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Prince of Persia: The Sands of Time spult 20 Jahre eures Lebens zurück

J
John Walker
27. Okt. 2023

Es war einer der außergewöhnlichsten Momente in all meinen Gamer-Jahren. Ich war in Montreal, in den Büroräumen von Ubisoft, und Jordan Mechner stellte uns die Neuauflage seines Klassikers Prince of Persia vor, ein neues Projekt, an dem er mit Ubisoft arbeitete und das The Sands Of Time heißen sollte. Ich war ziemlich verwirrt. Warum hatte man uns hierher geflogen, um uns einen Third-Person-Plattformer eines fast vergessenen Franchise zu zeigen? 

Die Fortbewegung in The Sands Of Time war genial und es machte wirklich großen Spaß, den Prinzen zu steuern. Er konnte an Wänden laufen, machte beeindruckende Sprünge und auch die Kämpfe waren, wie sie sein sollten – keine Frage, das Spiel war wirklich gut. Aber was sollte nun das Besondere daran sein? Und dann sprang ich nach einem Wandlauf bei der Landung auf einem der großen Gemächer daneben und mein Prinz stürzte in den Tod. Game Over! Nur eben doch nicht. Ich drückte auf „Zurückspulen“.

Es war eine Offenbarung. Bahnbrechend. Ich sah zu, wie sich mein Fehler ungeschehen machte. Der Prinz flog wieder zurück auf das Zimmer, sprang mit beiden Beinen an die Wand und rannte rückwärts auf die Kante, von der er vorher gesprungen war. Anstatt vom letzten Speicherpunkt aus neu starten zu müssen, stand ich direkt am Anfang dieses komplizierten Manövers. Mein Gedanke war: Das ändert alles.

Aber wie allzu oft in der Gaming-Welt änderte sich rein gar nichts. Dabei wäre es wirklich schön gewesen, wenn das Spiel, das diesen Monat 20 Jahre alt wird, die Art und Weise beeinflusst hätte, wie Third-Person-Spiele gemacht werden. Scheitern zu belohnen, anstatt es zu bestrafen – das war eine Idee, die wirklich jeder Entwickler nachahmen sollte, ob es sich durch die Handlung rechtfertigen lässt oder nicht.

Offensichtlich hat das Gaming seit der Veröffentlichung von The Sands of Time im Jahr 2003 aber eine andere Richtung eingeschlagen. Meine erträumte Gaming-Welt, in der Spielmechaniken den Fortschritt fördern, indem sie den Spieler auf seiner Entdeckungsreise unterstützen, ist weit von dem entfernt, wo wir uns heute befinden. Soulslikes und Roguelites betonen stattdessen die Bestrafung von Scheitern und oft genug geht es bei Spielen vor allem darum, sich zum wiederholten Mal mühsam durch längere Abschnitte zu kämpfen, um einen Fortschritt zu erzielen.

Damit keine Missverständnisse aufkommen – ich bin für Roguelite-Action immer zu haben und kämpfe mich geduldig mit jedem neuen Versuch einen kleinen Schritt vorwärts. Trotzdem wünsche ich mit immer noch sehnlichst, dass Third-Person-Actionspiele die Rückspulmechanik von The Sands of Time übernehmen. Sie hat nicht nur etwas sehr Magisches, sondern steht gleichzeitig für ein Spiel, das einfach nur Spaß machen soll.

The Sands of Time ist und bleibt genau diese Art von Spiel. Nach zwei Jahrzehnten ist ihm sein Alter durchaus anzumerken, aber es weckt immer noch den aufgeregten Wunsch, es bis zum Ende durchzuspielen. Es macht nach wie vor großen Spaß, den Prinzen und seine Bewegungen zu steuern, auch wenn man sich mit den Einstellungen und der Steuerung erst ein wenig vertraut machen muss. Dieser Walkthrough hält dafür einige Extras parat, denn er hilft euch auch dabei, das Spiel im Breitbildformat einzurichten, und bietet Lösungen für den Fall, dass euer Controller nicht erkannt wird.

Spielt es und stellt euch eine alternative Gaming-Geschichte vor, in der sich die Philosophie von The Sands of Time durchgesetzt hat und ein fester Bestandteil des Gaming geworden ist. Die Idee ist herrlich.