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Der DLC Darkest Dungeon II: „Inhuman Bondage“ bringt mit seinem Modus „Kingdoms“ Verderben auf die Straßen
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Steven T. Wright
Dieser Reiz wird mit der Veröffentlichung des neuen DLCs von Darkest Dungeon II, Inhuman Bondage, und seinem mit Spannung erwarteten Modus „Kingdoms“ noch diabolischer. Nach mehreren Stunden mit dem DLC gibt sich Inhuman Bondage als radikaler Remix des Basisspiels Darkest Dungeon II zu erkennen, von dem ihr nicht genug bekommen werdet. Der originale Spielmodus „Beichten“ von Darkest Dungeon II unterscheidet sich erheblich vom Spielprinzip des beliebten Originals. Er folgt einer traditionellen Roguelite-Struktur: Ihr steuert vier Helden, denen die Aufgabe auferlegt ist, den buchstäblich letzten Hoffnungsschimmer durch die Überreste einer verwüsteten Welt zu tragen.
Eure Kutsche (Stagecoach) wird kontinuierlich von watschelnden oder huschenden Schrecken angegriffen, denen ihr euch in anspruchsvollen rundenbasierten Kämpfen stellt. Dabei sind die Positionen und Aktionen eurer Helden wichtig und schon wenige falsche Entscheidungen können eine schmachvolle Niederlage bedeuten. Ihr müsst euch nicht nur um die körperliche Gesundheit, sondern auch um die seelische Verfassung eurer Helden kümmern. Übermäßiger Stress kann zu einem Zusammenbruch (Meltdown) führen, der die Gesundheit beeinträchtigt und schnell in einer Todesspirale endet, wie sie für das Spiel typisch ist. (Es heißt nicht umsonst Darkest Dungeon.)
Der DLC Inhuman Bondage von Darkest Dungeon II führt eine neue Miniregion für diesen Modus ein, „Die Katakomben“ (The Catacombs). Wie der Name verspricht, handelt es sich um ein unterirdisches Gebiet, in dem ihr jede Menge schleimige, triefende Monstrositäten besiegen müsst. Auch mit dabei ist ein bei den Fans beliebter Kickstarter-Charakter aus dem Originalspiel, „Der Unhold“. Daneben gibt es neue Gegner, neue Gegenstände und viele Accessoires, die ihr ausprobieren könnt.

Die große Neuerung bei diesem DLC ist jedoch der Modus „Kingdoms“. Anders als beim originalen Spielmodus „Beichten“ startet ihr in „Kingdoms“ mit einer kompletten Liste von verletzten und angeschlagenen Helden, unter denen ihr wählen könnt – vom Waffenknecht mit seinem Schild bis zum Aussätzigen, der sich selbst blendet. Hier folgt ihr nicht einer linearen Handlung, um die Welt zu retten, sondern müsst ein begrenztes „Königreich“ vor der sicheren Zerstörung durch eine einfallende Fraktion bewahren. Im ersten Modul, „Hunger des Tierclans“ (Hunger of the Beast Clan) kämpft ihr gegen gehörnte Berserker, die in das Land strömen und eure kostbaren Gasthöfe (Inn) zerstören.
„Kingdoms“ erweitert das Erlebnis von Darkest Dungeon II um eine Ebene der RPG-Meta-Komplexität, inklusive einer etwas einschüchternden Weltkarte, die euch einen Überblick über das Land verschafft. Zu Beginn jedes Durchlaufs könnt ihr die Größe der Karte wählen, auf der ihr spielen wollt, und außerdem weitere Optionen wie etwa das Zeitlimit (in Tagen). Dann macht ihr euch in eurer Kutsche auf den Weg zu den überaus wichtigen Gasthöfen, die euch als sichere Zuflucht und Bollwerke gegen die anwachsenden Horden dienen. Im originalen Spielmodus haben Gasthöfe die gleiche Funktion, doch hier könnt (und müsst) ihr sie verbessern, um zu überleben.
Jeder Gasthof hat fünf verschiedene Technologiebäume, in die ihr Ressourcen investieren könnt. Dadurch erhaltet ihr die Fähigkeit, eure Helden aufzuwerten, sie zu heilen und Accessoires und Gegenstände zu kaufen, die ihr während der Kämpfe und dazwischen verwenden könnt. Da jeder Gasthof seine eigenen Technologiebäume hat und ihr auf eurer Quest, das Königreich zu retten, zwischen ihnen hin- und herreist, müsst ihr auswählen, welche Bäume ihr bevorzugen und oder lieber vernachlässigen wollt, was großen Einfluss auf euren Durchlauf haben kann.

Gasthöfe können von den einfallenden Truppen auch angegriffen und belagert werden. Als Gegenmaßnahme könnt ihr eine Kaserne errichtet und Soldaten hochleveln, damit euer Gasthof sich selbst verteidigen kann. Falls einer eurer Helden während einer derartigen Belagerung fällt, könnt ihr diese Soldaten sogar in eure Gruppe aufnehmen.
Wenn ihr im Modus „Kingdoms“ gewinnen wollt, müsst ihr eine Reihe von Questgegenständen sammeln, die euch Hinweise darauf geben, wohin ihr als Nächstes gehen müsst. So findet ihr zum Beispiel ziemlich früh ein Fernglas, das ihr braucht, um von einem erhöhten Aussichtspunkt mehr über die Tiermenschen (Beastmen) herauszufinden. Jeder Schritt vorwärts verkürzt den ultimativen Timer um einen Tag und an bestimmten Punkten wird der Gegner stärker. Die Balance zwischen Questfortschritt und Gasthofverteidigung erzeugt eine reizvolle Spannung, bei der eure Geschicklichkeit auf die Probe gestellt wird.
Während ihr bei „Beichten“ für die Dauer des gesamten Durchlaufs mit denselben Helden spielt, wechselt ihr im Modus „Kingdoms“ unterwegs euer Team. Wer gerne stundenlang mit derselben Gruppenbesetzung kämpft, gerät hier schnell aus seiner Komfortzone, denn die Gegner in „Kingdoms“ kennen kein Pardon und ihr könnt sie nur mit strategischer Vielseitigkeit besiegen. Heilung ist billiger und umfassender als in „Beichten“, kostet euch aber immer noch wichtige Ressourcen, die unter Umständen den Unterschied zwischen einem Sieg und einer Niederlage ausmachen können. Es kann daher wehtun, euren Lieblingshelden nicht zu verwenden, ist aber häufig ein guter Zug.
Meine wenigen Stunden im neuen Modus „Kingdoms“ von Darkest Dungeon II waren brutal, anstrengend und erfrischend. Der Grad an strategischer Tiefe kombiniert effektvoll das Beste aus dem Originalspiel Darkest Dungeon und aus Darkest Dungeon II und bringt den beliebten Basenbau des ersten Spiels mit neuen Details zurück. Es ist eine völlig neue Erfahrung, bei der auch erfahrene Spieler auf ihre Kosten kommen.

Ich bin bei weitem kein Darkest Dungeon-Meister, aber es dauerte in „Kingdoms“ nur eine halbe Stunde, bis meine erste Gruppe zum ersten Mal komplett ausgelöscht wurde, und zwar von mittelmäßig starken Feinden, die ich schlicht unterschätzt hatte. Die gute Nachricht ist, dass selbst eine derartige Niederlage nicht unbedingt das Ende eures Durchlaufs bedeutet. Eure Kutsche taucht einfach in der Nähe wieder auf und ihr könnt in einem Gasthof vier weitere Helden anheuern und den Kampf fortsetzen. Wie in „Beichten“ ist wahrscheinlich nicht gleich euer erster Versuch von Erfolg gekrönt, aber ihr werdet allerhand Tricks lernen, um beim nächsten Durchlauf besser abzuschneiden.
Darkest Dungeon II ist unverblümt düster und der neue DLC Inhuman Bondage folgt demselben Muster. Man kann ohne Übertreibung sagen, dass „Kingdoms“ praktisch ein völlig neues Spiel ist. Wenn ihr diese trostlose Landschaft also schon länger nicht besucht habt, ist dies der perfekte Zeitpunkt für einen erneuten Ausflug. Rechnet aber damit, dass euch keiner eurer Siege in den Schoß fallen wird.
Darkest Dungeon II ist im Epic Games Store verfügbar, und der neue DLC „Inhuman Bondage“ ist jetzt erhältlich.