
A Space for the Unbound verbindet Highschool-Romantik mit übernatürlichem Drama

Stellt euch einen Highschool-Anime in Indonesien vor, der urplötzlich eine übernatürliche Wendung nimmt. Das etwa erwartet euch in A Space for the Unbound, einem Abenteuerspiel des indonesischen Entwicklers Mojiken mit dem Flair einer Jugendromanze und dem emotionalen Gewicht eines anspruchsvollen Romans. Es beginnt heiter und unbeschwert – doch im weiteren Verlauf der Geschichte ziehen finstere Wolken auf. Das Spiel ist ideal für alle, die Coming-of-Age-Geschichten lieben, setzt sich aber auch mit ernsteren Themen wie Angst und Depression auseinander.
Bei diesem Spiel geht es um zwei Teenager aus den 90er Jahren im ländlichen Indonesien. Atma und seine Freundin Raya machen gerade ihren Highschool-Abschluss. Doch anstelle Bewerbungen zu schreiben, erstellen sie eine To-do-Liste mit all den Dingen, die sie in Zukunft noch machen wollen. Und so schwänzen sie die Schule und gehen lieber ins Kino, denn das steht auf Rayas Wunschliste. Dort enthüllt Raya, dass sie über Superkräfte verfügt, mit denen sie die Realität verändern kann.
Raya kann Kleinigkeiten bewirken, wie etwa Kleingeld in der Tasche ihres Freundes erscheinen zu lassen, aber auch größere Aufgaben wie eine mit Katzen gefüllte Taschendimension sind für sie kein Problem. Dabei ahnen die beiden nicht, dass Rayas Kräfte die Welt in eine Katastrophe stürzen könnten. Diese scheinbar unschuldigen Highschool-Späße nehmen eine finstere Wendung, als die beiden durch eine Welt wandern müssen, die von den übernatürlichen Kräften der beiden beeinflusst wird.

A Space for the Unbound beeindruckt damit, wie es den Spagat zwischen ernsten Themen wie Liebe und Verlust und jugendlicher Unbeschwertheit schafft. Es konzentriert sich dabei nicht nur auf Atma und Raya, sondern beleuchtet auch die Hintergrundgeschichten der Nebenfiguren und wie diese in die Geschichte des Pärchens passen. Es jongliert gleichzeitig mit Superkräften, romantischem Drama und dem Thema flüchtiger Beziehungen. Kurz gesagt regt diese Geschichte zum Nachdenken an und kann euch noch lange nach dem Durchspielen begleiten.
A Space for the Unbound ist kurz und schön. Nach nur 10 bis 15 Stunden ist die Geschichte schon wieder zu Ende, vorausgesetzt, ihr erkundet auch ein wenig die Stadt und verirrt euch in den kleinen Aufgaben, die es dort zu lösen gibt. Es fängt langsam an, aber die Vorgeschichte endet mit einer spannenden Situation, die genug Rätsel aufwirft, um euch bis zu dem Punkt bei der Stange zu halten, an dem die realitätsverändernden Superkräfte ins Spiel kommen. Ein Pluspunkt ist die Pixelgrafik im Retrostil mit detaillierten Zwischensequenzen, die der Geschichte in ihren wichtigsten Momenten zusätzliche Spannung verleihen.
Wenn ihr wie aus dem Leben gegriffene Serien und die dazugehörigen Klischees mögt, solltet ihr das Spiel ausprobieren. Und wenn ihr starke Charaktere und übernatürlichen Unfug zu schätzen wisst, umso besser. Aber wie gesagt: Macht euch auf die Flut von Gefühlen gefasst, die über euch hereinbrechen wird. Ihr könnt das Spiel jetzt im Epic Games Store kaufen.