
Mit The Casting of Frank Stone könnte es gelingen, neue Spieler für Dead by Daylight zu gewinnen

Behaviour Interactive und Supermassive Games erweitern mit The Casting of Frank Stone die Welt des Multiplayer-Horrorspiels Dead by Daylight des erstgenannten Entwicklers um eine völlig neue Geschichte. Die beiden Studios wollen damit auch ein neues Publikum ansprechen – eines, das sich vielleicht für das gruselige Horroruniversum von Dead by Daylight interessiert, es aber noch nicht erlebt hat.
In Dead by Daylight tritt ein als Überlebende bezeichnetes Team aus vier Spielern gegen einen fünften Spieler an, der in die Rolle eines grausamen Mörders schlüpft. Dieser Titel verfügt über ein klassisches Slasher-Film-Setting, weshalb ihr darin so viele Bösewichte aus diesem Genre wie Michael Myers (Halloween) oder Chucky (Child's Play) spielen könnt. Das Konzept von Dead by Daylight hat einige Gemeinsamkeiten mit den Werken von Supermassive, zu denen Until Dawn, The Quarry und The Dark Pictures Anthology gehören, die allesamt Einzelspieler-Titel über Überlebende sind, die von tödlichen und oft übernatürlichen Dingen verfolgt werden.
Dank der Zusammenarbeit zwischen den beiden Studios hat Supermassive ein für sich typisches Spiel entwickelt – eine filmische Horrorgeschichte, in der die Entscheidungen, Erfolge und Misserfolge des Spielers darüber entscheiden, welche Charaktere überleben und welche sterben. Allerdings ist es im Universum von Dead by Daylight angesiedelt und erweitert dieses sogar noch.
Behaviour und Supermassive haben kürzlich das erste einer Reihe von Hinter-den-Kulissen-Videos veröffentlicht, die die Entstehung von The Casting of Frank Stone zeigt. Mathieu Côté, der Head of Partnerships bei Behaviour, erklärte in einem Interview mit dem Epic Games Store, dass dieses Gemeinschaftsprojekt unter anderem darauf abzielt, die Welt von Dead by Daylight auch für Leute zugänglich zu machen, die vielleicht keine eingefleischten Multiplayer-Fans sind oder die das Spiel überhaupt nicht kennen.
„Für uns ist es sehr wichtig, die Spieler zu erreichen, die mit Dead by Daylight zwar vertraut sind, aber nicht unbedingt zur aktiven Community gehören“, sagt Côté.
Der Director von Supermassive, Steve Goss, führt dazu weiter aus, dass The Casting of Frank Stone sowohl als Einstieg in die Reihe dienen kann als auch für sich allein genommen Spaß bereiten wird.
„Unser Werk beruht zum Teil stark auf Dead by Daylight“, so Goss. „Für uns war es von enormer Bedeutung, dass sich auch die Fans von Dead by Daylight damit identifizieren können. Wir wollten aber auch dafür sorgen, dass diejenigen, die mit Dead by Daylight nichts anfangen können oder die zwar das Konzept des Titels mögen, aber keine Multiplayer-Spiele spielen wollen, oder alle, die es aus einem anderen Grund noch nicht gespielt haben, einen Zugang dazu finden können.
„Unsere Spiele zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie ziemlich zugänglich sind“, fügt er hinzu. „Es geht nicht darum, die [Controller] wie Profis zu bedienen, sondern darum, seine Ungläubigkeit zu überwinden und sich auf die Geschichte einzulassen. Genau dieser Aspekt war uns schon immer wichtig.“
Bei der Entwicklung von The Casting of Frank Stone war die Idee, eine neue und ungewöhnliche Story in das Dead by Daylight-Universum einzubetten, nicht nur auf das Gameplay beschränkt. In Dead by Daylight werden die Charaktere vom bösartigen übernatürlichen Entitus aus verschiedenen Zeitlinien und Paralleluniversen geholt und unaufhörlich gezwungen, an den Trials teilzunehmen. Bei diesen Treibjagden versuchen die Mörder, die Überlebenden zu erledigen. Côté zufolge war es Behaviour wichtig, dass Supermassive eine Geschichte erzählt, die nicht in den Trials oder im Reich des Entitus spielt, sondern die Gesamthandlung auf eine andere Art erweitert. Deshalb konnte das Team von Supermassive eine beliebige spannende Story erzählen, die allerdings einen Bezug zu Dead by Daylight haben musste.

In The Casting of Frank Stone findet man viele der üblichen Supermassive-Elemente, wie z. B. eine Gruppe Jugendlicher, die von einem tödlichen Widersacher verfolgt wird. Aber laut Goss boten die kosmischen Horrorelemente von Dead by Daylight auch Supermassive einige verlockende neue Entwicklungsansätze.
„Für uns war klar, dass dieser Aspekt des überirdischen Schreckens interessant sein könnte“, erklärt Goss. „Wir fragten uns, welche Art von Geschichte wir erzählen könnten und wie wir sie mit den Themen und Tropen [der Supermassive-Titel] verbinden sollten. Man kennt die klassischen Supermassive-Inhalte: Eine Teenager-Clique tut etwas, das schreckliche Folgen haben wird. ... Das findet man in Until Dawn, in The Quarry und deshalb sollte auch dieses Spiel darauf beruhen. Allerdings boten sich hier uns bisher unbekannte Möglichkeiten.“
Durch das Konzept von Dead by Daylight konnte Supermassive noch einen weiteren Aspekt für seine Story erschließen. Dead by Daylight zeichnet sich vornehmlich dadurch aus, dass die Killercharaktere für das Spielerlebnis genauso wichtig sind wie die Überlebenden. Der namensgebende Frank Stone ist in der Tat der mörderische Antagonist des Spiels.
„Die Überlebenden und Mörder von Dead by Daylight bilden das Grundgerüst des Titels“, sagt Goss. „Dies war für uns ein wichtiger Ausgangspunkt. Im Mittelpunkt unserer Erzählung stehen oft starke Gegenspieler, die allerdings meist übernatürlich und andersartig sind und eher dem klassischen Horrortypus eines handlungsgetriebenen Widersachers entsprechen. Franks Rolle ist für die Story ebenso entscheidend wie die der anderen Figuren. Außerdem sollte keine klassische Supermassive-Handlung inszeniert werden. Es war uns wichtig, die Gelegenheit zu nutzen, die uns Dead by Daylight bot, um den Antagonisten in eine für uns ungewohnte Erzählstruktur einzubetten. Dabei hatten wir auch jede Menge Spaß.“
„Frank erhielt von uns eine äußerst umfangreiche Hintergrundgeschichte, weil er einfach authentisch sein musste“, fährt er fort. „Er sollte nicht nur der klassische Horrortypus sein. Denn er hat eine Motivation, die durchaus begründet und berechtigt ist und ihn sehr authentisch wirken lässt. Selbstverständlich ist seine Geschichte auch tragisch, was sicher auch wichtig ist. Er sollte sozusagen dreidimensional sein. Weil wir, anders als in Dead by Daylight, bisher nicht die Möglichkeit hatten, solche Charaktere in den von uns entwickelten Titeln so darzustellen, war das für uns eine tolle Gelegenheit.“

Côté zufolge war es für die Entwickler eine Gratwanderung, Dead by Daylight und seine Geschichte aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Einerseits muss The Casting of Frank Stone die Spieler begeistern, die Fans von Supermassive-Titeln sind, aber vielleicht nichts mit Dead by Daylight anzufangen wissen. Andererseits muss es auch die Hardcore-Spieler von Dead by Daylight zufriedenstellen, die von dessen Story fasziniert sind.
In The Casting of Frank Stone wird es einiges zu entdecken geben. Doch bei einer unergründlichen Kraft wie dem Entitus ist nichts so einfach, wie es scheint.
„Wir tun uns immer sehr schwer, Fakten zu schaffen“, sagt Côté. „Es ist doch klar, dass wir uns nur selten dazu äußern wollen, wie die Welt funktioniert, vor allem, wenn es um den Entitus und dessen Absichten geht, oder? Doch oft haben wir ausgesprochen kompetente Charaktere, die man für ihren Scharfsinn liebt. Sie wissen ganz genau, was sie herausgefunden haben und wie sie es erklären können. Allerdings besteht immer noch eine gewisse Distanz – man macht eben keine wissenschaftlichen Experimente oder entschlüsselt sie selbst. Dass dies die Wahrheit ist, beruht meistens nur auf Hörensagen. Und mehr ist das dann auch nicht. Trotzdem gibt es Dinge, die wir als Entwickler für wahr halten. Welche dazugehören und welche nur erfunden sind, verraten wir jedoch nicht.“
The Casting of Frank Stone wird bald im Epic Games Store erscheinen.