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6 Spiele, in denen es gut ist, böse zu sein

J
John Walker
2. Okt. 2023

Es gibt nicht wenige Spiele, die den üblichen Blickwinkel des Helden umkehren und versuchen, euch die Rolle eines Schurken spielen zu lassen. Aber die wenigsten sind dabei wirklich erfolgreich. Entweder geht es nur darum, die üblichen Heldentaten mit umgekehrten Vorzeichen zu vollbringen, oder sie machen in den entscheidenden Momenten einen Rückzieher und lassen euch nicht richtig abscheulich und böse sein. Vielleicht ist es besser, den Spielern einfach die Wahl zu überlassen, ob sie im Spiel auch mal Unheil anrichten wollen. Wenn man uns diese Freiheit lässt, kommt das Böse in uns schnell zum Vorschein. Man könnte dem hungrigen Hündchen ein Zuhause suchen, aber ist es nicht viel schöner, es als Munition für einen Welpenwerfer zu verwenden?

Heute rücken wir Spiele ins Rampenlicht, die unsere dunkle Seite zelebrieren und in denen man als Fiesling jede Menge Spaß haben kann – aber habt kein schlechtes Gewissen, schließlich seid ihr nur so verdorben wie alle anderen auch.
 

Untitled Goose Game


Verbrechen: Streiche und Schnabelnack

Okay, zugegeben: In diesem Spiel geht es darum, die Verkörperung des Bösen zu sein. Der Trick von Untitled Goose Game ist, mit hinreißender Comic-Grafik in einer ruhigen und gemächlichen Spielwelt daherzukommen, in der ihr einen niedlichen Vogel spielt. Aber wie es das Spiel bereits selbst ankündigt: „Ein wunderbarer Morgen im Dorf bricht an. Und du bist eine fürchterliche Gans.“
6 Spiele, in denen es gut ist, böse zu sein – Untitled Goose Game
Stellt euch vor: Ihr seid gerade im Garten beschäftigt, während eure Kinder auf der ruhigen Straße draußen Ball spielen. Alles ist friedlich – bis auf die Gans, die gerade euren Garten unsicher macht und alle Kürbisse in einen Teich gezerrt, den Besen kaputt gemacht und euer Radio in eine Pfütze geworfen hat. Ach ja, und sie hat euren Sohn in eine Telefonzelle gesperrt.

Genau darum geht es in Untitled Goose Game – ein wahrer Gauner von einem Gänserich zu sein und völlig grundlos so viele Menschen wie möglich auf die Palme zu bringen, um eine Liste mit Aufgaben abzuarbeiten. Und warum hat diese Gans eine Liste mit boshaften Aufgaben? Alle Gänse haben eine Liste mit boshaften Aufgaben.
 

Goat Simulator 3


Verbrechen: Einbruch (und alles in Reichweite eurer Zunge lecken)

Das einzige Tier, das ein noch größeres Schwein als eine Gans sein kann, ist eine Ziege. Und damit wären wir bei Goat Simulator 3, einem Spiel, in dem ihr die mieseste Ziege der Welt seid.
6 Spiele, in denen es gut ist, böse zu sein – Goat Simulator 3
GS3 spielt auf der Insel San Angora und nimmt so viele Open-World-Spiele auf die Schippe, wie es kann. Dabei spielt ihr die Rolle einer – tja, einer Ziege – und sorgt für Chaos auf dem Bauernhof: Ihr lauft mit Karacho in Menschen, Gegenstände und andere Tiere, womit ihr hoffentlich eine Reihe von Explosionen auslöst, die ganze Landstriche verwüsten.

Es gibt verschiedenste Aufgaben zu erledigen, für die ihr aber immer eurer Zerstörungswut freien Lauf lassen, Menschen in Rage bringen oder einen Mähdrescher durch eine Mauer fahren müsst. Manchmal müsst ihr auch einfach nur einen dreifachen Rückwärtssalto schlagen oder 10 Menschen gleichzeitig in die Luft jagen.

Am allerwichtigsten ist es aber, Leuten die Zunge herauszustrecken und sie dann über den Bauernhof zu zerren, bis sie lauthals um Hilfe rufen. Klar, warum auch nicht?
 

Hitman 3


Verbrechen: Mord

Hier stellt sich die Frage: Kann man ein netter Auftragskiller sein? Schließlich ist das nicht gerade die Art von Beruf, über die man auf Partys spricht, ohne sein Gegenüber ein wenig zu verunsichern. („Oh, äh, echt? Das … du musst sicherlich … hast du das studiert?“) Die Hitman-Reihe lässt keine Mordvariante aus und lässt euch nach Lust und Laune töten, egal ob unauffällig und unsichtbar oder unnötig grausam, und in Hitman 3 erreicht dieses Konzept ganz neue Höhen. 
6 Spiele, in denen es gut ist, böse zu sein – HITMAN 3
In diesem Spiel könnt ihr euch als Barkeeper verkleiden, das Getränk eures Opfers vergiften und es ihm mit einem Lächeln servieren. Ihr könnt belastende Beweismittel finden, dass euer Opfer seine Ehefrau betrogen hat, und dafür sorgen, dass sie sie entdeckt – worauf sie sich selbst um ihren Mann kümmert. Oder ihr ersetzt einen normalen Golfball durch einen explodierenden und seht gelassen zu, wie euer Opfer mit dem Abschlag den Abgang macht. Ihr könnt aber auch genug Angestellte desselben Chefs feuern, bis einer von ihnen wütend genug ist, um sich an ihm zu rächen. 

Es liegt an euch, ob ihr euch die Hände schmutzig machen wollt oder nicht, aber eure Attentate sind in jedem Fall eine finstere Kunst an sich.   
 

Grand Theft Auto V


Verbrechen: jedes einzelne

Rasen, Autodiebstahl, Banküberfall und Tragen von Hawaiihemden – in Grand Theft Auto V wird so viel verbrochen, dass es einfacher wäre, die legalen Aktivitäten aufzuzählen. Beispielsweise könnt ihr Tennis spielen oder eine Runde Golf. 
6 Spiele, in denen es gut ist, böse zu sein – Grand Theft Auto 5
Aber böse zu sein, ist nun mal untrennbar mit Los Santos verflochten. In dieser Stadt liegen Granatwerfer mitten auf der Straße und warten nur darauf, abgefeuert zu werden. Die Verbrechen reichen vom sanften Anstupsen eines Polizeiautos bis zum Diebstahl von Kampfjets. 

Dabei kann euch das „Gesucht“-System als Richtlinie dienen. Es beginnt mit einem Stern, wenn ihr die Aufmerksamkeit der Polizisten von Los Santos auf euch zieht, weil ihr zum Beispiel nur mal so vor ihnen die Reifen durchdrehen lasst. Auf dieser Stufe könnt ihr noch vor ihnen fliehen, bis sich die Lage wieder beruhigt. Oder aber ihr treibt es auf die Spitze. Schnappt euch das schnellste Auto im Spiel, fahrt als Geisterfahrer über die Autobahn und sorgt für genug Krawall, dass die Polizei eine Verfolgungsjagd beginnt, die diesen Namen auch verdient – so sammelt ihr „Gesucht“-Sterne wie Blutspritzer auf der Windschutzscheibe. Macht ihr mit eurem gefährlichen Fahrstil und der willkürlichen Zerstörung weiter, ruft ihr schon bald die Armee auf den Plan. Dann dürft ihr erleben, wie „verhältnismäßige Gewaltanwendung“ aussehen kann. Bei fünf Sternen werdet ihr von Panzern beschossen, von Hubschraubern umkreist, und wahrscheinlich werdet ihr auch bereuen, dieses Hawaiihemd angezogen zu haben. 
 

EVE Online


Verbrechen: Erpressung, Unterschlagung, Terrorismus

Es ist möglich, EVE Online, das 20 Jahre alte Weltraum-MMO, als absolut rechtschaffener Mensch zu spielen. Ihr könnt eine Bergbaufirma betreiben, Vorräte von Planet zu Planet liefern oder eine gigantische Flotte von Kriegsschiffen kommandieren, die von Dutzenden anderen Spielern bemannt sind. Oder ihr könnt stattdessen ein ganzes Wirtschaftssystem zerstören.
6 Spiele, in denen es gut ist, böse zu sein – EVE Online
Das Ausmaß, in dem Menschen in EVE Abscheuliches getan haben, ist im Gaming unerreicht – Griefer haben das gesamte Universum mit einem Grauen überzogen, das sich bis in die echte Welt erstreckte. In diesem Spiel sind Piraterie, Schutzgelderpressung und Lösegeldforderung keine Fehler, sondern Features, und gehören zum festen Repertoire. Es gibt Spieler, die in Raumschlachten Schiffe verloren, die fast 10.000 echte Dollar wert waren.

Aber Samantha Myth dürfte wohl unerreicht sein: Sie infiltrierte 16 Monate lang die Amamake Police, freundete sich mit einem anderen Spieler namens Tikktokk Tokkzikk an und überzeugte ihn, ihr sein sehr berühmtes und einzigartiges Schiff zu überlassen. Sofort darauf machte sich Samantha samt dem Schiff im Wert von 1.550 $ aus dem Staub und verkaufte es.
 

Mass Effect


Verbrechen: Sci-Fi-Völkermord

Unter den Spielen der Mass-Effect-Reihe befinden sich zweifellos einige der besten Science-Fiction-Spiele aller Zeiten. Die Geschichte von Commander Shepard ist von ihrem Galaxien umspannenden dreiteiligen Abenteuer über ihr unumstritten geniales Ende bis hin zu den Beziehungen der Charaktere im Spiel unvergleichlich, und ihr könnt dabei sogar Völkermord begehen. 
6 Spiele, in denen es gut ist, böse zu sein – Mass Effect
Wir sprechen hier von BioWare, den Königen der Rollenspiele mit moralisch tiefgründigen Entscheidungen, deshalb hat Shepard in allen drei Spielen reichlich Möglichkeiten, ein richtiges Scheusal zu sein. Vielen der liebevoll ausgestalteten NPCs, die ihr im Spiel kennenlernt, könnt ihr entweder Freude bereiten oder sie bei jedem Gespräch niedermachen. Über das zweipolige „Paragon-Renegade“-Moralsystem wirken sich die bösen Entscheidungen, die ihr trefft, darauf aus, wie ihr vom Universum wahrgenommen werdet.

Aber selbst wenn ihr diese Gelegenheiten nicht nutzt, findet ihr in allen drei Spielen Momente, in denen ihr ganze Völker auslöschen könnt, und nicht alle von ihnen sind wirklich böse. Ihr habt genug von den Geth? Weg mit ihnen. Die Reaper? Gibt's nicht mehr. Ihr könnt sogar das Heilmittel für eine künstliche Seuche sabotieren, um ein Volk zu vernichten. Und vergessen wir nicht die 300.000 Batarianer, die ihr in einem DLC töten müsst.