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Die Arbeit von Coffee Stain Studios am langersehnten Update 1.0 für Satisfactory
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Julian Benson
Seit seiner ersten Veröffentlichung 2019 im Epic Games Store wurde das Fabrikbauspiel vom Entwickler Coffee Stain Studios in den vergangenen fünf Jahren mit umfangreichen Updates erweitert. Dabei wurden spielverändernde Inhalte wie Rohrleitungen und Züge hinzugefügt, endlose Optimierungen vorgenommen und das Ganze sogar auf die neue Unreal Engine umgestellt. Der Eindruck, alles sei es von Anfang an so geplant gewesen, täuscht.
„Wir haben uns tatsächlich ziemlich spät für den Early Access entschieden“, sagt Snutt Treptow, der Community Manager von Satisfactory. Im Jahr 2019 hatte das Team nach drei Jahren Arbeit an dem Spiel bereits eine klare Vorstellung von den Funktionen, die das Spiel zur Veröffentlichung enthalten sollte. Gleichzeitig existierten auch Ideen für ein weitaus umfangreicheres Spiel, dass allerdings das Budget eines kleinen Studios überschritten hätte – insbesondere da man noch gar nicht wusste, wie ein Fabrikbauspiel in der Ego-Perspektive bei den Spielern ankommen würde.
Das Team beschloss, den Early Access auszuprobieren „und zu sehen, wie es läuft“. Treptow erinnert sich: „Wir waren ziemlich nervös. Es war sehr unklar, wie die Leute [auf das Spiel] reagieren würden.“ Wenn alles gut ging, konnte sich das Studio bei der Entwicklung mehr Zeit lassen und das Spiel dabei an seine größere Vision annähern. Ein Misserfolg würde das gesamte Projekt in Frage stellen.

Innerhalb der ersten drei Monate nach Veröffentlichung im Epic Games Store verkaufte sich Satisfactory mehr als 500.000 Mal. „Wir waren überrascht, wie viele Leute das Spiel gekauft hatten“, bemerkt Treptow. „Das machte es uns möglich, weitere Ansätze verfolgen.“
Beste Pläne
„Vor der Veröffentlichung hatten wir eine Roadmap.“ Sie war nur für den internen Gebrauch gedacht und enthielt die Schritte, die im Verlauf der nächsten fünf Jahre zur Vollversion von Satisfactory führen sollten.
„Eigentlich sollte der Kampf viel mehr Platz einnehmen“, erinnert sich Treptow an die ursprüngliche Vision der Entwickler. Hinweise auf diese Pläne finden sich im Enthüllungs-Trailer von Satisfactory – etwa bei Minute zwei ist dort ein Bosskampf mit einem gigantischen Krebs zu sehen –, doch das Team von Coffee Stain merkte schnell, dass Spieler der frühen Versionen etwas anderes suchten. „Die meisten wollten einfach nur Fabriken bauen“, so Treptow, daher konzentrierte sich das Team darauf, „ein möglichst entspanntes Fabrikspiel zu machen“.
Die Spieler waren nicht an Kämpfen interessiert, was sie forderten, stellte allerdings – zumindest aus Sicht von Coffee Stain – eine größere Herausforderung dar: Rohrleitungen.
„Es wurde zu einem Meme in unserer Community“, sagt Treptow. Das Team hatte Rohrleitungen zwar bereits in Erwägung gezogen, fand aber, dass sie dem Spiel nicht viel bringen würden. Als das Spiel damals veröffentlicht wurde, erledigten Förderbänder den gesamten Transport der abgebauten Ressourcen und hergestellten Gegenstände zwischen den Maschinen. Sobald die Fabrik in Betrieb genommen wurde, sah man endlose Reihen von Eisenerzhaufen, Stahlplattenstapeln und Kupferdrahtrollen, die auf einem Labyrinth von Förderbändern zwischen den Maschinen hin- und herwanderten. Auch flüssige Ressourcen wie Öl wurden auf diese Weise befördert – in Metall- und Plastikfässer abgefüllt.
Allerdings wurden in Factorio, dem direkten Konkurrenten von Satisfactory, Flüssigkeiten durch Rohrleitungen von einer Anlage zur nächsten befördert. Die Spieler forderten dasselbe für das Spiel von Coffee Stain.
„Wir dachten uns: ‚Na gut, ab dafür, dann fügen wir eben Rohre hinzu und müssen alles im Spiel ändern, weil das alle aktuellen Rezepte über den Haufen wirft.‘“
Bei der Umsetzung der Wünsche der Community stellte Coffee Stain Überlegungen an, wie Rohrleitungen zu einem sinnvollen Teil von Satisfactory werden könnten, und entdeckte dabei zahlreiche neue Mechaniken. Flüssigkeiten benötigen Druck, um durch die Rohre zu fließen, was den vertikalen Transport zu aufragenden Felskanten oder zu Maschinen auf der höchsten Ebene von Fabriken zu einer echten Herausforderung für Spieler macht.
„Seitdem konzentrieren wir uns eher darauf, was die Community wünscht und was gerade sinnvoll ist, anstatt ein oder zwei Jahre vorauszuplanen“, erklärt Treptow.
Irgendwann nahm Coffee Stain auch die Kämpfe in Satisfactory in Angriff, doch „es war klar, dass sich die Arbeit daran nicht sehr lohnen würde“, so Treptow. „Es ist wichtiger, sich auf die Inhalte zu konzentrieren, die sich die Spieler wünschen, anstatt an Systemen zu basteln, um das Spiel so breit wie möglich aufzustellen.“
Das Feedback aus dem Early Access von Satisfactory verwandelte die ursprüngliche Spielidee von Coffee Stain Studios, es brachte aber mehr als nur die Rückmeldungen der Spieler. Es motivierte, weiterzumachen.
„Je mehr Arbeit wir in das Spiel steckten, desto mehr machten die Spieler daraus“, sagt Treptow. „Bei der Veröffentlichung fragten wir uns: ‚Wird jemand damit etwas Cooles anstellen?‘ Und dann bauten die Spieler fantastische Fabriken, die um einiges beeindruckender waren, als alles, was wir je gebaut hatten. Sie holen aus dem Spiel mehr heraus, als wir für möglich hielten, und jedes Mal, wenn wir das Spiel optimieren, schaffen sie es, noch mehr herauszukitzeln.“
Mit Rückblick auf den ursprünglichen Plan des Teams, das Spiel hinter verschlossenen Türen zu entwickeln und komplett mit allen Features zu veröffentlichen, kommt Treptow zu einem eindeutigen Schluss: „[Das Ergebnis] wäre niederschmetternd gewesen. Dass wir diesen Weg gemeinsam mit der Community gegangen sind und ihre Meinung hören konnten, war eine große Hilfe. Das ist eines der schönen Dinge an diesem Modell – es hat das Spiel erst zu dem gemacht, was es heute ist.“
Vorbereitung für die Veröffentlichung
So produktiv der Early Access auch war, hat Coffee Stain sein Endziel nicht aus den Augen verloren. Tatsächlich haben Vorbereitungen für die Veröffentlichung von Version 1.0 von Satisfactory bereits vor über zwei Jahren begonnen.

Nach der Veröffentlichung von Update 5 im Jahr 2022 teilte Coffee Stain die Entwicklung in zwei getrennte Bereiche. Während man sich einerseits auf Updates für den Early Access, Fehlerbehebungen und Optimierungen konzentrierte, waren parallel dazu bereits Features in Arbeit, die erst mit der Version 1.0 erscheinen würden.
„Manche Features, an den wir arbeiteten, waren nicht von einem Update zum nächsten zu schaffen und wir konnten uns dabei keine Halbherzigkeiten erlauben“, erklärt Treptow. So wird beispielsweise der Story-Modus von Satisfactory erst mit Version 1.0 verfügbar, denn das Team wollte „den Spielern keine halbfertige Geschichte vorsetzen“.
Diese parallele Entwicklung brachte es nach Treptows Worten mit sich, dass „die Aufmerksamkeit des Teams etwas geteilt“ war. Seit der Veröffentlichung von Update 8 arbeitet das Team nun voll und ganz auf die Version 1.0 hin. „Es ist [jetzt] wesentlich einfacher. Es war nicht leicht, den Überblick zu behalten, aber ich bin wirklich froh, dass wir uns alle auf dasselbe konzentrieren.“
Dass verschiedene Features erst in Version 1.0 erscheinen, lässt dem mehr Team Raum, zu untersuchen, was für die endgültige Version von Satisfactory am angemessensten ist. „[Unsere] Vision der zugrundeliegenden Handlung des Spiels hat sich während des Early Access drastisch geändert.“ Zwar war von Anfang an eine Geschichte und ein Endziel für die Sandbox-Kampagne vorgesehen, aber das Team „hatte damals weitaus größere Ambitionen.“ Aufgrund des Feedbacks der Spieler wollte Coffee Stain – ähnlich wie schon beim Kampf – möglichst auf alles verzichten, was „vom Aspekt des Fabrikbaus wegführt“.
Was nach Version 1.0 kommt
Coffee Stain Studios „wird an Satisfactory weiterarbeiten“, so Treptow, doch bevor die letzte Hürde nicht genommen ist, will sich das Team nicht auf den Umfang festlegen.
Es gibt allerdings noch viele Ideen, die umgesetzt werden könnten. Kürzlich hat Coffee Stain sogar ein Video veröffentlicht, in dem aufgeführt wird, was zur Veröffentlichung nicht im Spiel enthalten sein wird – eine mögliche Andeutung einer zukünftigen Implementierung dieser Features. Aber, wie Treptow es ausdrückt: „Wir könnten [zwar] ewig am Spiel weiterarbeiten – wir könnten es sogar zu einen Live-Service-Spiel machen –, aber ich glaube nicht, dass wir das überhaupt wollen.“
Auch jetzt überstürzt das Team nichts und hat noch kein Veröffentlichungsdatum angekündigt. „Wir brauchen den Spielraum, um Anpassungen vorzunehmen und unsere Entscheidungen in Ruhe zu treffen“, erklärt Treptow. „Es soll auf jeden Fall noch in diesem Jahr sein, aber ein genauer Termin steht noch nicht fest. Wir haben schon seit einigen Wochen eine komplette Version des Spiels mit allen Inhalten. Wir konzentrieren uns jetzt darauf, sie so weit zu verbessern, dass wir mit einer Reihe von Spielern eine geschlossene Beta durchführen können. Dann entscheiden wir auf der Grundlage des Feedbacks, wann wir das Spiel veröffentlichen können.
Wir freuen uns schon darauf, endlich alles beisammen zu haben und sagen zu können, dass das Spiel fertig ist. Das ist ein riesiger Schritt. Wir arbeiten schon so lange an dem Spiel, dass es mir schwerfällt, zu akzeptieren, dass wir tatsächlich so weit sind.“
Achtet auf den Termin der endgültigen Veröffentlichung von Satisfactory im Laufe des Jahres. Es ist im Epic Games Store verfügbar.