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Leitfaden zu World of Goo 2 – 8 wichtige Tipps für den Einstieg

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John Walker
2. Aug. 2024

World of Goo 2 ist endlich da! Gerade mal 15 Jahre nachdem das Originalspiel die Indie-Szene für immer verändert hat, veröffentlichen 2D BOY und Tomorrow Corporation jetzt die Fortsetzung mit einer kompletten neuen Welt voll konstruktiver Herausforderungen auf Schleimbasis, und sie ist genial.

Damit ihr auch möglichst viel Spaß habt, haben wir einen Leitfaden mit wichtigen Tipps zusammengestellt, die ihr kennen solltet, bevor ihr loslegt. Wir verzichten natürlich auf Spoiler – so groß die Versuchung auch ist, mehr zu verraten –, nur eins: Kapitel 4 müsst ihr einfach gesehen haben.
 

Falls ihr das erste Spiel gespielt habt …


Zuallererst müsst ihr wissen, dass World of Goo 2 kein alles umwälzender Fortschritt gegenüber dem Originalspiel ist. Das hier ist nicht World of Goo 3D oder der verzweifelte Versuch, irgendwelche trendigen Elemente zu verwenden, um World of Goo in eine Sammelkarten-Roguelite-Farming-Sim zu verwandeln.

Das Originalspiel World of Goo war nahezu perfekt und seine Fortsetzung bemüht sich, diesem Format treu zu bleiben.
Leitfaden zu World of Goo 2 – 1
Trotzdem steckt World of Goo 2 voller Überraschungen, witziger Wendungen und völlig neuer Herausforderungen, aber sie basieren alle – okay, nicht alle, aber wir wollten ja auf Spoiler verzichten – auf den selben Grundprinzipien. Ihr verbindet intelligente Schleimbälle miteinander, um Strukturen zu bilden, mit denen ihr den restlichen Schleimbällen helft, den Levelausgang in Form eines Rohres zu erreichen.

Falls ihr das Originalspiel gespielt habt, könnt ihr eigentlich direkt loslegen – abgesehen von … Wie gut wart ihr eigentlich im originalen World of Goo? Wir haben nämlich Tipps auf Lager, die auch für das erste Spiel hilfreich sind. Und falls ihr es nicht gespielt habt …
 

Neuer Schleim


In World of Goo 2 dreht sich alles um Konstruktion – aber nicht wie in einer intellektuellen Mechanik-Simulation. Stattdessen geht es darum, aus glibberigem Material eine Art Trittleiter zu basteln. Ihr beginnt mit einem gewöhnlichen schwarzen Schleimball, der herumrollt, bis ihr ihn mit eurem Mauszeiger aufhebt und in die Nähe eines Gebildes haltet. Dann verhält sich der Ball wie ein Atom und versucht, zwei Verbindungen zu zwei anderen Schleimbällen in der Nähe herzustellen. Und voilà, schon habt ihr euer erstes Dreieck geformt!

Allerdings sind die Schleimbälle nicht starr, da sie (wer hätte es gedacht?) aus Schleim bestehen. Deshalb sind eure Gebilde ziemlich wabbelig. Je höher ihr baut, desto mehr setzt euch die Schwerkraft zu, bis sie schließlich euren elastischen Turm zu Boden zieht. Das Spiel hat ein intuitives Physiksystem, sodass all das Biegen, Schaukeln und Kippen nachvollziehbar ist, auch wenn es nicht unbedingt in die gewünschte Richtung geht. Ihr müsst das Gesamtbild im Auge behalten – eine breitere Basis hilft euch, die elastische Natur der Schleimverbindungen im Griff zu behalten. Hierzu später noch mehr.
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Im Prinzip geht es in jedem Level darum, mit einer bestimmten Anzahl von Schleimbällen einen Weg zu bauen, auf dem der unbenutzte Schleim das Ausgangsrohr erreichen kann. Wenn ihr die nötige Anzahl von Bällen gerettet habt, fällt ein Griff an einer Schnur herab (er erinnert an eine antike Klospülung), mit dem ihr den Level beenden könnt. Ihr könnt ihn aber auch ignorieren und einfach weitermachen, um noch viel mehr Schleimbälle zu retten – wir retten sie ja schließlich, oder? Wir sind doch hier, um Gutes zu tun, stimmt’s?

Im weiteren Verlauf von World of Goo 2 lernt ihr verschiedene Arten von Schleimbällen kennen, die alle jeweils besondere Eigenschaften haben. Manche bilden mehr Verbindungen, andere sind wiederverwendbar oder (das ist neu in dieser Fortsetzung) können Flüssigkeiten transportieren.
 

Fehler machen ist nicht schlimm


Diese Regel gilt genauso im echten Leben wie in World of Goo – außer ihr seid zufällig Herzchirurgen. In World of Goo 2 müsst ihr allerdings keine Angst vor wirklich dramatischen Konsequenzen haben. Natürlich wird es schiefgehen, aber in den Leveln schwirren kleine weiße Käfer umher, mit denen ihr die Zeit zurückdrehen könnt. Klickt sie an, um alles einen Schritt zurückzusetzen.

Wenn euer letzter Schleimball gerade euer ganzes Gerüst zum Einsturz gebracht hat, müsst ihr nicht ganz von vorn anfangen – klickt einfach auf den Käfer und versucht es nochmal. Anders als im ersten Spiel gibt es jetzt unbegrenzt viele Käfer. Ihr braucht also nicht zu befürchten, dass ihr in einer schwierigen Situation steckenbleibt.
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Und damit kommen wir zum nächsten nützlichen Tipp: Wenn ihr zu schnell baut, geht leicht etwas kaputt. Die Ausgangsrohre sind wie Staubsauger und … genau, saugen alles in der Nähe an. Wenn eure Konstruktion also dicht genug an das Rohr heranreicht, hält der Sog sie an Ort und Stelle und euer Turm, der gerade noch zusammenbrechen wollte, ist gesichert.

Manchmal – aber nur manchmal – ist es daher eine gute Idee, die letzten Bauphasen in aberwitziger Geschwindigkeit abzuschließen und auf die Hilfe des Ausgangsrohrs zu setzen, dass euren Turm vor dem Einsturz bewahrt. Und falls es doch nicht klappt, gibt es ja immer noch den Käfer.
 

Nässer ist besser


Die auffälligste Neuerung seit dem ursprünglichen Spiel World of Goo von 2009 sind Flüssigkeiten. Sie spielen bei vielen Rätseln eine Rolle, werden aber – typisch für World of Goo 2 – selten zweimal auf die gleiche Weise verwendet. Bei einigen Rätseln müsst ihr Brücken bauen, über die das Nass plätschern kann. Bei anderen transportiert ihr Flüssigkeiten mithilfe von neuen, saugfähigen Schleimbällen, deren Verbindungen wie Rohre funktionieren, und ihr müsst Leitungen konstruieren, durch die die Schleimsuppe fließen kann.
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Dieses neue Element gibt euch auch eine neue Möglichkeit, in einem Level noch mehr Schleim zu retten. Kugeln mit einem Trichter, die wie Vogelköpfe mit einem Schnabel aussehen, verwandeln die Flüssigkeit in einzelne (allerdings scheinbar nicht intelligente) Bälle und spucken sie dann in eine Richtung, die ihr bestimmen könnt. Es gibt allerhand Rätsel, bei denen ihr eine Flüssigkeit von ihrem Ausgangspunkt zu so einem Vogelspucker (wie ich diese Dinger nenne) leiten müsst, um dann auf ein anderes Gebilde zu zielen, das ein Ausgangsrohr erreicht.

Und das ist gerade mal der Anfang. Im Verlauf von World of Goo 2 lernt ihr neue Verwendungsmöglichkeiten für die Schleimpfützen kennen und erfahrt sogar, wie ihr selbst welche erschaffen könnt. Aber die Grundidee des Spiels ist, dass ihr neue Dinge entdeckt und mit ihnen herumprobiert, um herauszufinden, wozu sie gut sind – deshalb verraten wir an dieser Stelle nicht mehr.
 

Seid nachsichtig mit euch selbst


Wie heutzutage bei Rätselspielen üblich, gibt es auch in den Leveln von World of Goo 2 zusätzliche (optionale) Herausforderungen. Bei diesen Bonuszielen geht es darum, einen Level möglichst schnell abzuschließen, möglichst wenig Züge zu benötigen und möglichst viele Bälle zu retten – Letzteres mit einer sehr viel höheren (und daher schwierigeren) Anzahl als der, die nötig ist, um den Level zu beenden und weiterzukommen.

Ihr solltet diese Herausforderungen, wenn ihr World of Goo 2 zum ersten Mal spielt, am besten komplett ignorieren.
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Sie machen irren Spaß, wenn ihr sie euch später vorknöpft. Manche wirken sogar völlig unmöglich und zwingen euch, einen Level nochmal komplett neu zu überdenken. Sie sind tatsächlich genial, aber fürs Erste macht euch ihretwegen keine Gedanken.

Wenn ihr euch zulange mit ihnen aufhaltet, kann das euer Spielerlebnis trüben, weil ihr meint, ihr wart nicht gut genug. Dabei wart ihr das! Wenn der Griff der Klospülung auftaucht, habt ihr den Level auf jeden Fall perfekt absolviert! Ihr musstet eine bestimmte Anzahl an Schleimbällen retten und das habt ihr geschafft. Seid stolz auf euch, fühlt euch als Gewinner und geht zum nächsten Level weiter. Die Bonusziele sind für später gedacht und nicht für die Bewertung eurer anfänglichen Leistung.
 

So baut ihr die stabilsten Türme


Gut, jetzt kommen wir zum wichtigsten Aspekt von World of Goo 2: strukturelle Integrität. Und damit wir euch garantiert nur die besten Tipps geben, haben wir uns direkt bei der Quelle bedient und Kyle Gabler, Mitentwickler und selbsternannter „Creative Dictator“ des Spiels, um Rat gefragt.

Der erste Tipp von Gabler lautet: „Baut möglichst große Dreiecke.“ Wenn ihr einen Schleimball in die Nähe eines Gebildes haltet, erscheinen weiße Linien, die euch zeigen, wo die Verbindungen entstehen werden. Je weiter der Ball weg ist, desto dünner ist die Linie – das hat aber keineswegs zu bedeuten, dass euer Gebilde deswegen schwächer werden würde.
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„Alle Schleimballverbindungen sind gleich stark – egal, wie lang sie sind“, erklärt Gabler. „Aber mit jedem Schleimball wird das Gebilde schwerer, darum sind weniger besser.“ Platziert die Bälle da, wo die weißen Linien so dünn sind, dass sie fast verschwinden. So baut ihr die längsten möglichen Verbindungen, die aber genauso stark wie andere sind.

Gablers zweiter Tipp ist, die Schwachstellen zu identifizieren. „Achtet darauf, wo sich eure Gebilde biegt“, rät der Entwickler. „Die Schwachstelle von Gebilden liegt oft an der Basis. Findet diese Schwachstelle, dreht dann mit dem weißen Käfer die Zeit zurück und verstärkt dort das Gerüst. Konstrukteure in der echten Welt habt nicht den Luxus, in der Zeit zurückzureisen, ihr schon!“
 

So baut ihr die stärksten Brücken


Hier gilt dasselbe: Hört auf den Rat derjenigen, die das Spiel gemacht haben und sich wirklich auskennen. Die Tipps von oben gelten im Großen und Ganzen auch für die horizontale Bauweise – allerdings stellt euch die Schwerkraft dabei vor ganz neue Herausforderungen, besonders dann, wenn ihr eine große Lücke überwinden wollt, aber nur von einer Seite aus bauen könnt.

„Visiert mit eurer Struktur einen höheren Punkt an, als eigentlich nötig ist“, sagt Gabler. „Eure Brücke wird von ganz allein ein Stück absinken.“
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Im Extremfall baut ihr eure Brücke senkrecht nach oben und lasst sie dann absichtlich umkippen. „Oft hilft es, einen Turm zu bauen und dann wie eine Zugbrücke umfallen zu lassen, um die Lücke zu überqueren“, so Gabler. „Das gilt besonders für kürzere Brücken wie die in den beiden ‚Heißes Slinky‘-Leveln. Bei längeren Brücken ist es meist besser, die Brücke auf traditionelle Weise zu bauen.“

Apropos traditionell: Um zu verhindern, dass eure Brücken zu früh einstürzen, könnt ihr unter dem Punkt, ab dem sich eure Brücke sich über einen Abgrund schwingt, eine dreieckige Verstrebung bauen. Platziert dort einen zusätzlichen Schleimball, sodass der tiefste Punkt die Innenseite der Wand berührt. Diese zusätzliche Stütze bewirkt, dass sich eure Brücke nicht so schnell nach unten biegt und abstürzt.
 

Zugänglichkeit und Herausforderungen


World of Goo 2 ist nicht weniger herausfordernd als der erste Teil, aber dafür wesentlich spielerfreundlicher, besonders in puncto Zugänglichkeit. Wenn ihr einen Level beim besten Willen nicht schafft, könnt ihr jetzt im Menü „Überspringen“ wählen und mit dem nächsten Level weitermachen. Erwähnenswert ist, dass die Level in World of Goo 2 alle ausgesprochen fair gestaltet und dafür geschaffen sind, dass man sie abschließen kann. Richtig schwierig werden erst die optionalen Herausforderungen. Trotzdem ist es nicht schön, in einer Sackgasse zu stecken, in der man nicht weiterkommt, und World of Goo 2 hat dieses Hindernis für alle aus dem Weg geräumt.
Leitfaden zu World of Goo 2 – 2
Natürlich gibt es auch einige besonders schwierige Level, aber World of Goo 2 teilt euch sogar mit, dass ihr sie überspringen könnt, wenn sie zu schwierig sind. Sie sind dazu gedacht, optional zu sein, und stehen eurem Spielfortschritt nicht im Weg. Auf jeden Fall machen sie aber eine Menge Spaß und sind einen Versuch wert.

World of Goo 2 ist jetzt im Epic Games Store verfügbar.