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Once Human ist ein postapokalyptisches Sandbox-Spiel mit einer gesunden Portion Lovecraft'scher Absonderlichkeit.

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Shaan Joshi
20. Juni 2024

In Once Human gibt es so viele grundverschiedene Mechaniken und Features, dass man sich nur schwer entscheiden kann, über welche davon man zuerst berichten will. Mit seinem Erstlingswerk Once Human setzt der Entwickler Starry Studio auf ein postapokalyptisches Szenario, das auf den ersten Blick einfach wirkt. Es dauert aber nicht lange, bis das Spiel eine überraschende Wendung nimmt und die Erwartungen auf den Kopf stellt, die wir meistens haben, wenn wir die Begriffe „Multiplayer“, „Open-World“ und „Survival“ hören.

Als ich Once Human auf dem Summer Game Fest antesten durfte, konnte ich mir einen ersten Eindruck von all dem verschaffen, was das Spiel zu bieten hat. Allerdings dürfte die Vollversion noch deutlich mehr in petto haben. Insgesamt fühlte sich das Gameplay mitreißend an und war auch für Neueinsteiger nicht zu einschüchternd. Die Waffen hatten angemessen viel Wumms und wirkten schlagkräftig. Once Human setzt nicht auf übertrieben widerstandsfähige Gegner, um das Spiel künstlich schwieriger zu machen – zumindest nicht bei Gegnern, die eurem Charakter hinsichtlich Level und Erfahrung ebenbürtig sind. 

Apropos Gegner – die gehören zu den bizarrsten Aspekten von Once Human und haben mich gleich zu Beginn meines Spieltests überrascht. Während ihr in anderen Genre-Klassikern oft gegen menschliche oder untote Gegner kämpfen müsst, hat Starry Studio eine andere Richtung eingeschlagen. In dieser Version einer postapokalyptischen Welt hat sich eine mysteriöse Energieform namens Sternenstaub ausgebreitet, die all das infiziert und belebt, was ansonsten alltäglich und leicht zu vergessen wäre. 
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Dadurch entstehen albtraumhafte Kreaturen – sogenannte Deviants. So weit, so verstörend. Es dauerte nur ein paar Minuten, bis ich auf humanoide Monster traf, die Scheinwerfer statt Köpfe hatten und mich – sehr zu meinem Entsetzen – mit einem Lichtstrahl blenden und an Ort und Stelle erstarren lassen konnten. Kurz danach sollte ich mir vor einer elektronischen Reklametafel in der Nähe etwas Beute schnappen, wurde dabei aber von einem gigantischen Deviant-Monster angegriffen, das plötzlich auf mich zusprang. Und als sei mein Spieltest nicht schon schreckenerregend genug gewesen, bat mich jemand beim Publisher NetEase darum, mich einer großen Fläche auf offener Strecke zu nähern. Bald darauf kam ein massiger, sechsbeiniger Bus angerast (der, wie ich später erfuhr, einfach nur Monsterbus genannt wird) und erinnerte mich sofort an den beliebten Katzenbus in Mein Nachbar Totoro sowie an die düstere Paralleldimension in Stranger Things, die auch als die Schattenwelt bekannt ist. Zum Glück greift dieses besondere Deviant-Monster den Spieler nicht aktiv an. Wenn der Monsterbus nahe genug am Boden ist, könnt ihr sogar in ihn hineinklettern und stilvoll durch die neu entdeckte Welt reisen. 

Diese von Lovecraft inspirierten Abscheulichkeiten mögen zuerst wie ein einfaches Gimmick wirken, aber es ist nicht zu leugnen, dass ich jedes Mal eine Mischung aus Erstaunen, Aufregung und Angst verspürte, wenn ich ein neues Deviant-Monster entdeckte oder um eine Ecke bog, hinter der eine Horde von Laternenköpfen auf mich lauerte (das ist mein inoffizieller Name für die Gegner, die eine Mischung aus Mensch und Scheinwerfer sind). Starry Studio liebt diese seltsame Kombination aus Monströsem und Alltäglichem offensichtlich so sehr, dass die Deviants in die Fortschrittssysteme eingebunden sind, die in Once Human die Kämpfe und das Überleben bestimmen. 

Indem ihr die von der Apokalypse verwüstete Welt erkundet und Deviants besiegt, sammelt ihr allmählich sogenannte Deviations – einst leblose Gegenstände, die lebendig geworden sind. Aktuell gibt es ein paar Dutzend verschiedene Deviations, die alle über einzigartige Fähigkeiten verfügen, die ihr euch zunutze machen könnt. Einige Deviations helfen euch dabei, Ressourcen zu erhalten (zum Beispiel durch An- und Abbau) und eure Basis zu verteidigen, andere können euch im Kampf beistehen oder mit Buffs versorgen. Während meines Spieltests nutzte ich das sogenannte Festering Gel – ein niedliches, fühlendes Wesen in Klumpenform, das mir im Kampf vorübergehend Deckung gab. 
Once Human 1xb2gDa es in diesem Spiel so viele Waffen zu sammeln, Deviations zu finden und Talentbäume zu meistern gibt, fürchtete ich anfänglich, Once Human könne sich als ein „Pay-to-win“-Erlebnis mit unnötig viel Grinden entpuppen. Glücklicherweise scheinen sich meine Befürchtungen nicht zu bewahrheiten. Während meines Spieltests versicherte mir Derek Qiu, der Head of Overseas Operations bei NetEase, dass Once Human zwar kostenlos spielbar ist, aber keine „Pay-to-win“-Mechaniken enthalten wird. Stattdessen plant das Entwicklerteam, durch kosmetische Gegenstände und saisonale Inhalte für Einnahmen zu sorgen. 

„Die Karte [im Spiel] ist voller öffentlicher Events“, erklärte Derek und erwähnte, dass ein einzelner Server bis zu 4.000 Spieler aufnehmen kann. „Es wird Bosskämpfe, Dungeons, Nebenquests und Haupthandlungsstränge geben. Wir arbeiten also sehr fleißig daran, den Spielern genug Inhalte zur Verfügung zu stellen.“ 

Mit getrennten PvP- und PvE-Modi und der Aussicht auf regelmäßig erscheinende neue Inhalte hat Once Human gute Chancen, euch diesen Sommer viele Stunden lang zu beschäftigen, wenn es am 9. Juli veröffentlicht wird. 

Ihr könnt Once Human jetzt im Epic Games Store auf die Wunschliste setzen.