
Apex Legends: Vom Nachfolger von Titanfall zum Battle-Royale-Meisterwerk

Zu Beginn gab es in Apex Legends nur acht Legenden, die jeweils einen bestimmten Klassenarchetyp verkörperten: Gibraltar war der Unterstützer, Bloodhound der Fährtenleser, Lifeline die Kampfheilerin und so weiter. Fünf Jahre und 21 Saisons später ist die Liste auf unglaubliche 26 Legenden angewachsen. Der jüngste Neuzugang ist die schurkische Betrügerin Alter.
Außerdem gibt es die sich ständig entwickelnden Karten. Von seismischen Landschaftsveränderungen in der Königsschlucht bis hin zu überall versteckten Geheimnissen und Audioprotokollen – Apex Legends wirkt in jeder Hinsicht anders als das 2019 erschienene Spiel.

Apex Legends erscheint am 6. August im Epic Games Store. Vor der Veröffentlichung im Epic Games Store sprachen wir mit Respawn Entertainment über die Entstehung des Battle-Royale-Hits. Dabei ging es um die Inszenierung fesselnder Storys in einem traditionell eher handlungsarmen Genre bis hin zur Herausforderung, den Titel sowohl neuen als auch bestehenden Spielern zugänglich zu machen – die noch dazu immer besser darin werden, sich gegenseitig zu erledigen.

Eine unerwartete Entwicklung
Apex Legends gibt es jetzt schon seit fünf Jahren, was durchaus bemerkenswert ist, wenn man bedenkt, dass es im Battle-Royale-Genre nur so von vielversprechenden Konkurrenten wie The Culling oder Fallout 76: Nuclear Winter wimmelt. Obwohl die Beständigkeit von Apex Legends nicht nur auf Glück beruht, ist der enorme Erfolg auch auf die unerwartete Entwicklung zurückzuführen, die mit der überraschenden Ankündigung und Veröffentlichung des Spiels im Jahr 2019 begann.
Während der kometenhafte Aufstieg von PUBG: BATTLEGROUNDS und Fortnite den Weg für das aufblühende Battle-Royale-Genre ebnete, wollte Respawn Entertainment ein drittes Titanfall-Spiel entwickeln, das auf der gleichen Formel basieren sollte. Eher zufällig wurde daraus jedoch Apex Legends.
Das Studio entschied sich dafür, einen gruppenbasierten Battle-Royale-Titel zu entwickeln, der sich großer Beliebtheit erfreuen sollte. Bereits fünf Monate nach seiner Veröffentlichung verfügte Apex Legends über 50 Millionen Spieler.
„Alle Waffen, Gegenstände und Charaktere von Apex Legends beruhen darauf, dass das Spiel ein Battle Royale ist“, so der als Lead Legend Designer tätige Devan McGuire. „Es ist ein gruppenbasierter Titel, in dem euer Trupp über allem steht. Keine der Figuren bietet eine Universallösung für ein bestimmtes Problem im Spiel. Alles ist so konzipiert, dass man andere Charaktere braucht, um die vorhandenen Schwachstellen zu beheben.“
Genau darauf beruhten die Änderungen und Verbesserungen von Apex Legends in den letzten fünf Jahren, in denen Respawn das Spiel zu einer atemberaubenden Mischung aus Battle Royale und Helden-Shooter entwickelt hat. Da es vor allem um Waffen und Fertigkeiten geht, hat Respawn sein Arsenal an Kampfgeräten und Accessoires systematisch erweitert.
„Andere Helden-Shooter sind charakterorientiert, wobei die Spielfiguren durch ihre Waffen definiert werden“, sagt McGuire. „Die Charaktere in Apex Legends können dank ihrer Fähigkeiten ihre Waffen taktisch einsetzen und ihr Positionsspiel verbessern, um in späteren Begegnungen einen Vorteil zu haben.“
Auch die Bewegungsabläufe spielen in Apex Legends eine wichtige Rolle. Wenn ihr zum Beispiel aus großer Höhe hinunterfallt, erleidet ihr zwar keinen Schaden, könnt aber kurzzeitig weniger schnell agieren und eure Waffe langsamer ziehen. Bei entsprechender Steuerung haben fortgeschrittene Spieler sogar die Möglichkeit, bei der Landung nach einem Fallschirmsprung ihre Geschwindigkeit zu erhöhen.
„Wir sind davon überzeugt, dass das Bewegungs- und Waffensystem von Apex Legends einzigartig ist, und mit den Legenden und ihren speziellen Fähigkeiten wird dieses Erlebnis noch weiter verbessert. Jede Legende, jede Waffe und jedes Spielsystem beruht auf diesem Prinzip“, erklärt Design Director Evan Nikolich.

Überarbeitungen
Doch obwohl Apex Legends bereits fünf Jahre alt ist, scheut sich Respawn nicht davor, seine bewährte Formel grundlegend zu ändern. McGuire glaubt sogar, dass das Team auf diese Weise das Spiel für Langzeitspieler etwas auffrischen könne.
Eines der größten Updates für Apex Legends kam Anfang des Jahres mit Saison 20, bei dem das Legenden-Upgrade-System die EVO-Schilde ersetzte.
Jahrelang konnten die Spieler ihre Rüstung durch das Aufsammeln von auf der Karte verstreuten EVO-Schilden verstärken. Seit Saison 20 verbessert ihr eure (jetzt als Legenden-Rüstung bezeichnete) Rüstung, indem ihr EVO-Punkte verdient, z. B. durch das Austeilen von Schaden, das Wiederbeleben von Teamkollegen oder das Öffnen von Vorratsbehältern.
Dadurch wurde der Glücksfaktor beseitigt, der für die zufällige Entdeckung von EVO-Schilden zur Rüstungsverbesserung verantwortlich war. „Die Tatsache, dass die Rüstung nicht mehr als Beute am Boden liegt, sondern durch Kämpfe verdient werden muss, war eine große Veränderung“, so Nikolich. „Die Upgrade-Bäume für jede der Legenden verbessern das Gameplay noch weiter und sorgen dafür, dass wir sie noch einzigartiger gestalten können.“
„Allerdings sind wir mit dieser Saison ein Risiko eingegangen“, fügt McGuire hinzu. „Sie führte keine neue Legende ein und sorgte im Hinblick auf die Rüstungsänderungen und so weiter für grundlegende Neuerungen bei Apex Legends.“
„Der Titel wurde jedoch auch deutlich aufgefrischt“, so McGuire weiter. „Wer das Gefühl hatte, dass das Spiel stagnierte, konnte sich auf neue Elemente für seine Charaktere freuen. Außerdem bot es ein grundlegend neues Spielkonzept, das sich von dem der Vorgänger stark unterscheidet.“
Eine weitere bemerkenswerte Änderung in Apex Legends (zumindest für McGuire) war die Olympus-Karte in Saison 7 sowie die neuen Features, die in das schwebende Utopia integriert wurden, wie etwa die Einführung von Fahrzeugen.
„Unsere beiden Karten waren den Leuten ein wenig zu langweilig geworden“, sagt McGuire. „In Bezug auf das Spielgefühl und den Spielfluss sorgte Olympus daher für frischen Wind und veränderte auch das Leveldesign. Dann war da noch Horizon, die mit ihren verrückten Taktiken den Titel bereicherte und für jede Menge Spaß sorgte.“

Vereinheitlichung der Spielbedingungen
Seit der Einführung von Apex Legends hat Respawn das Spiel umfassend aktualisiert. Es wurden Spielmodi wie Ranglisten-Ligen und Mixtapes aufgenommen (wobei einige dieser Modi als befristete Modi wiederkehren). Es wurden auch langfristige Features wie ein Herstellungssystem hinzugefügt, mit dem ihr Materialien sammeln und Beute erschaffen könnt.
Die Karten erhalten außerdem ständig neue Umgebungsmerkmale. So wurden bereits früh im Spiel Leviathane eingeführt. Das sind Kreaturen, die in Apex Legends durch die Landschaft streifen. Mit jeder neuen Saison kommen Karten mit einzigartigen Features wie Geysire und mobile Waffenlager hinzu.
Dann gibt es da noch die wesentlichen Spielaktualisierungen, wie die in Saison 16 vorgenommene Einteilung der Legenden in fünf Klassen, von denen jede über einzigartige Vorteile verfügt. Auch wenn diese aufwendigen Änderungen zweifellos bei altgedienten Spielern auf Begeisterung stoßen, können sie für neue oder unerfahrene Spieler einschüchternd wirken. Die Updates heben das ohnehin schon hohe Fertigkeitsniveau von Apex Legends noch weiter an und führen neue Mechaniken ein, die ihr erlernen und meistern müsst.
„Als wir Apex Legends herausbrachten, war einer der Vorteile des Spiels, dass man es einfach laden, das unkomplizierte Tutorial durchspielen, die Bewegungsabläufe und das Schießen üben und Munition sammeln konnte, um dann einfach loszulegen. Man war mitten im Spiel und fand alles nach und nach heraus“, sagt McGuire. „Dabei war die Entdeckung besonders spannend. Es wurde klar, welche Accessoires zu welcher Waffe gehörten, wie man bestimmte Gegenstände benutzen konnte und welche Fähigkeiten man hatte.“
„Da der Titel aber schon so lange existiert, sind die Spielgrundlagen inzwischen so umfangreich, dass man als Neueinsteiger – aufgrund der vielen Regeländerungen und neuen Charaktere – noch viel mehr verstehen muss, um eine Waffe in die Hand zu nehmen und damit zu schießen, ohne selbst getötet zu werden“, so McGuire weiter.
Hinzu kommt ein weiterer Faktor: Die Nutzer von Apex Legends haben sich im Laufe der Jahre einfach zu unglaublich guten Spielern entwickelt. Es ist nichts Ungewöhnliches, dass neue Spieler in Battle-Royale-Titeln schnell zu Tode kommen und scheitern, aber in einem gruppenbasierten Spiel wie Apex Legends ist das Sterben mehr als nur ein frustrierendes Ereignis. Das Gefühl, das schwächste Mitglied seines Teams zu sein, ist ungemein entmutigend.
Nikolich zufolge wolle Respawn bei Apex Legends vor allem die Spielbedingungen vereinheitlichen und den Titel zugänglicher machen. „Wir wissen, wie gut die etablierten Spieler geworden sind, daher müssen wir Neulingen einen unterhaltsamen Einstieg ermöglichen. Ich kann zwar nicht auf konkrete Pläne eingehen, aber wir arbeiten an der Gegnersuche und an verschiedenen Aspekten der Einführungserfahrung, die in den nächsten Saisons umgesetzt werden sollen.“
„[Wir wollen] neuen Spielern die Möglichkeit geben, Fertigkeiten bequem zu erlernen, das allgemeine Fähigkeitsniveau der Spieler senken, die Spielbedingungen für Anfänger vereinheitlichen [und] das Spiel zu einem Ort machen, an dem man gerne konkurriert, Fähigkeiten ausprobiert und Dinge entdeckt“, so McGuire weiter.

Erzählerische Untermalung von Schlachten
Natürlich brachten die zahlreichen Aktualisierungen von Apex Legends im Laufe der Jahre mehr als nur mechanische Änderungen mit sich. Auch die übergreifende Spielhandlung wurde dadurch beeinflusst. Apex Legends spielt in der Zeit nach dem Grenzlandkrieg von Titanfall und handelte ursprünglich von einem im Fernsehen übertragenen Wettkampf namens Apex-Spiele, die in der Königsschlucht ausgetragen wurden.
Nach mehreren katastrophalen Ereignissen wurden die Apex-Spiele schließlich auf andere Karten wie „Rand der Welt“ und „Olympus“ verlegt. Diese wichtigen Meilensteine gingen in der Regel mit der Einführung neuer Legenden einher, die an den Apex-Spielen teilnehmen sollten.
Solche Hintergrundinformationen wurden in Apex Legends allerdings nur sporadisch aufgenommen. Das Autorenteam musste überlegen, inwiefern diese zu Änderungen der Karte und des Charakterdesigns führen würden.
„Wir haben verschiedene Ansätze getestet, um Battle-Royale-Spiele mit einer Geschichte zu versehen, denn in der Branche gibt es dafür noch kein Patentrezept. Allerdings ist es für uns immer noch ziemlich ungewohnt, solche Dinge einzubauen, ohne das zentrale Gameplay der Battle-Royale-Titel zu beeinträchtigen“, so Narrative Director Amanda Doiron. „Es geht darum, herauszufinden, wodurch die Spieler sich stärker mit dieser Welt, den Charakteren und dem Spiel identifizieren können.“
Diesen Punkt unterstrich auch der frühere Narrative Director Manny Hagopian, der seine anfänglichen Befürchtungen schilderte, die er beim Schreiben der Handlung von Apex Legends hatte, als der Übergang zu einem Battle-Royale-Spiel begann. Schließlich ist dies ein Genre, in dem die Erzählung in der Regel dem Kampf untergeordnet ist oder erst im Nachhinein eingebaut wird.
Hagopian war überrascht, dass das Team von Apex Legends immer wieder auf ihn zurückkam und ihn um Ideen und Vorschläge bat, wie die Geschichte andere Aspekte des Spiels wie die Charaktere oder die Karten beeinflussen könnte.
„[Das Schreiben der Story von Apex Legends] fühlt sich eher wie bei einem Kampfspiel als bei einem traditionellen Ego-Shooter an, denn die Spieler müssen ihren Kämpfer aus einer großen Anzahl von Charakteren auswählen, für die es jeweils eine umfangreiche Hintergrundgeschichte gibt. Als wir es auf diese Weise besser verstanden hatten, bedeutete das eine große Veränderung gegenüber der ursprünglichen Idee dessen, was dieses Spiel erzählerisch sein könnte“, sagt die Narrative Designerin Ashley Reed.
Die Gratwanderung zwischen Spieldesign und Erzählung stellt für viele Spiele eine Herausforderung dar. Wenn wie bei Respawn und Apex Legends die Legenden im Mittelpunkt des Geschehens stehen, ist der narrative Aspekt sogar noch wichtiger. Jede Legende bedarf einer einzigartigen Persönlichkeit und eines unverwechselbaren Spielstils. Für das Design der Legenden in allen Saisons ist es fundamental, dass diese Unterschiede über alle Modi, Karten und Teamaufstellungen hinweg beibehalten werden.
„Ich habe ab Horizon an jeder Legende mitgearbeitet. Dass das Design an erster Stelle steht, war meiner Meinung nach stets eine Grundregel“, sagt Doiron. So passt ein Bösewicht, der „die Welt einfach nur brennen sehen will“, zum Beispiel nicht zum Archetyp des Heilers, denn das würde sich nicht glaubwürdig anfühlen.
„Ich wollte zum Beispiel, dass Alter ein cleverer, unkonventioneller Denker ist“, fährt Doiron fort, „und dann überlegen wir uns: ‚Okay, welche Fantasien passen da dazu?‘ Wir haben 20 verschiedene Machtfantasien durchgespielt und uns schließlich auf diesen verschlagenen Gauner als Archetyp geeinigt.“
„Ich erinnere mich vor allem an die Arbeit an Newcastle und an Jackson. Dabei griffen wir Ideen auf, bei denen wir die Fantasie des Charakters nutzten, um die Art und Weise, wie er seine Fähigkeiten weitergibt, wieder zum Ausdruck zu bringen“, fügt McGuire hinzu. „Seine endgültige Version ist viele verschiedene Formen durchlaufen, bevor sie auf unsere Idee des Ritterstils festgelegt wurde, dieses heldenhafte Beschützerelement, das wir wiederum in die physische Burg verwandelten, die er erschafft, wenn er dazwischengeht, um seine Verbündeten zu schützen.“

Die Grenzen des interaktiven Erzählens ausreizen
Eines der innovativsten erzählerischen Mittel in Apex Legends ist das dynamische Dialogsystem, bei dem die Legenden im Spiel miteinander herumscherzen. So flirtet Loba zum Beispiel offen mit den anderen Legenden oder macht bittere Witze, wenn sie den Revenant wiederbelebt, eine Legende, für die sie eine tiefe Feindschaft hegt.
„Ich glaube, unser dynamisches Dialogsystem ist wahrscheinlich eines unserer gelungensten erzählerischen Merkmale, weil es die Systeme im Spiel voll ausnutzt, um die Geschichte zu erzählen. Es hat uns nun schon viele Saisons lang gute Dienste geleistet“, erklärt Reed.
Doiron wies ebenfalls darauf hin, dass solche erzählerischen Entscheidungen deshalb entstehen, weil sich das Team in Apex Legends auf das Schreiben von charakterzentrierten Geschichten konzentriert – ein Ansatz, der ziemlich einzigartig für das Spiel ist, da es keine Nicht-Spieler-Charaktere gibt, mit denen die Spieler interagieren (zumindest im Moment).
„Wir finden, dass sich alles um die Legenden und ihre Beziehungen, ihre Beweggründe und ihre einzigartigen Persönlichkeiten drehen muss. Das ist genau die Art von Erzählung, die unserer Meinung nach in unserem Spiel am besten funktioniert – vor allem, weil die Legenden diejenigen sind, mit denen man zusammen ist, während man das Spiel spielt“, sagt Doiron.
Das Team hatte zwar viel Spielraum, um mit verschiedenen erzählerischen Ansätzen zu experimentieren, aber es gab (und gibt) auch bestimmte Beschränkungen, die berücksichtigt werden mussten.
„Ich halte es für sehr wichtig, dass wir uns immer daran erinnern, dass es sich in erster Linie um ein Videospiel handelt und die Leute hier sind, um das Spiel zu spielen. Wir können ein Teil davon sein, sollten aber nicht davon ablenken. Es sollte keinen Moment geben, in dem es heißt: ‚Oh, jetzt ist gerade die Geschichte dran. Da kann ich meinen Controller ja weglegen und mir ein Sandwich machen‘, sagt Reed. „Gleichzeitig kommt einem aber schnell mal der Gedanke: ‚Wie wäre es, wenn ich fünf Seiten über Wraiths intimste Gedanken schreiben würde?‘ Ich hätte da natürlich richtig Lust darauf ... aber dafür sind die Leute nicht hier.“
In Saison 4 hat Respawn die Grenzen des interaktiven Erzählens außerhalb des Spiels selbst erweitert und Forge als die kommende Legende der Saison angeteasert, noch bevor ein denkwürdiges Lockangebot enthüllt wurde.
Forge entstand aus der Frustration des Teams darüber, dass Data Miner die Updates der folgenden Saison durchsickern hatten lassen, und wurde geschaffen, um Miner in die Irre zu führen, nachdem diese Neuigkeiten über die ursprüngliche Legende Revenant preisgegeben hatten. Zusätzlich wurden gefälschte Konzeptgrafiken und Details zu Forges Kit – wie zum Beispiel seine angeblichen Manöver Pull Shot und Ground Slam – geleakt, sehr zur Belustigung des Teams von Respawn. Der Trailer der Saison „Up Close and Personal“ zeigte, wie Forge schließlich sein blutiges Ende in den Händen von Revenant fand.
„Es gab auch einen Riesenunterschied im Tonfall zu den Dingen, die wir in der Vergangenheit gesehen hatten“, sagte McGuire. Davor „war alles ein bisschen unbeschwerter, fröhlich und albern.“
„Anfänglich war es sogar noch schlimmer“, erklärt Reed. „Wegen Forges Tod mussten wir tatsächlich etwas zurückrudern. Wir hatten das Rating ein bisschen zu sehr herausgefordert. Revenant forderte das Rating immer ein bisschen heraus. Er ist also unser Extrem.“

Etwas langsamer machen
Der facettenreiche Schreibstil von Apex Legends mag zwar langjährigen Spielern dabei helfen, tiefer in das dynamische Universum einzutauchen, aber als neuer Spieler von Apex Legends fühlt es sich ein bisschen so an, als würde man bei der Hälfte in eine Fernsehserie einsteigen. Es kann ziemlich verwirrend werden. Natürlich muss man nicht über ein enzyklopädisches Wissen über die Dynamik der Charaktere in Apex Legends verfügen, um beeindruckende Kopfschüsse zu landen, aber zu wissen, was inhaltlich geschieht, kann das Spiel bedeutungs- und wirkungsvoller machen, besonders für Spürnasen und Liebhaber von Hintergrundwissen.
„Je mehr hinzufügt wird – mehr Legenden und mehr Handlungsstränge –, desto schwieriger wird es, den Überblick zu behalten, außer man ist ein echter Hardcore-Spieler“, erklärt Doiron. „Deshalb versuchen wir jetzt, Geschichten zu erzählen, die unsere Legenden zwar in Ehren halten und es den Leuten ermöglichen, mehr über Apex Legends zu erfahren, die aber nicht so sehr davon abhängen, dass die Spieler all die Dinge aus der Vergangenheit kennen. So kann das Spiel etwas sein, das man auch ohne die ganzen Hintergründe, die es mit sich bringt, neu kennen und schätzen lernen kann.“
Auch hier ist es wieder ein schmaler Grat zwischen dem Bemühen, bereits erfahrene Spieler anzusprechen, und dem Vermeiden, neue oder wiederkehrende Spieler zu überfordern. Respawn führt diese Diskussion nun schon seit mehreren Monaten.
Dies ist laut Reed einer der Gründe, warum Respawn die Veröffentlichung neuer Legenden, die früher jede Saison begleiteten, etwas verlangsamt hat. „Als wir uns letztes Jahr Maggie ausdachten, war die Reaktion der Leute: ‚Ich freue mich so sehr darauf, diese Figur zu spielen, aber – ach du meine Güte – noch etwas, von dem ich lernen muss, wie man es macht und wie man damit kämpft. Hilfe!‘ Als sogar die Spieler sagten: ‚Hört auf, neue Inhalte zu veröffentlichen!‘, dachten wir uns: ‚Ok, vielleicht sollten wir das Ganze etwas langsamer angehen, damit man sich daran gewöhnen kann, wie diese Mechanismen das Spiel beeinflussen.“

Erhaltener Live-Service
Apex Legends zieht immer noch eine beträchtliche Anzahl von Spielern an. Laut EAs Earnings Call hatte das Spiel Ende letzten Jahres 18 Millionen aktive monatliche Spieler. Da Respawn so viele Fans zufriedenstellen muss, hat das Unternehmen immer ein offenes Ohr für das Feedback der Community.
So haben die Spieler zum Beispiel darum gebeten, dass die Updates mehr Gameplay enthalten, „damit die Leute einen neuen Grund haben, wiederzukommen, einen Grund, das Spiel zu spielen, und eine neue Erfahrung machen können, die frisch ist, auch wenn sie nur für eine begrenzte Zeit zur Verfügung steht“, sagt McGuire. „Wir haben uns dieses Feedback zu Herzen genommen und arbeiten mit Hochdruck daran, neue Events ins Leben zu rufen.“
Dann gibt es noch den sehr gefragten Solomodus des Spiels, der in Saison 2 kurz eingeführt und dann in der aktuellen Saison als befristeter Modus wiederbelebt wurde – mit mehreren Ergänzungen, darunter automatische Heilung als Belohnung für Kills und ein einzigartiges Kampfgespür-Feature, das Feinde in der Nähe in einem Radius von 50 Metern markiert.
Die Idee ist, dass diese Events eine Pause von der zentralen Battle-Royale-Phase bieten und es den Spielern ermöglichen, Apex Legends auf eine andere Art zu erleben. McGuire betont, dass diese Events den Spielern die Möglichkeit geben, mit ihren Lieblingslegenden etwas Neues auszuprobieren – und vielleicht sogar ihre hart erarbeiteten Fähigkeiten in einer völlig anderen Umgebung zu testen.
Dennoch ist Respawn sehr darauf bedacht, Konzepte, die nicht so ganz funktionieren, zu verwerfen. Es ist zum Beispiel unwahrscheinlich, dass Apex Legends dauerhaft zu einem auf Nahkampf ausgerichteten Battle Royale wird, in dem die Spieler mit Katanas und Riesenäxten auf ihre Gegner einhacken. Obwohl Apex Legends im vergangenen Januar das Event Final Fantasy VII Rebirth herausbrachte, bei dem Legenden mit Panzerschwertern gegeneinander antraten, ist es unwahrscheinlich, dass solche Kämpfe zu einem festen Bestandteil des Spiels werden.
„Wir haben in Apex Legends schon früher mit Nahkampf experimentiert, aber das legt den Fokus auf einen sehr seltsamen Aspekt, bei dem nicht das Schießen im Vordergrund steht. Die Waffen sind im Nahkampf nicht maßgeblich“, erklärt McGuire. „Dabei werden automatische Zielsysteme und Ausfallschritte verwendet , die sehr schwer zu lesen und zu kontern sind, was ihn problematisch macht. Aber das Event Final Fantasy VII Rebirth war supercool und als zeitlich begrenztes Ereignis großartig für uns, um das Spielerlebnis aufzurütteln, was für einen gewissen Zeitraum einen interessanten Moment für das Spiel darstellte.“
Auf dem Schrottplatz der ausrangierten Ideen von Apex Legends lagern noch viele weitere Features. Das Team ist jedoch vorsichtig damit, diese zu nennen, da einige von ihnen in gewissen Momenten recycelt wurden und ihren Weg zurück ins Spiel gefunden haben. „Einige dieser Ideen ... haben wir wiederaufgegriffen und an anderen Stellen eingesetzt, um eine verbesserte Version zu erzielen“, sagt McGuire.

Apex Legends erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit und es gibt keine Anzeichen für eine Verlangsamung der Releases, denn für die kommenden Saisons sind bereits Updates geplant. Was werden diese Updates bieten? Reed erwähnt nur auf kryptische Weise eine mögliche Wendung, die in Saison 22 im August eintreten wird. „Achtet in der nächsten Saison auf etwas, das ein wenig fehl am Platz erscheint und für das es keine Erklärung gibt ... und überlegt euch dann, was das wohl sein könnte“, lacht sie.
Auch für die Battle-Pass-Struktur stehen Änderungen an, die in Saison 22 stattfinden sollen. Respawn sagt, dass sie den Spielern mehr Wert bieten werden, indem sie die Zeit reduzieren, die notwendig ist, um wertvolle Gegenstände freizuschalten.
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