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Industria 2 auf der gamescom angespielt – ein spannender Ego-Shooter gegen eine mörderische KI

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Alan Wen
25. Aug. 2025
Ich spiele gerne gute Ego-Shooter, aber es ist nicht leicht, einen zu finden, der eine spannende Handlung hat und gleichzeitig ohne langweiliges Füllmaterial meine Zeit respektiert. Vielleicht ist Industria 2 das Spiel, dass diese Lücke füllen kann. Für den Entwickler Bleakmill ist es ein großer Meilenstein, auch wenn dieses Indie-Erlebnis ein kompaktes Format haben wird.

Es handelt sich dabei zwar um eine direkte Fortsetzung, aber der Inhalt seines Vorgängers aus dem Jahr 2021 ist schnell erzählt – das zugängliche Erlebnis lässt sich an einem Abend durchspielen. Für diejenigen unter euch, die eine kurze Zusammenfassung benötigen: Ihr spielt als eine Frau namens Nora, die kurz vor Ende des Kalten Krieges in Ostberlin lebt. Sie ist plötzlich, wie sie es ausdrückt „in von Maschinen errichteten Mauern gefangen, in einer parallelen Dimension, weit weg von zu Hause.“
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Ganz allein ist sie jedoch nicht, denn schon ziemlich zu Anfang des Spiels – dort, wo diese Demo beginnt – trifft sie auf Marlene, eine Kollegin aus Ostberlin, die genau wie Nora irgendwie in dieses Paralleldimension geraten ist. Wenn eine Taschenlampe kaum ausreicht, um die Umgebung zu erkennen, ist es definitiv angenehmer, die dunklen Industriegebäude zu zweit zu erkunden.

Nichtsdestotrotz sind diese in Unreal Engine 5 wunderschön gerendert und die dynamische Lumen-Beleuchtung kommt voll zur Geltung. Was im konkreten Gameplay jedoch am meisten beeindruckt, sind die physikbasierten Interaktionen. Anstatt nur mit der Maus zu klicken, muss ich die Taste gedrückt halten und ziehen, um eine Tür zu öffnen, einen Gegenstand aufzuheben oder ein Kabel in die Hand zu nehmen, um es in eine Steckdose zu stecken. Das macht diese Paralleldimension deutlich immersiver und fühlbarer.

Das Gleiche gilt bei der Herstellung von Gegenständen: Noras Rucksack öffnet sich und ich muss Materialien auf Herstellungsplätze ziehen. Auch wenn die Herstellung eher abstrakt verläuft, sieht es einfach gut aus, wie die verschiedenen Komponenten übereinandergelegt werden und sich die Pistole, die ich herstelle, in Kugeln verwandelt, die dann mit einem überzeugenden Geräusch in die Munitionstasche wandern, bevor Nora ihren Rucksack wieder schließt.

Marlene ist mit ihren Tipps und Hinweisen zur aktuellen Situation zwar eine große Hilfe, offensichtlich aber nicht auf Kämpfe vorbereitet, denn Nora rät ihr, zurückzubleiben und auf sie zu warten, während sie selbst tiefer in die Anlage vordringt, um einen Modulator zu finden, der den Weg frei machen kann. Überraschend finde ich dann doch einen Weg nach draußen, wo die Sonne tatsächlich hoch am Himmel steht – nur in den Industriegebäuden war es einfach stockduster.

Kaum bin ich wieder in diesen Gebäuden, stoße ich schon auf die mörderischen Bedrohungen von Industria 2. Doch im Vergleich zu Zombies und anderen Monstern sind diese Roboter viel unheimlicher – sie bewegen sich komplett lautlos fort. Allerdings verfüge ich über einen Bewegungssensor, der dem in Alien: Isolation gar nicht so unähnlich ist. Er zeigt Gegner in der Nähe an, hat jedoch nur begrenzte Ladungen.

Die physischen Interaktionen erstrecken sich auch darauf, wie Nora auf Vorsprünge klettert oder sich durch enge Spalten zwängt. Feuergefechte werden allerdings langsamer und methodischer als in typischen Ego-Shootern und auch die Nachladeanimationen dauern länger. Die begrenzte Munition bedeutet zudem, dass im Falle eines Kampfes jeder einzelne Schuss wichtig ist. Ihr könnt euch die Munition aber auch sparen, indem ihr es vermeidet, Aufmerksamkeit zu erregen, und euch außer Sichtweite haltet, während ihr euren weiteren Weg sucht.
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Etwas mehr Vorsicht ist geboten, als ich auf tödlichere Gegner, die „Surgers“, treffe, die beim ersten Treffer töten können. Dafür sind sie blind, ich kann ihnen also ausweichen, indem ich mich in geduckt fortbewege oder einen Schalldämpfer für die Pistole herstelle. Auch die Taschenlampe kann ich gefahrlos benutzen. Leider nützt das alles nichts, denn mein Weg führt durch eine schwere Tür am Ende des Ganges, die sich nur mit einer sehr geräuschvollen Kurbel öffnen lässt. Zu allem Überfluss muss ich dann auch noch zur Tür hinsprinten, bevor sie sich von allein wieder schließt. Ich habe inzwischen zwar eine Schrotflinte gefunden, allerdings ist mein Munitionsvorrat noch sehr begrenzt, sie ist also nur eine Waffe für den Notfall. In meiner Panik kann ich jedenfalls soweit denken, dass es mir unklug erscheint, meinen gesamten Munitionsvorrat für den Tod eines Surgers zu verschwenden, nur um weitere auf mich aufmerksam zu machen.

Jede Möglichkeit, das Gebäude zu verlassen und draußen kurz Luft zu schnappen, ist eine Erleichterung. Dabei bin ich erstaunt, wie weitläufig und vernetzt diese Welt wirkt, auch wenn immer noch Ladebildschirme die einzelnen Gebiete voneinander trennen. Ich bin glücklich, als ich es zurück zu Marlene schaffe, die süffisant witzelt: „Du lebst noch?“

Dieser kurze Gameplay-Ausschnitt zeigt, dass sich Industria 2 zu einer atmosphärischen und ebenso fühlbaren Welt entwickelt. Und dass die KI-Schrecken, die euch in dieser Paralleldimension erwarten, in Gesellschaft erträglicher sind.

Industria 2 erscheint demnächst im Epic Games Store, ihr könnt es jetzt auf eure Wunschliste setzen. Und falls ihr es noch nicht getan habt, könnt ihr in der Zwischenzeit Industria spielen!

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