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Infinitesimals im Test: Genauso schön und einschüchternd wie erwartet
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Brian Crecente
Da der Spielercharakter kaum größer als ein Insekt ist, geht ihr quasi auf Tuchfühlung mit Pflanzen, an denen ihr in der echten Welt vermutlich recht achtlos vorbeilaufen würdet. Hier jedoch könnt ihr die Schönheit dieser Pflanzen aus nächster Nähe bewundern.
Licht schimmert zwischen gigantischen Grashalmen hindurch und verziert den Erdboden mit einem tanzenden Muster aus Sonnen- und Schattenflecken. Strahlenbüschel durchbrechen die niedrigen Schatten von Farnen, Blumen und andere Pflanzen. Einmal traf ich auf ich eine riesige Ameise. Ihre Mandibeln klickten, während sie mich mit einem Blick bedachte, der leicht überrascht wirkte.
Ich hätte sie niedermähen können – aber wozu?
„Die Tierwelt ist in diesem Spiel nicht die Hauptbedrohung“, erklärt James McWilliams, Gründer von Cubit Studios und Game Director von Infinitesimals. „Manche Tiere sind angriffslustig, andere eher neugierig. Aber im Spiel geht es nicht darum, die Tierwelt zu dezimieren.“
In Infinitesimals schlüpft ihr in die Rolle von Captain Awkney Relinrake, der sich durch diese gigantische, ebenso schöne wie bedrohliche Welt kämpft, um seine einstige Eliteeinheit zu finden, die in alle Himmelsrichtungen verstreut wurde. Seine Suche wird durch das gewaltige Gelände, lokale Wildtiere und die „Hunter Gatherer“ (Jäger-Sammler) erschwert – mechanische Wächter, die durch diese Welt streifen.

McWilliams zufolge wollte das Team die Natur in der Spielwelt möglichst realistisch nachbilden.
„Sie kann nicht völlig authentisch sein, weil wir uns künstlerische Freiheiten nehmen müssen“, sagt er. „Deshalb handelt es sich um eine stilisierte Darstellung davon, wie es ist, so klein zu sein.“
Um dem Spiel in Unreal Engine 5 die gewünschte Optik zu verpassen, arbeitete das Team mit vielen Fotos, die in Bodennähe aufgenommen worden waren. Während der kurzen Probedemo diese Third-Person-Spiels lernte ich schnell, das Gelände mithilfe eines Jetpacks zu erkunden, mit dem ich mich über den Baldachin aus Gräsern erhob, Angriffen durch schnelle Richtungswechsel auswich oder mich einfach etwas rascher bewegte.
Der linke Bumper aktiviert einen Sensormodus, der alle Signale in der Umgebung optisch sichtbar macht, darunter elektromagnetische Wellen, Kommunikationssignale und andere. Wenn man einen Bereich ins Visier nimmt – ähnlich wie beim Zielen mit einer Waffe –, kann man einzelne Signale isolieren und zu ihrem Ursprung zurückverfolgen. In diesem Fall konnte ich so den Sender eines Notsignals aufspüren.

Wie viele andere Titel, die beim Summer Game Fest zu sehen waren, ist auch Infinitesimals ein Einzelspielertitel. Wie McWilliams erklärt, kam ein Multiplayer-Spiel aufgrund der Teamgröße einfach nicht in Frage. Abgesehen davon waren die Handlung und die narrativen Elementen von Beginn an die treibende Kraft des Spiels, weshalb Einzelspieler sowieso die sinnvollere Wahl war, wie er hinzufügt.
In der Demo bahnte ich mir den Weg zu einer Art Station mitten im Dickicht und öffnete die Tür mithilfe eines Tastenfelds. Sobald ich eintrat, nahm mich ein an der Decke montiertes Geschütz unter Beschuss, das ich aber mit etwas Ausweichen und Gegenfeuer schnell außer Gefecht setzte. Einige kleine zweibeinige Droiden mit Glühbirnenköpfen konnten mir ebenfalls nicht lange widerstehen.
Irgendwann hüpfte ein Begleiter auf meinen Rücken und dirigiert mich zum nächsten Abschnitt meiner Mission. Bei manchen Gegnern ist es im Spiel auch möglich, sich unbemerkt an ihnen vorbeizuschleichen.
„Man kann Kämpfe nicht völlig vermeiden, aber Schleichen ist möglich und macht für manche Spieler natürlich den bevorzugten Spielstil aus“, sagt McWilliams.
Während ich mich durch die winzige Basis kämpfe, gibt es auch ein bisschen Rätselspaß, weil ich herausfinden muss, wie ich in versperrte Bereiche gelange. Captain Relinrake hat eine Gesundheits- und eine Rüstungsleiste, ansonsten ist die Benutzeroberfläche jedoch ziemlich minimalistisch gestaltet. Wenn er Schaden erleidet, kann er sich heilen oder seine Rüstungsleiste mithilfe eines Reparatur-Kits wieder auffüllen.
Die Demo endet mit einem letzten Kampf im Freien, der eindrucksvoll zeigt, wie es ist, in einem relativ offenen Gelände gegen mehrere Gegner anzutreten.
Noch steht kein offiziellen Release-Termin fest, aber das Team plant die Veröffentlichung für 2026. McWilliams sagt, die Idee für das Spiel entstand aus Leidenschaften, die er schon lange hegt.
„Ich war schon immer naturbegeistert und fasziniert von der Vorstellung, als kleines Wesen in der Natur unterwegs zu sein. Und ich mag Sci-Fi“, erklärt er. „Jetzt habe ich Beides einfach miteinander kombiniert.“
Die Leidenschaft für Sci-Fi hat definitiv das Aussehen von Captain Relinrake beeinflusst.
„Als wir begannen, über das Charakterdesign nachzudenken, wollte ich etwas, mit dem man sich identifizieren kann“, erzählt McWilliams. „Also zum Beispiel keine Facettenaugen, sondern lieber Augen, die sehr menschenartig aussehen. Realistischere Designs hätten dazu geführt, dass man sich vielleicht nicht so gut mit dem Hauptcharakter identifizieren kann. Daher haben wir sein Aussehen eher stilisiert gestaltet.

Seine Begleiter sehen in gewisser Weise insektenartiger aus. Sie haben winzige Augen, die nicht einmal blinzeln. Awkney hingegen soll möglichst menschenähnlich wirken.“
Wenn man genauer hinsieht, kann man jedoch unter der Rüstung von Captain Relinrake einen insektenartigen Panzer entdecken, zu dem auch Kopfanhängsel gehören.
„Das ist gewissermaßen typisch für seine Spezies“, erklärt McWilliams. „Er wächst und sie ritzen ihn. Wenn der Panzern auswächst, ritzen sie Muster in ihn ein, das ist ein Bestandteil ihrer Kultur. Er hat also zusätzlich diese biologische Rüstung, aber sie ist ein Teil seiner Gesundheit. Seine Rüstung ist praktisch ein Kampfanzug, den er über seinem Panzer trägt.“
Es ist zwar schon mehr als zwei Jahre her, dass Cubit Studios die Arbeit an Infinitesimals angekündigt hat, aber beim diesjährigen Summer Game Fest hat das Team zum ersten Mal den aktuellen Build vorgestellt und ausführliche Gameplay-Videos gezeigt. Und natürlich war das Team etwas besorgt, was die allgemeine Reaktion betraf. Doch glücklicherweise wurde der Trailer vom Publikum scheinbar sehr gut aufgenommen.
„Irgendjemand hat am Ende laut 'Wow!' gerufen“, erzählt McWilliams lachend. „Darauf hatte ich wirklich gehofft.“
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