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Indika erzählt eine seltsame und surreale Geschichte über religiösen Glauben

C
Colin Campbell
3. Apr. 2024
Indika ist ein Spiel für alle, die ungewöhnliche und anspruchsvolle Geschichten mögen, die in wenig bekannten Regionen der Vergangenheit spielen. Indika erzählt die Geschichte einer einfachen Nonne und ihrer eintönigen, freudlosen Existenz im Russland des 19. Jahrhunderts. Eines Tages bricht sie zu einer Reise auf, sowohl im wörtlichen als auch übertragenen Sinne, nur in Begleitung ihrer Gedanken – und des Teufels. Was dann folgt, ist eine surreale Mission der Selbstfindung, die sie aus der Perspektive ihrer religiösen Überzeugungen (und Zweifel) erlebt.
Das Spiel wird von Odd Meter entwickelt, das früher in Moskau ansässig war, seit dem russischen Überfall auf die Ukraine aber größtenteils nach Almaty in Kasachstan umgezogen ist.

Indika ist für alle, die ungewöhnliche und anspruchsvolle Geschichten in wenig bekannten Regionen der Vergangenheit mögen. Dmitry Svetlow, der Gründer des Studios, wollte nach seinen eigenen Worten schon immer ein Spiel machen, das sich mit der Religion in Russland auseinandersetzt, und dabei die Erfahrungen seiner Kindheit einbringen.

„Das Thema Religion hat mich schon immer stark fasziniert“, sagt er. „Ich bin in einer sehr religiösen Familie aufgewachsen und lebte mehrfach mit meiner Mutter wochenlang als Pilger in einem Frauenkloster. Die Grundlagen der Geschichte sind daher meine persönlichen Erfahrungen und meine Loslösung von der Religion.“
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Bei seinen Nachforschungen über die Epoche und zum Thema Religion zog das Team verschiedene Geschichtsbücher zu Rate. „Im Hinblick auf historische Genauigkeit haben wir zwei Ansätze“, sagt Svetlow. „Einerseits gibt es eine alternative, groteske, teilweise direkt märchenartige Realität und viele Details werden sehr kreativ neu interpretiert. Andererseits haben wir dort, wo wir uns an die Wirklichkeit halten, auf größtmögliche Authentizität geachtet.

Im Studio wissen wir genau in welchem Jahr und welcher Region Russlands die Ereignisse stattfinden, welchen Stand die damalige Technik hatte und so weiter. Was die Religion betrifft, habe ich, wie bereits erwähnt, selbst den größten Teil an Informationen beigesteuert. Ich kann sogar ein wenig Altkirchenslawisch lesen!“

Indika hat eine schlichte und gleichzeitig schöne Ästhetik, die von der russischen Architektur inspiriert ist. „Die wichtigsten Mitarbeiter unseres Studios sind Architekten“, erklärt Svetlow. „Wir haben ein ganz besonderes Gefühl für Stil bei der Spielentwicklung, und Ästhetik – im weitesten Sinne des Wortes – spielt im Projekt eine zentrale Rolle.“
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Das Team ließ sich auch von postmodernen Regisseuren psychologischer und experimenteller Filme wie Yorgos Lanthimos, Terry Gilliam und Alejandro González Iñárritu sowie von dem berühmten russischen Filmemacher Andrei Tarkovsky inspirieren, der in den 1980er Jahren die Sowjetunion verließ.

Indika erforscht die Orientierungslosigkeit, während die Nonne mit dem Trauma ihrer Selbstfindung und der Auseinandersetzung mit Satan beschäftigt ist. „Das Spiel besitzt mehrere erzählerische Ebenen“, so Svetlow. „Paradoxerweise war es für uns wichtig, die Immersion zu durchbrechen, um einen Effekt der Entpersönlichung zu schaffen.“

Die Handlung des Spiels wird durch Rätsel bereichert, die etwa ein Drittel des Spiels ausmachen. Wie Svetlow berichtet, war es „eine interessante Herausforderung“, Rätsel zu erfinden, die „ein handlungsbasiertes Spiel auf eine Art erweitern, dass sie die Geschichte nicht unterbrechen, sondern dabei helfen, sie zu erzählen.“
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„Vor fünf Jahren begannen wir mit den ersten Rätseln und es ist unglaublich, wie viele wir wieder verworfen haben“, fügt Svetlow hinzu. „Fast alle unsere Gameplay-Elemente sind einzigartig, das bedeutet, es gibt fast keine Rätsel, die die gleiche Mechanik verwenden. Erschwerend kam hinzu, dass niemand im Team Erfahrung mit ähnlichen Spielen hatte und wir erst nach und nach selbst herausfinden mussten, was funktioniert und was nicht.“

Svetlow wünscht sich, dass die Spieler von der Geschichte und den Problemen der Protagonistin auch emotional berührt werden. „Ich hoffe, dass sich die Spieler auf eine gute Art ratlos fühlen. Dass sie sich so viele Fragen wie möglich stellen“, sagt er. „Als wir das Skript schrieben, brachten wir zuerst die meisten meiner Ideen klar zum Ausdruck und ließen nicht viele Fragen offen. Später merkte ich, dass es viel wirkungsvoller wäre, die meisten Fragen offen zu lassen und dafür die Fragen selbst möglichst korrekt zu formulieren, damit die Spieler selbst die Antworten finden könnten.“

Indika wird vom polnischen Publisher 11 bit studios noch dieses Jahr im Epic Games Store veröffentlicht.