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The Evil Within 2 übernimmt und perfektioniert die besten Ideen des Originals

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Carli Velocci
26. Okt. 2023

Als Shinji Mikami, der Game Director von Resident Evil, Tango Gameworks gründete, erwarteten die Horrorfans mit Spannung den ersten Titel des Studios. Heraus kam The Evil Within, ein Survival-Horror-Spiel mit vielen genialen Ideen. Es war eine lineare, visuell beeindruckende Reise durch eine psychiatrische Anstalt, die auch offener gestaltete Level enthielt, um die Spieler dazu anzuregen, auf Erkundung zu gehen und nach Waffen und Gegenständen zu suchen. 

Einige Jahre später veröffentlichte Tango The Evil Within 2. Während dieses Spiel mithilfe verschiedener cleverer Tricks das Spielerlebnis deutlich auffrischt, scheint es nun auch die Version des Spiels zu sein, die man ursprünglich entwickeln wollte. 

Um das zweite Spiel zu spielen, ist es nicht nötig, das erste zu kennen. Einige Aspekte ergeben auf anfangs vielleicht nicht viel Sinn – zum Beispiel reist der Protagonist Sebastian Castellanos mithilfe mentaler Kräfte in eine übernatürliche psychiatrische Anstalt, um sich Upgrades zu besorgen –, aber die Verwirrung ist schnell verflogen, wenn die Rahmenhandlung klar wird. Sebastians Tochter wird in einer streng geheimen Einrichtung gefangen gehalten, um an einer Simulation teilzunehmen, die von Menschen bevölkert ist, die nicht wissen, dass sie sich in einer Simulation befinden. Doch seine Tochter ist in der Simulation verschwunden und nun müsst ihr euch ebenfalls dort hineinbegeben, um herauszufinden, was passiert ist.

The Evil Within 2 – Monster

Die Handlung klingt absurd, und das ist sie auch. Wenn ihr den ersten Teil gespielt habt, seid ihr mit STEM vertraut. Das ist eine Maschine, die neue Realitäten in Form von Simulationen erschaffen kann. Daraus entstand im ersten Spiel die psychiatrische Anstalt, aber in der Fortsetzung wird die Technologie weiterentwickelt. STEM kann Simulationen erschaffen, was bedeutet, dass die Entwickler praktisch völlig freie Hand haben, sobald ihr euch in der Maschine befindet. Mithilfe dieses erzählerischen Kunstgriffs erschufen sie ein idyllisches Städtchen namens Union im Stil der amerikanischen Vorstädte der 1950er, das der neue Schauplatz ist, den ihr nun erkunden könnt. Trotz gewisser Ähnlichkeiten mit dem ersten Spiel – vor allem bei den Monstern, auf die ihr trefft – gibt es in hinsichtlich der Orte, des Gameplays und der Regeln der Simulation wesentlich mehr zu entdecken.

Dass ihr euch hier in einer anderen Realität befindet, gibt Tango die Möglichkeit, viele Details zu verbessern, ohne allzu große Rücksicht auf das erste Spiel nehmen zu müssen. Die Kombination von Stealth-Gameplay und der Suche nach Gegenständen funktioniert in The Evil Within 2 wesentlich besser, was auch mit daran liegt, dass Union eine offenere Umgebung bietet. Der größte Teil von The Evil Within 2 spielt sich innerhalb des Städtchens ab, was das Ganze einfacher gestaltet. Zusätzlich gibt es viele Nebenmissionen, die in beliebiger Reihenfolge abgeschlossen werden können und zu weiteren Erkundungen einladen. Ich verbrachte in einem Kapitel mehrere Stunden damit, verschiedene Gebäude zu durchkämmen, und war begeistert, was ich dort alles entdeckte – von neuen Teilen der Geschichte über Monster bis hin zu coolen Waffen. 

Die Handlung ist immer noch so verrückt wie im ersten Teil und die Kämpfe haben immer noch ihre Tücken, aber The Evil Within 2 ist in fast jeder Hinsicht ein deutlich optimierteres und wirkungsvolleres Horrorspiel. Dass die Handlung sich auf einen Schauplatz beschränkt, an dem alles möglich ist, und das Spiel trotzdem andere Begegnungen zulässt, ist nur der erste Schritt, den Tango gegangen ist, um das Franchise voranzubringen. In The Evil Within 2 spürt man, dass Mikami sein ursprüngliches Konzept endlich vollständig realisieren konnte.