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Ohren auf in Train Sim World 6
A
Alan Wen
Als ich kurz vor der Enthüllung bei Dovetail Direct auf der gamescom 2025 mit Senior Technical Producer Lukas Klimczyk über den neuesten Teil der Reihe sprach, erklärte er mir, was die Simulation in der Train Sim World-Serie so besonders macht.
„Andere Simulatoren versuchen, die ganze Welt abzubilden, doch am Ende fühlt es sich einfach nur abstrakt an“, erklärte er. „Aber wir haben jedes Signal an der richtigen Stelle, und jede Funktion hat den richtigen Namen. Wir sind so präzise, dass Unternehmen sogar um Schulungen bei uns anfragen!“
Das heißt aber nicht, dass Train Sim World 6 nur etwas für eingefleischte Eisenbahn-Fans ist. Natürlich erwarten wir nicht, dass jeder Spieler mit allen realistischen Einstellungen spielt, schließlich erfordert dies ein umfassendes Verständnis der Sicherheitssysteme jedes Zuges. „Es hat schließlich seinen Grund, warum echte Lokführer eine jahrelange Ausbildung machen müssen“, sagte Klimczyk. „Aber manche Leute wollen einfach nur entspannen und die virtuelle Reise genießen.“

Anders gesagt: Man hat ziemlich viele Freiheiten. Natürlich dreht sich alles ums Zugfahren, aber man kann auch als Zugbegleiter die Fahrkarten kontrollieren oder einfach entspannt als Fahrgast mitfahren. So oder so wird deutlich, wie viel Mühe die Entwickler darauf verwenden, alles entlang der Strecke authentisch nachzubilden – von den Bahnhöfen und deren Umgebung bis hin zu den Ausblicken entlang jeder Strecke.
Genau das macht jeden neuen Teil so besonders: Statt nur einer optischen Überarbeitung gibt es bei jeder Veröffentlichung neue Inhalte, Züge und Strecken. Auch an Details und Umfang wird nicht gespart: Train Sim World 6 enthält die Strecke Dresden–Leipzig in Deutschland, die sich über 150 Kilometer und 43 Bahnhöfe erstreckt, inklusive einer originalgetreuen Nachbildung des Leipziger Hauptbahnhofs, der mit 83.460 Quadratmetern der flächenmäßig größte Bahnhof Europas ist. Auch für landschaftliche Highlights ist gesorgt: Die neue Riviera Line in Großbritannien zeigt einige der schönsten Küstenblicke, darunter imposante Klippen aus weißem und rotem Kalkstein.
Um auf die kleinen Details zurückzukommen, die eine authentische Simulation ausmachen: Es geht nicht nur darum, was man sieht, sondern auch darum, was man hört. Eines der am häufigsten gewünschten Features, das Train Sim World 6 nun bietet, sind akustische Ansagen, und ich kann es kaum fassen, dass sie nicht schon früher Teil des Spiels waren. Ist man wirklich an einem Bahnsteig, wenn man nicht durch einen Lautsprecher erfährt, welche Station als Nächstes kommt?

Das Team hat ein dynamisches System entwickelt, sodass die Ansagen je nach Standort unterschiedlich und authentisch klingen, erläutert Klimczyk. Dieses Detail liegt dem Team besonders am Herzen, denn die engagierte Community achtet genau darauf, und manche nehmen Ansagen von den Lautsprechern sogar mit dem Handy auf.
„Wenn man im Zug sitzt, hört man den Zugführer entweder mit gedämpfter Stimme oder über Lautsprecher, und das macht das Erlebnis deutlich immersiver. Dabei darf man sich auch über holpriges Englisch freuen, wenn es heißt: ‚Thank you for travelling with Deutsche Bahn!‘“
Was Änderungen beim Gameplay betrifft, gibt es nun auch einen Schieberegler für zufällige Ereignisse – von plötzlichen Zugstörungen über Signalausfälle bis hin zu vorübergehenden Geschwindigkeitsbeschränkungen –, die eure Herausforderung, den Zug pünktlich an sein Ziel zu bringen, mit unvorhersehbarem Chaos bereichern. Das sorgt natürlich für einen hohen Wiederspielwert, da keine zwei Fahrten auf derselben Strecke gleich verlaufen. Wer schon einmal Probleme in einem Zug erlebt hat, weiß, dass eine Simulation kaum realistischer sein kann. „Es kommt in der echten Welt so oft vor, dass es einfach Sinn macht“, erklärte Klimczyk.
Natürlich macht Train Sim World 6 hier nicht halt, denn für diese Veröffentlichung sind weitere Add-ons geplant, darunter Strecken in neuen Ländern wie Portugal, Tschechien und Japan, die jeweils von Teams vor Ort nachgebildet wurden. Besonders interessant ist, dass erfahrene Spieler ihre vorhandenen Strecken und Züge mitbringen können, was vermutlich einer der Gründe ist, warum Dovetail den Umstieg von seiner stark angepassten Version von Unreal Engine 4 nicht überstürzen möchte.
„Unreal war nicht für diese enorme Menge an Inhalten gedacht, aber einige unserer Entwicklungen für dieses Spiel haben sogar den Weg in die Kern-Engine gefunden“, so Klimczyk. „Die Fahrgastdichte ist noch nicht ganz ideal, doch das geschäftige Treiben an den Bahnhöfen spürt man bereits. Im Fotomodus gibt es zudem eine komplette Tag-, Nacht- und Wetter-Simulation. Jedes Jahr wird alles noch besser.“

Train Sim World 6 erscheint am 30. September im Epic Games Store. Ihr könnt die Standard, Deluxe oder Special Edition vorab kaufen, wobei ihr die Deluxe und die Special Edition sogar schon ab 25. September spielen könnt.