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In Banishers: Ghosts of New Eden herrschen ruhelose Geister in der Wildnis von Massachusetts

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Francisco Dominguez
31. Jan. 2024

In Banishers: Ghosts of New Eden herrschen ruhelose Geister in der Wildnis von Massachusetts. Die aufstrebende Kolonie New Eden mit ihrem übernatürlichen Setting aus dem 17. Jahrhundert ist eine Welt fernab der belebten Städte, die in den früheren Action-RPGs von DON'T NOD ENTERTAINMENT zu sehen waren. Remember Me aus dem Jahr 2013 spielt in einem futuristischen Neo-Paris, während es in Vampyr aus dem Jahr 2018 um das London der frühen 1900er Jahre geht. Doch Banishers: Ghosts of New Eden könnte unterschiedlicher nicht sein.

Inmitten von windigen Wäldern und Strohhütten erzählt das Spiel die Geschichte von zwei erstklassigen Geisterjägern, den sogenannten Banishers, die mit Säbel, Gewehr und mystischen Siegelringen „Tod über die Toten“ bringen sollen. Die Kubanerin Antea Duarte und der schottische Söldner Red mac Raith müssen Gespenster vertreiben, die einfach nicht ins Jenseits wollen.

Ihre Zusammenarbeit ist jedoch längst nicht nur professioneller Natur. Die beiden haben sich ineinander verliebt, was ihre gefährliche Aufgabe allerdings nur noch erschwert. Als Antea im Kampf gegen die Untoten stirbt und als Geist zurückkehrt, steht das pflichtbewusste Paar vor einer schwierigen Entscheidung: Die Geliebte ins Jenseits verbannen, so wie es der eigene Glaube verlangt, oder die verbotene Alternative der Wiederauferstehung erforschen.
 

In die Wildnis


Der Game Director von Banishers: Ghosts of New Eden, Philippe Moreau, ging darauf ein, warum diese tragische Liebesgeschichte außerhalb einer größeren Stadt spielt. „Da wir uns mitten in der Wildnis befinden, und nur sehr wenige Menschen dort leben, konnten wir uns verschiedene Arten von Kreaturen ausdenken und eine überzeugende Geschichte erzählen“, so Moreau.

Die frühkolonialen Siedlungen des Spiels sorgen für eine bedrohliche, klaustrophobische Atmosphäre. Sie bieten kaum Schutz vor den spukenden Untoten oder den negativen Auswirkungen, die das Leben in diesen viel zu kleinen Gemeinden mit sich bringt.
Banishers: Ghosts of New Eden 3
Laut Moreau wollte DON'T NOD, dass „die Spieler mit einer Gruppe von Menschen interagieren, die die harten Bedingungen und die Geister, die überall in dieser Gegend lauern, überlebt haben.“ Die Orte, die Red und Antea besuchen, wirken isoliert und passen perfekt zur unheimlichen Stimmung des Titels. „Wir hielten es für besser, einen abgelegenen Schauplatz in der Wildnis mit Siedlern der ersten Stunde zu wählen, als auf eine Großstadt wie Boston zurückzugreifen.“

In vielen Geistergeschichten werden Ungläubige auf schreckliche Weise eines Besseren belehrt, wenn sie in der Dunkelheit auf unheimliche Gestalten treffen. Für die tief religiösen Puritaner im New Eden des 17. Jahrhunderts ist Unglaube keine Option, denn die teuflischen Machenschaften der Geister, Dämonen und Hexen sind einfach nicht zu leugnen.

Dank dieser Weltanschauung konnten Moreau und sein Team die Zweifel moderner Atheisten ausblenden und direkt zum Kern der Gruselstory übergehen. „Für uns war dieser Kontrast zwischen einer Welt voller übernatürlicher Dinge und dem Aberglauben der dort lebenden Puritaner sehr interessant“, verriet er. „Da sie wirklich von der Existenz der Geister überzeugt sind, ist unsere Handlung auch glaubhaft.“
 

Vergebliche Suche nach dem Paradies


Das Entwicklerteam befasste sich mit der Thematik der puritanischen Auswanderung. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts flohen viele Protestanten nach Nordamerika, um der Verfolgung zu entgehen, und prägten fortan die kolonialen Siedlungen in Neuengland. Ironischerweise mussten sie ihre Heimat verlassen, weil ihre intolerante Haltung nicht länger geduldet wurde. Infolgedessen suchten sie ihr Glück in Massachusetts und gründeten Boston.

„Diese Menschen kamen nicht ohne Grund aus Europa“, so Moreau. „Für ihr neues Leben ließen sie ihre Familien, Freunde und Jobs zurück. Sie glaubten, das Paradies zu finden, aber tatsächlich brachten sie die Hölle mit.“

Die Migranten kamen aus unterschiedlichen Gründen nach Nordamerika, doch jeder hatte seine eigene Geschichte im Gepäck. Die beeindruckenden Storys von DON'T NOD berichten Moreau zufolge über frühere Sünden, die es zu verbergen gilt und für die man Erlösung sucht. „So entstand die Verbindung zur Geisterthematik, denn bei Banishers: Ghosts of New Eden geht es um unerledigte Aufgaben.“

Auch 400 Jahre später steht der Begriff „Puritaner“ noch immer für enthaltsamen Geschmack und strenge moralische Disziplin. Aufgrund dieser restriktiven, selbstverleugnenden Denkweise ist es nicht einfach für Entwickler, eine konventionelle puritanische Gesellschaft als Setting zu verwenden. „Eine solch konsequente Lebenseinstellung abzubilden, war schon eine Herausforderung“, betonte Moreau.

DON'T NOD setzte sich energisch mit der puritanischen Kultur auseinander und bemühte sich, innerhalb ihrer moralischen und sozialen Strukturen eigenständige Charaktere zu schaffen, die sich konservativ kleideten und wenig Wert auf Selbstdarstellung legten.

Für Red und Antea gelten solchen Beschränkungen jedoch nicht. Die beiden lassen sich stattdessen vom Kodex der Banishers leiten, und ihre Herkunft, die eine tolerantere Einstellung verspricht, kollidiert unweigerlich mit den Überzeugungen der Puritaner in New Eden.
Banishers: Ghosts of New Eden 2
DON'T NOD schafft es mit Bravur, die Qualen der Liebenden, die eine unmögliche Entscheidung treffen müssen, sowie das Drama, das aus den unvereinbaren Moralvorstellungen entsteht, zu inszenieren. Banishers: Ghosts of New Eden erwartet euch mit anspruchsvollen Situationen und unerträglichen Konsequenzen – ähnlich wie bei Jonathan Reid, einem ehemaligen Chirurgen, der in Vampyr den Drang verspürt, zu morden und sich an Menschenblut zu laben.

In den gruseligen Fällen von Banishers: Ghosts of New Eden müsst ihr jede Menge Entscheidungen treffen und mit ihren Folgen leben. Bestimmt in diesen umfangreichen Detektivmissionen euer Vorgehen selbst und helft Red und Antea dabei, in einer Gemeinde den dort hausenden Poltergeist zu finden und zu bekämpfen. Wie bei Geralts Monstersuche in der The Witcher-Reihe untersuchen die Banishers den Schauplatz nach Hinweisen und befragen die Dorfbewohner, die nur widerwillig helfen. Dabei stoßen sie auf die tiefsten und dunkelsten Geheimnisse der Siedlung und treffen auf den verstorbenen Geist.

Ihr seid dann zur nächsten Entscheidung gezwungen: Entweder schickt ihr ihn in den Himmel (Ascension), was Red auch bevorzugt, oder ihr verbannt ihn aus dieser Welt (Banishment). Gelegentlich gibt es noch eine dritte, noch dramatischere Möglichkeit: Die Lebenden zu opfern. Wenn ihr die Wiederauferstehung von Antea spielt, benötigt ihr die Essenz der Lebenden.

Wählt mit Bedacht. Eure Entscheidungen beeinflussen das Schicksal von Red und Antea und auch die Zukunft der verschiedenen Dörfer, die danach nie mehr dieselben sein werden.
 

Unsterbliche Liebe


Die tragische Liebesgeschichte von Antea und Red hat auch einen Bezug zu Vampyr.

Die vampirische Romanze zwischen dem zum Blutsauger mutierten Arzt Jonathan Reid und Lady Ashbury war nur einer der Aspekte des Titels. Die verhaltene und zarte Liebesbeziehung, die von den gesellschaftlichen Konventionen im London des frühen 20. Jahrhunderts geprägt war, verlief so diskret, dass viele Spieler die sich langsam aufbauende Romantik erst nach und nach verstanden. Doch sie löste bei vielen von euch eine überraschend leidenschaftliche Reaktion aus.

Deshalb wollte DON'T NOD dieses Thema erneut aufgreifen. „Liebe ist etwas Universelles und genauso bedeutsam wie Tod und Trauer“, verriet Moreau.

Um die Zärtlichkeit und Emotionen der Menschen in Szene zu setzen, musste DON'T NOD seine technischen Verfahren und Werkzeuge verbessern, um Charaktere zu schaffen, die die Geschichte überzeugend vermitteln und die Herzen der Spieler berühren können. Banishers: Ghosts of New Eden kombiniert Motion-Capture-Darbietungen mit den beeindruckenden Stimmen der TV-Schauspieler Russ Bain und Amaka Okafor, um die Angst vor dem schrecklichen Verlust geliebter Menschen und den daraus resultierenden Schmerz zu verdeutlichen.
 

Streit der Liebenden


Die meisten Liebespaare streiten gerne – Antea und Red jedoch nicht. Dafür ist einfach keine Zeit, wenn die Toten in Scharen auftauchen. Das Kampfsystem erinnert an die dynamische Team-Action von Kratos und Atreus in God of War. Allerdings wird in Banishers: Ghosts of New Eden das eher rüde Zusammenspiel zwischen Vater und Sohn durch eine intimere Verbindung zwischen gleichberechtigten Partnern ersetzt.

Auf die Frage nach der Mischung aus Romantik und Kampf sagte Moreau: „Eine Liebesgeschichte zu schreiben, ist etwas sehr, sehr Intimes. Etwas sehr Persönliches. Beim Kämpfen müssen unsere Charaktere aber zusammenarbeiten und ihr jeweiligen Attribute einbringen. Red besticht dabei eher mit physischen Angriffen und Ausweichmanövern und hat die Fähigkeit, Geister zu vertreiben. Antea hingegen nutzt ihre übernatürlichen Kräfte, um Red beim Überleben zu helfen.“
Banishers: Ghosts of New Eden 1
Anders als bei den Irrwegen von Kratos und Atreus in Midgard könnt ihr hier jederzeit nahtlos zwischen Red und Antea wechseln. Reds Ausbildung und Ausrüstung ist speziell auf die Gespensterjagd ausgerichtet, sei es mit dem Säbel oder mit der Flinte (deren Schießpulver eigens für den Kampf gegen Untote entwickelt wurde).

Bedauerlicherweise wirkt sie bei weniger übernatürlichen Gegnern nicht so gut. Sobald sich die Geister mit menschlichen oder tierischen Schilden wappnen, ist Antea viel besser ausgerüstet. Allerdings verbraucht Antea ihre Geisterenergie, wenn sie ihre Gegner mit wütenden ätherischen Fäusten niederschlägt, sodass sie nur unterstützend eingreifen kann, während sie ihre Kraft (Spiritual Gauge) wieder auflädt.

„Dadurch ergibt sich eine sehr interessante und dynamische Kampfsituation“, so Moreau. „Antea beeinflusst solche Auseinandersetzungen sehr stark, sei es durch ihre mystischen Zaubersprüche oder indem sie ihre Gegner einfach mit ihren Fäusten attackiert.“

Im Jahr 2018 wurde Vampyr schließlich fertiggestellt. Trotzdem hatte Moreau das Gefühl, dass noch irgendetwas fehlte. Obwohl das Action-RPG von DON'T NOD ein Erfolg war, waren die Ambitionen größer als das Budget, sodass einige Kritiker das Kampfsystem des Titels monierten.

Banishers: Ghosts of New Eden profitierte später von einem erfahreneren Team, das auch aufgrund der Verkaufszahlen von Vampyr mehr Geld für Kampfdesigner zur Verfügung hatte. Moreau zufolge habe sein Team die komplexen Zusammenhänge eines Action-RPGs nunmehr verstanden, sodass sich dieses Spiel nicht unfertig anfühle.

Banishers: Ghosts of New Eden ist am 13. Februar im Epic Games Store verfügbar.