punkt, an dem der mechanische Schalter ausgelöst wird, einen Stromkreis schließt und einen Buchstaben erzeugt.

Unterschiedliche mechanische Schalter zeigen auf unterschiedliche Weise an (oder auch nicht), dass dieser Schaltpunkt erreicht wurde. Normalerweise werden sie in drei große Gruppen eingeteilt: linear, taktil und clicky. 

Mechanische Tastatur – Roter linearer Schalter
Linear: Überraschung! Lineare Schalter bieten kein taktiles Feedback. Wenn man eine Taste drückt, bewegt sie sich glatt und geradlinig nach unten. Deshalb werden sie linear genannt.

Lineare Schalter sind bei Gamern beliebt, weil sie flink und reaktionsschnell sind. Ein linearer Schalter mit wenig Widerstand schnellt hinunter und wieder hoch, bevor man die Bewegung überhaupt bemerkt. Sie sind außerdem leiser als andere mechanische Schalter, was für Streamer wichtig ist – oder für den schlafenden Mitbewohner im Nebenzimmer.

Sie haben aber auch ihre Nachteile. Da kein Feedback anzeigt, dass der Schaltpunkt erreicht wurde, drückt man die Tasten schnell stärker als notwendig, eigentlich müssen sie ja gar nicht vollständig durchgedrückt werden. Dadurch können lineare Schalter eure Finger und Handgelenke mehr beanspruchen.

Außerdem stehen manche Leute auf etwas Lärm.

Mechanische Tastatur – Blauer „clicky
Clicky: Clicky Schalter sind praktisch genau das Gegenteil von linearen. Für die meisten Menschen sind sie der Inbegriff mechanischer Tastaturen – weil sie laut sind. Wenn ihr in einem Büro lineare Schalter verwendet, wird das den meisten Leuten (wahrscheinlich) nicht auffallen. Benutzt ihr aber eine clicky Tastatur habt, wird sich möglicherweise jemand beschweren. Zumindest zieht ihr aber einige böse Blicke auf euch.

Clicky Schalter kombinieren zwei Arten von sensorischem Feedback. Man spürt den Schaltpunkt mit den Fingern und man hört ein lautes Klicken. Deshalb sind clicky Schalter hervorragend zum Tippen geeignet. Ihr werdet schnell ein Gefühl für den Schaltpunkt bekommen und die Tasten nicht mehr vollständig durchdrücken, was eure Handgelenke und Finger schont. Vielleicht stellt ihr sogar fest, dass ihr schneller tippen könnt. Aber sie sind laut. 

Ihr findet clicky Schalter vielleicht sehr angenehm, die Leute in eurer Umgebung aber höchstwahrscheinlich nicht. Aus diesem Grund solltet ihr euch vielleicht die Kompromisslösung ansehen, die wir gleich beschreiben.

Mechanische Tastatur – Brauner taktiler Schalter
Taktil: Taktile Schalter bieten eine Mittellösung zwischen den linearen und clicky Versionen. Wenn ihr eine Taste drückt, spürt ihr im Mechanismus einen kleinen Widerstand. Dieses leichte Feedback zeigt an, dass ihr den Schaltpunkt erreicht habt.

Der Widerstand ist vor allem spürbar und nicht so sehr hörbar. Das ist der große Unterschied zwischen taktilen und clicky Schaltern und der Grund, weshalb taktile Schalter ideal für diejenigen sind, die die Vorzüge von mechanischen Tastaturen nutzen wollen, ohne ihren Familienmitgliedern, Mitbewohnern, Arbeitskollegen, Nachbarn, Haustieren usw. den letzten Nerv zu rauben.

Mechanische Tastatur – Violetter optischer Schalter
Optische Schalter

In den letzten Jahren hat eine weitere Art von Schalter in Gaming-Kreisen Einzug gehalten. Optische Schalter verfügen über dasselbe Spektrum von linearen bis clicky Schaltern wie mechanische Schalter, aber mit einem wichtigen Unterschied: Hier schließen nicht zwei Metallteile einen Stromkreis, sondern optische Schalter verwenden Laser. Klingt futuristisch, oder?

Ihre Hersteller stellen viele Behauptungen über optische Schalter auf, aber die wichtigste ist ihre Lebensdauer. Da sie nur wenige bewegliche Teile haben, ist ihr Verschleiß geringer. Andererseits sprechen wir hier von dem Unterschied zwischen einer mechanischen Tastatur, die vielleicht 10 Jahre hält, und einer optischen, die 15 Jahre hält. Angesichts des deutlichen Preisunterschieds dürfte in den meisten Fällen eine mechanische Tastatur ausreichen.

Materialien, Layout und Beleuchtung

Sobald ihr euch für einen Schaltertyp entschieden habt, ist der nächste Schritt, die richtige Tastatur für euch zu finden. Hier spielt der persönliche Geschmack eine große Rolle. Gefallen euch dicke industrielle Tastaturen mit aggressivem Aussehen? Oder lieber eine unauffällige für euren Schreibtisch im Büro? Steht ihr auf Pastelltöne oder eher auf traditionelle Gamer-Farben wie Schwarz und Rot?

Egal was ihr bevorzugt, ihr werdet höchstwahrscheinlich etwas nach eurem Geschmack finden. Wenn ihr eure Tastatur aber ganz persönlich gestalten wollt, könnt ihr individualisierte Tastenkappen und Selbstbausätze ausprobieren, die allerdings den Rahmen dieses Artikels sprengen würden. Zudem sind diese Optionen ziemlich teuer und praktisch schon ein Hobby für sich. 

Falls ihr euch für eine Tastatur von der Stange entscheidet, solltet ihr noch einige letzte Faktoren in Betracht ziehen.

Mechanische Tastatur – RGB-Hintergrundbeleuchtung aus schrägem Winkel
Hintergrundbeleuchtung: Wenn ihr Zeit in einem dunklen Raum verbringt, wollt ihr wahrscheinlich Hintergrundbeleuchtung. Sie ist sehr praktisch. Einige Tastaturen verfügen über einfarbige Hintergrundbeleuchtung (d. h. weiße). Der Großteil der Gaming-Tastaturen bietet aber RGB-Beleuchtung, bei der ihr eine beliebige Farbe einstellen könnt. Auf jeden Fall ist eine Beleuchtung aber empfehlenswert.

Tastenkappen: Tastenkappen sind das, was ihr von der Tastatur seht und berührt. Sie bestehen hauptsächlich aus zwei verschiedenen Arten von Plastik: ABS und PBT. 

ABS wird häufiger verwendet. Es ist glatt, leicht, billig und einfach herzustellen. Außerdem wird es im Lauf der Jahre „glänzend“, wenn es sich abnutzt. Darüber hinaus wird es in vielen verschiedenen Farben produziert.

PBT ist widerstandsfähiger und entwickelt nicht dieses glänzende Aussehen, was es unter Enthusiasten beliebt macht. Außerdem ist es griffiger als ABS, allerdings auch teurer. Falls eure Tastatur mit PBT gefertigt wurde, ist das cool, aber es ist nicht unbedingt notwendig.

Gehäuse: Achtet darauf, aus welchem Material das Gehäuse eurer Tastatur gefertigt ist. Ein Plastikgehäuse reicht aus, es sollte aber stabil und strapazierfähig sein. Bei den meisten mechanischen Tastaturen sind die Schalter auf einer Metallplatte verbaut, was das ganze Gehäuse etwas schwerer macht.

Falls ihr viel tippt, solltet ihr euch eine Tastatur mit Metallgehäuse besorgen. Meine Tastatur für den täglichen Gebrauch hat einen Aluminiumrahmen. Klar, dadurch ist sie schwerer, aber auch so gut wie unzerstörbar.

Mechanische Tastatur – Nahaufnahme einer Escape-Taste
Dann gibt es auch noch Tastaturen völlig ohne äußeres Gehäuse, bei denen die Tasten über der nackten Grundplatte „schweben“. Sie bringen eure RGB-Beleuchtung hervorragend zur Geltung und lassen sich einfacher mit Druckluft reinigen. Leider werdet ihr sie aber oft reinigen müssen, weil Haare, Schmutz und andere Partikel zwischen die Tasten sofort sichtbar sind.

Layout: Vor dem Kauf solltet ihr euch überlegen, welches Layout eure Tastatur haben soll. Wenn ihr an eine Tastatur denkt, stellt ihr euch wahrscheinlich eine volle oder „100-%-Tastatur“ vor. Im amerikanischen Standard-Layout hat diese 104 Tasten. Erhältlich sind aber auch Tastaturen ohne Ziffernblock, die im Englischen „TKL“ (für „tenkeyless“) oder 80-%-Tastaturen genannt werden. Es gibt sogar 60-%-Tastaturen, die auf Funktionstasten, Pfeiltasten und mehr verzichten. Diese Ausführungen sind bei Gamern beliebt, weil Tasten weggelassen werden, die sie sowieso nicht verwenden, und sie dadurch etwas ergonomischer sind. Außerdem bleibt dann mehr Platz für die Maus.

Was aber, wenn ihr nicht weniger, sondern mehr Tasten haben wollt? Denkt darüber nach, ob ihr zusätzliche Funktionen wie Makrotasten, Medientasten oder Lautstärkeregler haben wollt. Manche Tastaturen haben auch einen „Gaming-Modus“, der normalerweise die Windows-Taste deaktiviert.

Mechanische Tastatur – Draufsicht
Ein guter Ausgangspunkt

Jetzt stehen wir wieder vor unserer ursprünglichen Frage: Wo sollte man bei mechanischen Tastaturen beginnen?

Den meisten Gamern, die sich ihre erste mechanische Tastatur zulegen wollen, würde ich eine im Bereich von 100 bis 150 € mit Hintergrundbeleuchtung, einer eigenen Lautstärkeregelung, einem 80-%-Layout und linearen Schaltern empfehlen. Eine angemessene mitgelieferte Handballenauflage ist ein Pluspunkt, kann aber auch nachträglich bei Drittanbietern gekauft werden.

Wenn ihr aber viel tippt, sind lineare Schalter möglicherweise die falsche Lösung. In diesem Fall gelten viele der Empfehlungen oben trotzdem, aber eure Schalterwahl hängt von euren Lebensumständen ab und davon, wie viel Lärm die Menschen in eurer Umgebung vertragen. Ich persönlich liebe zwar clicky Schalter, verwende inzwischen aber eher taktile Schalter, weil ich erst spät schlafen gehe und niemandem auf die Nerven gehen will. Das gehört zum Erwachsenwerden, wie man so schön sagt.