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Super Meat Boy 3D bringt Hardcore-Platforming in eine neue Dimension

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Alan Wen
25. Aug. 2025

Ich gebe zu, ich hatte meine Zweifel an Super Meat Boy 3D, bevor ich es auf der gamescom 2025 endlich selbst spielen konnte. Immerhin gehört das originale 2D-Platformer-Abenteuer zu den ikonischsten Indie-Games überhaupt – und es macht auch nach 15 Jahren noch richtig Spaß. Nicht jeder 2D-Platforming-Held hat vom zusätzlichen Navigations-Axis profitiert, schon gar nicht bei einem Spiel, das Tempo und Präzision in immer kniffligeren Levels verlangt. Braucht es also wirklich eine weitere Dimension? Zehn Minuten reichten aus, um mich zu überzeugen: Sluggerfly, das zusammen mit dem ursprünglichen Team Meat entwickelt, hat den Indie-Klassiker erfolgreich in die 3D-Welt übertragen.
SMB3D Screenshot 5

Die in Unreal Engine 5 gerenderten 3D-Visuals verpassen dem Spiel nicht nur ein hübsches Update, sondern stellen Meat Boy auch gleich in einer aufwendig inszenierten Cutscene neu vor: Ein niedlicher kleiner Fleischwürfel, der durch ein Portal in einen idyllischen Wald stürzt, um erneut seine Freundin Bandage Girl aus den Klauen von Dr. Fetus zu retten.

Auch die 3D-Levels sind deutlich detailreicher, aber zum Glück nicht auf Kosten der Übersichtlichkeit. Nach einer kurzen Eingewöhnung an die neue Perspektive rannte, sprang und klatschte ich schon wieder ganz instinktiv Wände und Plattformen hoch – während Meat Boy jede berührte Oberfläche mit Blutspuren markierte.

Diese Vertrautheit und klare Lesbarkeit liegt wohl vor allem an einer cleveren Design-Entscheidung: einer festen Kamera, die es viel leichter macht, sich auch bei hohem Tempo in den 3D-Räumen zurechtzufinden. Die Levels können trotzdem mit ihren Layouts experimentieren: Anfangs folgst du noch Wegen und Plattformen aus der Top-Down-Perspektive, doch manchmal seht ihr das Geschehen auch in einem 45-Grad-Winkel. Außerdem nutzt das Spiel die Gelegenheit, die Kamera für die typische Pointe am Levelende heranzuzoomen – wenn Meat Boys Rettungsversuch wieder einmal von Dr. Fetus vereitelt wird.

Vieles wirkt angenehm vertraut, etwa die thematische Entwicklung, wie sich das Wald-Level von einer friedlichen Idylle langsam in die Hölle verwandelt. Doch die zusätzliche Dimension sorgt auch für frischen Wind. So kann Meat Boy nicht nur über Gegner springen, sondern auch um sie herumlaufen. Und die ikonischen Sägen des Originals, die in manchen Situationen immer noch auftauchen, wurden größtenteils durch zylindrische Fleischwölfe ersetzt, die die gesamte Breite eines Weges abdecken.
SMB3D Screenshot 4

Auch wenn das Originalspiel die Basis für das 3D-Makeover bildet, wurden Mechaniken aus dem Nachfolger Super Meat Boy Forever neu interpretiert – und die erweisen sich als äußerst nützlich. Dazu gehört etwa ein Luftdash, den ihr ausführt, wenn ihr in der Luft noch einmal die Sprungtaste drückt – perfekt, um größere Lücken oder Fallen zu überwinden. Außerdem könnt ihr einen vertikalen Sturz einsetzen, wenn ihr schneller nach unten wollt oder direkt durch enge Passagen fallen müsst. Und falls nötig, lässt sich dieser Sturz sogar mit einem Luftdash abbrechen.

Die neueste, exklusive 3D-Fähigkeit ist allerdings das Wall-Running: Meat Boy kann an Wänden entlanglaufen – und selbstverständlich auch von einer Wand abspringen, um gleich die nächste hochzurasen. Zugegeben, genau in diesen Momenten, in denen auch die Perspektive etwas wechselt, passierten mir die meisten Fehler, da die Tiefenwahrnehmung der Levels schwieriger einzuschätzen war.

Brutales Trial-and-Error gehört also weiterhin ganz klar zum Markenzeichen eines Meat-Boy-Spiels. Hilfreich ist aber eine clevere Neuerung: Befindet sich Boden unter euch, zeigt ein roter Kreis an, wo ihr nach einem Sprung landen werdet, was manche Plattform-Aktionen deutlich weniger riskant macht. Weniger im Moment hilfreich, aber ein großartiger Anblick: Ihr könnt nach wie vor eine Replay-Option aktivieren, bei der alle Geister eurer Meat Boys gleichzeitig durch das Level rennen – jede Route ist sichtbar, bis sich alles nach und nach zu eurem siegreichen Weg verdichtet.
SMB3D Screenshot 1

Bosskämpfe gehörten schon im Original zu Meat Boy, doch leider endete die Demo, bevor ich selbst einen Vorgeschmack darauf bekommen konnte. Aber wenn das Design des ersten Bosses – ein gigantischer Roboter mit Kreissägen als Armen – ein Hinweis ist, dann bin ich sicher: Sluggerfly hat ein paar unvergessliche Boss-Begegnungen in petto, die perfekt zu dieser blutigen, aber willkommenen Rückkehr von jedermanns Lieblings-Fleischklops passen.

Super Meat Boy 3D wirkt wie ein respektvoller Übergang für die Indie-Ikone und gewinnt mit spannenden Anpassungen die neue Dimension für sich. Natürlich gibt es ein paar Frustmomente, bis man sich eingewöhnt hat, aber ich sehe schon jetzt, wie Plattform-Masochisten diesen Teil fest in ihre Speedrun-Diät aufnehmen werden.
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