
Evil Dead: The Game fängt die charmante Kombination aus Blut und Humor der Kultfilme perfekt ein

Ich hätte nicht erwartet, dass das Koop-Survival-Horrorspiel Evil Dead: The Game so viele verschiedene Emotionen in mir hervorruft. Genau wie in Dead by Daylight müsst ihr mit anderen Spielern zusammenarbeiten, um gegen einen mächtigen Antagonisten zu bestehen, der von einem Solospieler kontrolliert wird. Während einer längeren Partie Evil Dead: The Game war ich allerdings weder angespannt noch nervös, sondern musste lauthals loslachen, als meine Truppe einer nach dem anderen von dem untoten Superhirn auf der Gegenseite ausgeschaltet wurde.
In einem meiner ersten Matches versprengte unser Widersacher mein Team mithilfe eines besessenen Autos, jagte uns dann einen ordentlichen Schrecken ein und konnte uns so überrumpeln. Zu guter Letzt ergriff er von einem anderen Überlebenden Besitz, während wir es mit einer Horde Skelette zu tun hatten, und nahm uns komplett auseinander. Das führte zu einem unglaublich lustigen, chaotischen und blutigen Ende, und weil alles so schnell gegangen war, konnte ich nur darüber lachen.
Aus diesem Grund kann man getrost sagen, dass Evil Dead: The Game die Atmosphäre von Sam Raimis klassischem Kult-Horror-Franchise perfekt einfängt. Die Filmreihe ist für seine Kombination aus Slapstick-Humor und übertrieben blutiger Gewaltdarstellung berüchtigt, die das Publikum regelmäßig geschockt zusammenzucken lässt, während es gleichzeitig über den stetig absurder werdenden Humor lacht.

Wenn ich in die Rolle eines Überlebenden schlüpfe, fühle ich mich direkt in den klassischen (und fesselnden) Survival-Horror-Modus versetzt. Da jederzeit alles den Bach hinuntergehen kann, wenn man einem cleveren Gegner gegenübersteht, ist dieses Gefühl noch intensiver. Als einer der Überlebenden steht euch eine Vielzahl an Optionen zur Verfügung. In einer Partie habe ich mich beispielsweise für den Nahkampf entschieden und zuerst eine Axt und dann die gute alte Kettensäge mitgenommen. Als sich der Konflikt allerdings zuspitzte, waren Gewehre und die doppelläufige Schrotflinte (mein Favorit) die richtige Wahl. Sich mit diesen Werkzeugen gegen die bösen Untoten zur Wehr zu setzen, weckt Erinnerungen an den Slapstick-Humor und den grotesken Horror der Filme, und das actionlastige Spielerlebnis ist ein echter Genuss.
Am spannendsten war das Spiel aber, als ich als übernatürliches Wesen in einem Wald den anderen Spielern Todesangst einjagen durfte. Plötzliche Schreckmomente sind in Spielen nicht von allen gern gesehen, aber in Evil Dead: The Game könnt ihr eure Gegner auf diese Weise sehr effektiv einschüchtern. Wenn ich die Rolle des Widersachers übernehme, ist Erschrecken ein Grundpfeiler meiner Strategie. Ein Teamkill, auf den ich sehr stolz bin, lief folgendermaßen ab: Ich ließ die Überlebenden in einer abgelegenen Hütte in die Falle laufen, hetzte eine Horde Untote auf sie und ergriff dann Besitz von dem Teammitglied, das die Schrotflinte dabeihatte. Damit stellte ich ganz zufällig die Ereignisse des Films Evil Dead nach – nur dass dieses Mal die Bösen siegreich waren.
Die einzigartige Kombination aus Horror und Comedy, die in einem Videospiel nur schwer umzusetzen ist, unterscheidet das von Saber Interactive entwickelte Evil Dead: The Game von anderen asymmetrischen Horrorspielen wie Dead by Daylight oder Back 4 Blood. Ganz egal, auf welcher Seite ihr steht, Evil Dead: The Game ist ein unterhaltsamer und spannender Zeitvertreib mit Freunden – besonders, wenn ihr mit Vorliebe arglose Spieler unter Druck setzt, die einfach nur die Nacht überleben wollen.