
The Solitaire Conspiracy verwandelt einen alten Klassiker in einen spannenden Spionage-Thriller

Als Bithell Games das Spiel The Solitaire Conspiracy ankündigte, schien mir das Konzept „Spionagethriller trifft Kartenspiel“ ähnlich wie die Honig-Chili-Pizza: Die Idee wirkte etwas zu abwegig. Aber dann versuchte ich, mir das Ergebnis genauer vorzustellen – scharf, süß, salzig, herzhaft und teigig in einem schmackhaften Genuss vereint. Je länger ich darüber nachdachte, desto mehr faszinierte mich die Idee – das sollte ich ausprobieren! Und dann probierte ich sie.
Kennt ihr die Memes, bei denen der Kopf explodiert? Stellt sie euch alle auf einmal vor.
The Solitaire Conspiracy ist genauso und das macht es wirklich interessant. Es ist eine verrückte Kombination von vertrauten Genres und Spielmechaniken, die dem Gefühl nach überhaupt nicht zusammenpassen, aber das Ergebnis ist eine gelungene Mischung von Humor, Karten, riskanten Raubüberfällen und geheimen Konflikten.
Für den Fall, dass ihr das Spiel noch nicht kennt, hier das Konzept: Ihr übernehmt die Rolle des Spymasters von Protego – des weltweit führenden Geheimdienstes. Zumindest WAR er der führende Geheimdienst, denn nach dem Angriff eines geheimnisvollen Superschurken mit dem treffenden Namen Solitaire fiel das sprichwörtliche Kartenhaus in sich zusammen. Unter der Anleitung des letzten verbliebenen Analytikers von Protego, Jim Ratio – der meisterhaft von Greg Miller gespielt wird – müsst ihr es nach und nach wieder aufbauen, Agententeams zusammenstellen und Solitaires Pläne um jeden Preis vereiteln.

Und an dieser Stelle wird das Gameplay interessant. Die Karten richten sich nicht nach den gewohnten Spielkartenfarben, sondern nehmen die Farben und Eigenschaften der verschiedenen Agententeams an. Es geht zwar immer noch darum, die Karten in der Reihenfolge Ass bis König anzuordnen, aber die Bildkarten jedes Teams besitzen verschiedene Fähigkeiten, die ihr beim Spielen aktivieren könnt.
Hier ist ein Beispiel: Eines der Agententeams, mit denen ihr zusammenarbeitest, ist das Drive Team Six. Diese Leute sind eure erste Wahl bei einer Extraktion – sie retten jeden selbst aus den schwierigsten Situationen. Angenommen, ihr habt schon ein Ass und eine Zwei auf ihrem Zielstapel gesammelt, aber die Drei, die ihr als Nächstes braucht, ist tief in einer Kartenreihe vergraben. Wenn ihr eine Drive Team Six-Bildkarte auf eine Karte mit derselben Spielkartenfarbe wie die Drei legt, extrahiert sie die nächste benötigte Karte dieser Farbe aus dem Kartenstapel und legt sie auf die Zwei – in diesem Fall ist das die Drei.
Ein anderes Beispiel ist die Mantis Group – euer Sprengtrupp. Wenn ihr eine Mantis-Bildkarte auf eine Kartenreihe legt, wird diese zufällig auf die anderen Reihen auf dem Tisch verteilt.
Das sind nur zwei der zehn Teams, mit denen ihr im Verlauf des Spiels zusammenarbeitet. Wenn man diese interessante Neuinterpretation eines Klassikers nimmt, eine Geschichte voller Intrigen dazumischt, sie mit mehreren Gameplay-Varianten erweitert und das Ganze in einer Cyberpunk-Kulisse mit atmosphärischen elektronischen Klängen präsentiert, erhält man ein Erlebnis, das seltsamerweise funktioniert.
Das ist die Magie von Bithell Games, die ich liebe, und in diesem Spiel kommt sie voll zum Ausdruck. The Solitaire Conspiracy erfindet etwas so Bekanntes und Einfaches wie Solitaire mit außergewöhnlichen Einfällen neu – genau wie die ausgefallenen Pizzabeläge.
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