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Fünf Level, die zeigen, warum Titanfall 2 einer der besten Shooter ist

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Rick Lane
15. Mai 2024

Die Titanfall-Reihe war zwar ursprünglich ein Multiplayer-Erlebnis – mit zweispurigen Kämpfen zwischen wendigen menschlichen Piloten und schwer bewaffneten Mechs – aber es ist die Einzelspieler-Kampagne der Fortsetzung, die als ihr Prunkstück in Erinnerung bleiben wird. Die Kampagne von Titanfall 2 ist alles andere als Beiwerk oder ein Standardprogramm und das Design dieses Einzelspieler-Ego-Shooters gehört zum einfallsreichsten und aufregendsten der letzten zehn Jahre.

Dabei ist es das Design der Missionen, das die Kampagne so brillant macht. Auch hier steht der zweigleisige Kampf, der den Multiplayer-Modus ausmacht, im Mittelpunkt, doch die verschiedenen Szenarien kombinieren die besonderen Bewegungsabläufe und Kampfelemente des Spiels auf jeweils eigene Weise.

Mal bewegt sich ein ganzer Level unter den Füßen des Spielers, mal wird das Konzept der Zeit selbst auf den Kopf gestellt – die Kampagne enthält Ideen, die oft selbst Stoff für ein ganzes Spiel bieten könnten. In diesem Artikel sehen wir uns die fünf Missionen an, die den Status von Titanfall 2 als einen der besten Shooter aller Zeiten festigen.
Titanfall 2 – Abgrund 1
 

In den Abgrund


Die erste große Variation von „Korridor“-Shootern in Titanfall 2 ist ein Level, in dem diese Korridore um euch herum erst während des Spielens entstehen. Der Pilot Jack Cooper und sein Titan BT-7274 sind auf dem Planeten Typhon unterwegs auf der Suche nach einer Abkürzung, die zu einer unterirdischen Fabrik, der sogenannten „World Foundry“, führt. Als BT vom Betreiber der Foundry entführt wird, muss Cooper einen Weg durch die Anlage finden, um ihn zu retten.

„In den Abgrund“ ist die erste echte Bewährungsprobe, die eure Bewegungsfertigkeiten als Pilot auf die Probe stellt. Wenn ihr an diesem Punkt des Spiels angekommen seid, kennt ihr euch mit den Boost-Sprüngen zwischen den Plattformen aus und wisst, wie man an Wänden entlangläuft. Aber bei „In den Abgrund“ müsst ihr über Plattformen laufen, die selbst in Bewegung sind, und euch durch eine gigantische Fertigungsstraße für Fertighäuser kämpfen.

Dabei springt ihr zwischen den verschiedenen Mechanismen hin und her und dürft nicht in die Pressen geraten, die den Kunstrasen auf die Betonplatten stampfen. Hier müsst ihr eure Sprünge genau timen, denn da mechanische Arme die Plattformen drehen, verwandelt sich der Boden unter euren Füßen plötzlich in eine Wand, über die ihr sprinten könnt.

Im gesamten Level folgt ihr der Fertigungsstraße und könnt dabei in Echtzeit beobachten, wie die Häuser entstehen, während ihr den Schüssen eurer Feinde ausweicht und sie in den Abgrund unter der Fabrik stoßt.

Diese Mission gipfelt in einem Arenakampf, der in einem ganzen Dorf mit Fertighäusern ausgetragen wird – eine spielbare Hommage an das Multiplayer-Erbe von Titanfall. „In den Abgrund“ ist der Moment, in dem die Kampagne von Titanfall 2 zum ersten Mal die Karten aufdeckt und beweist, dass sie weit mehr ist als ein typischer linearer Shooter.
Titanfall 2 – Sender 1
 

Der Sender


Eine der längsten Missionen bei Titanfall 2, „Der Sender“, knüpft an die Idee der Fertigungsstraße von „In den Abgrund“ an, bereichert das Ganze aber mit zwei kleinen zusätzlichen Ideen. Während ihr euch bei „In den Abgrund“ vorwärts bewegt, geht es bei „Der Sender“ um Vertikalität.

Die Mission spielt in und um eine interstellare Kommunikationsanlage und beginnt damit ihr in das Innere der Anlage hinabsteigt, um ein Gerät namens „Elektrotool“ zu holen, wobei ihr bei einem Spießrutenlauf den elektrischen Hindernissen im Inneren der Anlage ausweichen müsst. Sobald ihr die Batterie geborgen habt, klettert ihr zur zentralen Parabolantenne, der „Schüssel“, um sie zu reparieren.

Im Gegensatz zu „In den Abgrund“ könnt ihr nicht einfach den vorgegebenen Pfaden folgen – ihr müsst sie selbst erschaffen. Das Elektrotool ist mehr als nur ein Objekt, das die Handlung vorantreibt. Ihr könnt damit elektrische Systeme in eurer Umgebung mit Strom versorgen, Schalter betätigen und Plattformen per Fernzugriff aktivieren. In der zweiten Hälfte des Levels müsst ihr zusätzlich Kräne bedienen, um Plattformen in die richtige Position zu bewegen.

In „Der Sender“ sind die Positionierung und das Timing entscheidend, vor allem in den späteren Abschnitten, in denen ihr oft Plattformen aktivieren müsst, während ihr euch in der Luft befindet.

„Der Sender“ ist außerdem die Kulisse für einige der besten Pilotenkämpfe, die ihr in diesem Spiel finden werdet. In der offenen Umgebung um die Schüssel habt ihr viel Platz, um eure Geschwindigkeit und eure akrobatischen Fähigkeiten zu eurem Vorteil einzusetzen. Es ist nicht die spektakulärste Mission in Titanfall 2, aber sie gehört zu denen, die euch am meisten begeistern werden.
Titanfall 2 – Die Lade 1
 

Die Lade


In „Die Lade“ geht es um Schiffe.  Eine Armada verbündeter IMC-Marines jagt einer Söldnerflotte hinterher, um zu verhindern, dass diese eine Vorrichtung namens „Die Faltwaffe“ aktiviert, die ihre Energie von einem mysteriösen Objekt erhält – der namensgebenden Lade.

Die beiden Flotten sind der Dreh- und Angelpunkt von „Die Lade“. Während ihr mit eurem BT versucht, das führende Söldnerschiff einzuholen, müsst ihr in und auf den versammelten Schiffen kämpfen, um es zu erreichen.

Der Höhepunkt der Mission ist die Zerstörung der Geschützplattformen an der Breitseite einer Söldnerfregatte, bevor ihr euch mit einem Team von Marinesoldaten durch den Haupthangar des Schiffes kämpft und am Ende auf dem Dach der Fregatte gegen einen Titanen antretet.

„Die Lade“ ist einer der kürzeren Level von Titanfall 2, aber er ist mit Sicherheit einer der spektakulärsten.
Titanfall 2 – Faltwaffe 1
 

Die Faltwaffe


Die Abschlussmission von Titanfall 2 zeigt deutlich, dass die Ereignisse auf ein Finale zusteuern – aber anstatt das Tempo zu drosseln, bekommt ihr ein Werkzeug in die Hand gedrückt, um das Ziel so erfolgreich wie möglich abzuschließen.

In der ersten Hälfte der Mission muss sich Cooper allein gegen eine gewaltige Überzahl zur Wehr setzen und erledigt mit Kopfschüssen seiner automatisch zielenden Smart-Pistole ganze Gruppen von Gegnern, während er an den Wänden des unterirdischen Komplexes der Faltwaffe entlangrennt. Die zweite Hälfte gehört dem Titanenkampf und ihr könnt mit einer riesigen Minigun automatisch die Schwachstellen der Titanen anvisieren.

Der gesamte Level ist darauf ausgerichtet, Spannung aufzubauen, das Tempo und den Druck der Handlung zu erhöhen, um ein intensives und packendes Finale zu liefern. Der Entwickler Respawn Entertainment ist sich darüber im Klaren, dass ihr zu diesem Zeitpunkt schon eine ganze Menge geleistet habt, und möchte, dass ihr das Feuerwerk genießen könnt. Selbst am Ende wirft Titanfall 2 mit neuen Ideen um sich wie Leonardo da Vinci nach seiner zweiten Flasche Wein.
Titanfall 2 – Wirkung und Ursache 2
 

Wirkung und Ursache


Die Zeit ist in der zentralen Mission von Titanfall 2 gleichzeitig Werk- und Spielzeug, als Cooper und BT eine Forschungseinrichtung entdecken, die sich zwischen zwei verschiedenen Punkten ihrer Geschichte bewegt. In der Gegenwart ist der Komplex eine schwelende Ruine, außen von einer fremdartigen Vegetation überwuchert, während im Inneren noch verschiedene Brandherde aktiv sind. In der Vergangenheit sind die Räume und Flure klinisch sauber und überall tummeln sich Wissenschaftler, die das Objekt untersuchen, das für die zeitlichen Störungen verantwortlich ist – die bereits erwähnte Lade.

Zu Beginn von „Wirkung und Ursache“ werdet ihr mit den abrupten Zeitsprüngen in der Einrichtung konfrontiert und müsst eure Bewegungen genau timen, um nicht von den plötzlichen Wechseln zwischen beiden Umgebungen überrascht zu werden. Doch schon bald findet ihr ein Gerät, das euch diese Macht direkt in die Hände legt, sodass ihr auf Knopfdruck zwischen den beiden Zeitperioden hin- und herspringen könnt.

Im weiteren Verlauf der Mission erkundet ihr dann sowohl die ungeheure Macht dieses Geräts als auch die damit verbundenen Gefahren. Die kontrollierten Zeitsprünge machen euch im Kampf beinahe allmächtig. Wenn euch ein Feind angreift, verschwindet ihr einfach und taucht dann hinter ihm wieder auf, um ihn auszuschalten.

Allerdings gilt die Sicherheit in einer Zeitachse nicht automatisch auch für die andere. Ein glänzend gebohnerter Boden in der Vergangenheit könnte in der Gegenwart kollabiert sein, sodass ihr in einen brennenden Abgrund stürzt. Umgekehrt kann es in einem zerstörten Labor der Gegenwart in der Vergangenheit von Soldaten wimmeln, und ihr findet euch mitten in der Schusslinie wieder.

„Wirkung und Ursache“ wird aus gutem Grund oft als der Höhepunkt von Titanfall 2 genannt, und es lohnt sich, die gesamte Kampagne zu spielen, nur um die Kämpfe mit ihrem ganz eigenen Zeitgefühl zu erleben. Aber die Mission ist eher ein Gipfel eines Gebirgskamms als ein einsamer Berg, ein genialer Auftritt, auf den sich Titanfall 2 hin entwickelt, um diese Dynamik dann bis zum dramatischen Ende beizubehalten.

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