
In Anno 117: Pax Romana bestimmen die Spieler das Schicksal Britanniens unter römischer Herrschaft

In den meisten Städtebau-Strategiespielen ist die eigene Rolle relativ genau definiert. Entweder man entwickelt eine Gesellschaft von Grund auf neu oder man nimmt eine bestehende Gesellschaft, die bereits einem klaren Weg folgt, und versucht, ihre Zukunft optimal zu gestalten. Entweder wählt man die Richtung einer Gesellschaft oder man übt Einfluss auf eine Kultur aus, die sich bereits in eine bestimme Richtung entwickelt.
Anno 117: Pax Romana spielt zur Glanzzeit des Römischen Reichs, während einiger Jahrhunderte relativer Stabilität. Das Imperium umfasst beinahe ein Viertel der Welt, Rom verteilt und sammelt die Kultur, und die verschiedenen Völkergruppen kämpfen als eigene, aber unterworfene Nationen um ihre Identität.
Zur Veröffentlichung wird Anno 117 zwei spielbare Regionen bieten. Latium ist warm, sonnig, voller großer Städte und ein Gebiet, das man üblicherweise mit einem Städtebauspiel im antiken Rom verbinden würde. Die andere Region ist allerdings wesentlich interessanter. Albion, ein anderer Name für das antike Großbritannien, ist grau, nass und uneins über seine neuen Herrscher. Als Römischer Gouverneur habt ihr den Auftrag, die Region zu entwickeln, was aber auch bedeutet, dass ihr bestimmt, wie die Region wachsen soll.
Der Entwickler Ubisoft erläuterte auf der gamescom 2024 bei einer Sitzung hinter verschlossenen Türen, dass die Spieler bei den Verbesserungen ihrer Gemeinschaften entscheiden müssen, wie weit sie Britannien erlauben, an Elementen ihrer traditionellen Kultur festzuhalten, oder der Nation die „römische Art“ aufzwingen. Dies wirkt sich unter anderem auf unterschiedliche Ressourcenbäume für die Erfüllung von Grundbedürfnissen aus. Beispielsweise benötigt eine römische Toga vier Arten Material, während britische Hosen nur zwei benötigen. Diese Entscheidungen beeinflussen insofern den Spielverlauf, dass Rom euch eher unterstützt, wenn ihr römische Kultur verbreitet, während ihr es euch auf dieselbe Weise leicht mit den Bewohnern Albions verscherzt, die sich dann nicht gerne euren Gesetzen beugen.

Während diese Wahl zwischen der Beibehaltung der lokalen Gepflogenheiten und expansiver Romanisierung den Kern von Anno 117 bildet, erklärten uns die Entwickler, dass sie die Spieler nicht dauerhaft an einen dieser beiden Pfade binden wollten. Es wird zwar nicht möglich sein, ständig zwischen beiden hin- und herzuwechseln, aber die Spieler haben die Freiheit, im Laufe der Zeit ihren Kurs zu ändern oder sogar einige ihrer früheren Entscheidungen neu zu überdenken, und gegebenenfalls zu ändern. Ihr seid eine Weile an eure Entscheidungen gebunden und müsst mit den Konsequenzen leben. Auf längere Sicht seid ihr jedoch flexibel und könnt umdenken, falls ihr mit den Ergebnissen eurer bisherigen Haltung nicht zufrieden seid.
Ein Thema, das mich angesichts der Epoche und der Umgebung des Spiels interessierte, war die Sklaverei und wie weit ihr in einer Geschichte, die während des Höhepunkts der römischen Expansion spielt, eine Rolle zugedacht wird. Die Entwickler stellten klar, dass ihnen zwar bewusst sei, dass die Anno-Spiele die Geschichte oft durch eine rosarote Brille betrachten, doch in diesem Fall würden sie „nicht vor den Realitäten der Epoche zurückschrecken“. Sie unterstrichen, dass sie das Thema ernst nehmen und es mit dem nötigen Fingerspitzengefühl behandeln wollen.
Anno 117 wird erst 2025 erscheinen und das Gameplay wird nicht vor Anfang nächsten Jahres öffentlich zu sehen sein. Doch das Gesamtkonzept verspricht, eine interessante Version des Genres zu werden, und ist einen ausführlicheren Blick wert, wenn ihr euch für die Antike interessiert.
Schaut euch Anno 117: Pax Romana im Epic Games Store an.