
Die Alto Collection bietet ein wunderschönes und entspanntes Snowboarderlebnis

Manchmal ist ein Spiel einfach für sich genommen etwas Besonderes. In anderen Fällen ist es etwas Besonderes, weil man eine persönliche Beziehung dazu hat – vielleicht erinnert es an einen wichtigen Moment des Lebens oder ist sogar der Grund dafür. Die Alto Collection vereint zwei Spiele, die zu beiden Kategorien gehören.
Alto's Adventure und Alto's Odyssey waren ursprünglich mal Handyspiele, die später erfolgreich für PC umgesetzt wurden. Beide sind Endless-Runner, in denen ein kleiner Kerl namens Alto entweder mit dem Snowboard oder mit dem Sandboard durch unendliche gemütliche Landschaften fährt und dabei Münzen, Lamas und Power-ups einsammelt. Man könnte sagen, dass es sich um zwei ganz einfache Spiele handelt – und doch zwingen beide dazu, sie immer und immer wieder zu spielen.

Alto hat genau wie die anderen Charaktere, die ihr später freischaltet, nur eine einzige Bewegung zur Auswahl: springen. Er gleitet endlos von links nach rechts, wobei seine Geschwindigkeit durch die Tricks beeinflusst wird, die ihr ausführt, während sein Fortschritt vom Timing eurer Sprünge abhängt, mit denen ihr Felsen, Schluchten und Brände vermeidet. Das war es im Großen und Ganzen bereits. Und doch ist diese einfache Mechanik so reibungslos in Form eines belohnenden Feedback-Loops umgesetzt, dass man bei jedem Absturz auf die Knöpfe hämmert, um sofort wieder von vorne zu beginnen.
Ihr habt immer ein Set aus drei Herausforderungen, die ihr unterwegs bewältigen könnt – z. B. 2.000 Meter zurücklegen oder einen Double Backflip ausführen –, die euer Level erhöhen, wenn ihr sie abschließt. Alle zehn Level schaltet ihr einen neuen Charakter frei und es gibt neue spannende Herausforderungen zu bewältigen. Die Kombination aus den wunderschön ausgewählten Farben und der beruhigenden Musik (die ihr brauchen werdet, wenn ihr zum 293. Mal gegen einen verdammten Felsen prallt) sorgt für eine warme, angenehme Stimmung.
Die verschiedenen Charaktere haben unterschiedliche Fähigkeiten, die sich aber nur leicht unterscheiden. Maya, sowohl in Alto's Adventure als auch in Alto's Odyssey der erste Charakter, den ihr freischaltet, beschleunigt zwar etwas langsamer, ist aber dafür beim Flippen schneller. Dann kommt Paz, der zwar beim Start langsam ist, dann aber immer besser in Schwung kommt. Izel, der im 30. Level freigeschaltet wird, fährt ein raketenbetriebenes Snowboard. Erst ab Level 40 könnt ihr als Lama spielen.
Auch all die Münzen, die ihr aufsammelt, sind nützlich. Es gibt nämlich eine Werkstatt, die von Izel betrieben wird und die ihr zwischen den Läufen besuchen könnt. Hier könnt hier neue Upgrades kaufen, um eure Chancen zu verbessern. Es gibt zum Beispiel einen Helm, mit dem ihr einen Absturz überleben könnt, und ein Upgrade namens „Chasm Rescue“, das euch aus dem ersten großen Abgrund fischt, in den ihr fallt. Es sind nur kleine Verbesserungen, aber sie bauen auf den Fortschritten auf, die ihr bereits gemacht habt, indem ihr im Spiel einfach immer besser werdet.
Die Alto-Spiele waren übrigens die Lieblingsspiele eines wunderbaren Mannes namens Mike Fahey, einer der besten Spielejournalisten, die wir je hatten, der leider letztes Jahr auf tragische Weise verstorben ist. Jedes Mal, wenn wir Alto's Adventure oder Alto's Odyssey spielen, ist es, als würden wir einen verlorenen Freund wiedertreffen. Seine klangvolle Stimme hallt irgendwo in der Ferne und das Spiel spiegelt seine große Zuneigung und sein freundliches Wesen wider.

Die Alto Collection besteht aus Spielen, die solche gefühlvollen Reaktionen erlauben. Sie sind heiter, ohne rührselig zu sein, und gleichzeitig ein wenig düster, ohne dabei zu ernst zu sein. Und vor allem machen sie sehr viel Spaß und verleiten dazu, es schnell noch ein letztes Mal zu versuchen – zum neuntausendsten Mal hintereinander.