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Im Horror-Roguelike Golden Light ist nichts sicher

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Steven Nguyen Scaife
26. Dez. 2023

Schon in der Eröffnungsszene warnt das Survival-Horror-Roguelike Golden Light euch davor, nichts für bare Münze zu nehmen. Ihr steht auf einem endlosen, idyllischen Feld mit einer Frau, die nur als „Sie“ bekannt ist, und in der Ferne seht ihr eine Rose. Ihr wollt sie pflücken, um sie ihr zu bringen, aber eine riesige, fleischige Hand bricht plötzlich aus der Erde hervor und zerrt „Sie“ hinein. Ihr verfolgt sie in das tiefe, fleischige Loch und gelangt so in den „Magen“, eine empfindungsfähige und sich verändernde Landschaft, deren wirre Verhöhnungen oben auf dem Bildschirm erscheinen, während ihr euch euren Weg durch seine Gänge bahnt.

Von dem Augenblick an, in dem ihr einen Fuß in den Magen setzt, ist alles eine potenzielle Bedrohung. Jede Waffe, jede Tür und jedes herumstehende Möbelstück kann eine Attrappe sein, die darauf wartet, euch anzugreifen, wenn ihr euch nähert. Mitunter bemerkt ihr etwas Ungewöhnliches, z. B. ein Objekt, wo vorher nichts war, oder einen Gegenstand, der sich langsam auf euch zubewegt. Aber wenn ihr es wirklich wissen wollt, bleibt euch nur, die Zähne zusammenzubeißen und weiterzugehen, um die Schlüssel für den Aufzug zu finden, der euch nur nächsten Etage bringt. Während der gesamten Zeit entfaltet das Spiel seine geheimnisvolle Geschichte in Form von Szenen in engen Räumen und zugemauerten Durchgängen, die durch einen verschwommenen Grafikfilter zu sehen sind.
Golden Light 2
Sicher ist im Magen nur, dass gar nichts sicher ist – selbst wenn sich ein Gegenstand nicht in ein brutales Monster verwandelt, muss er nicht das sein, wonach er aussieht. All die abgetrennten Fischköpfe, Fleischmasken, zusammengewachsenen Zwillingsraben und anderen grotesken Verbrauchsgegenstände ändern ihre Eigenschaften von einem Spieldurchlauf zum Nächsten, sodass etwas, was vorher eure Gesundheit regeneriert hat, Gift oder Lähmung oder „Gold Hunger“ verursachen kann, der langsam eure angesammelte Währung frisst. Auch hier ist das Experimentieren die einzige Möglichkeit, um sicherzugehen: Verputzt ein Paar fette Lippen oder werft sie nach einem Gegner und hofft dann, dass ihr damit keine Kettenreaktion auslöst.

Die Waffen sind ähnlich willkürlich – und verhalten sich ähnlich. Ihr könnt mit der Axt nach einem Gegner schlagen, aber ihr könnt sie auch essen, werfen oder euch selbst damit verletzen, denn um in Golden Light voranzukommen, müsst ihr den Magen bei Laune halten, der es gerne sieht, wenn ihr verletzt werdet, und äußerst ungehalten wird, wenn ihr seine Bewohner tötet. Und wenn der Magen ungehalten ist, kosten Gegenstände mehr und die Monster sind aggressiver.

Die andere Möglichkeit, den Magen zu besänftigen, ist das „Eternal Field“ (Ewige Feld), die zentrale Welt, in die ihr nach jedem Tod zurückgeschickt werdet. Aber auch die Hauptwelt von Golden Light ist ein seltsamer, potenziell gefährlicher Ort, voller Geheimnisse und Gegenstände, die man für den nächsten Spieldurchlauf vorbereiten muss, sowie voll anderer Kreaturen, die genauso viel Schaden anrichten können wie alles, was im Magen lauert. Dieses Spiel muss immer wieder neu erlernt werden und schafft eine Atmosphäre des totalen Unbehagens, indem es alles in Frage stellt, was man zuvor für wahr gehalten hat. In jedem Spieldurchlauf in Golden Light gibt es etwas Neues zu entdecken, ob ihr wollt oder nicht.