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In Wall World wird euch eure Gier zum Verhängnis

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Julian Benson
1. Sept. 2023

Ihr werdet euch immer wieder einreden, dass ihr es ja nur für euren Robospider tut, aber die Gier treibt euch dazu, euch so tief in die Mauer zu bohren, dass ihr zu weit entfernt seid, um eurer mechanischen Spinne zu Hilfe zu eilen, wenn ihr Näherungsalarm ertönt. 

Natürlich braucht ihr die Ressourcen, die hinter der dicken äußeren Schale der Wand verborgen liegen. Ihr braucht die Waffen, die in den Höhlen versteckt sind. Und ihr braucht die Upgrades, die die Skelette einstiger Abenteurer mit knochigem Griff fest umklammert halten. Trotzdem hättet ihr euch eher auf den Rückweg zu eurem Robospider machen können. Das letzte „Nur noch diesen einen Block“ wäre nicht nötig gewesen. Jetzt ist es zu spät, um rechtzeitig zur Stelle zu sein und die Abwehrkanonen auf die anströmenden Wellen bösartiger Käfer zu richten. Wenn der Spider explodiert und euer Roguelike-Lauf durch die vertikalen Biome von Wall World abrupt endet, ist das ganz allein eure Schuld.


In Wall World wird euch eure Gier zum Verhängnis – Angriff
Wall World ist eine überraschende Kombination von Ideen. Ihr verbringt die Hälfte des Spiels in einer Version von Missile Command und feuert verzweifelt Flak-Kanonen, 4-Meter-Spieße und zielsuchende Raketen auf Monsterschwärme, um euren Robospider zu verteidigen. Er ist eure mobile Basis und gleichzeitig das einzige Mittel, die endlos hohe Struktur zu erklettern, die dem Spiel seinen Namen gibt. Die andere Hälfte des Spiels ist eine Version von Manic Miner. Ihr verlasst das Cockpit, werft euch in euren Exo-Anzug und bohrt euch in die Mauer, um mit eurem Laser auf Mineraladern zu treffen, Ressourcen aufzusaugen und sie zur Kabine eures Spiders zurückzuschaffen, denn damit könnt ihr Upgrades für eure Ausrüstung erhalten. Eine seltsame, aber erfolgreiche Kombination. 

Es ist die Spannung zwischen diesen beiden Modi, die Wall World so unwiderstehlich macht. Immer wieder rücken Wellen von Monstern an, und wenn diese unaufhörliche Bedrohung euren Robospider zerstört, ist das Spiel zu Ende. Leider könnt ihr es euch nicht einfach dauerhaft im Gefechtssessel gemütlich machen, denn Feinde auszuschalten verschafft euch keine Ressourcen, auch wenn die Wellen zunehmend gefährlicher werden. Um mit ihnen Schritt zu halten, müsst ihr eure Ausrüstung immer wieder verbessern. Das bedeutet raus aus dem Spider und rein in die Mauer. Und je tiefer eure Bohrungen werden, desto länger ist auch euer Rückweg, wenn die Feinde unvermeidlich im Anmarsch sind.


In Wall World wird euch eure Gier zum Verhängnis – Geheimnisse
Unten links auf dem Bildschirm zeigt euch eine Leiste an, wann der nächste Angriff droht. Behaltet den Timer immer im Auge, um rechtzeitig von den Grubenstollen zum Gefechtsstand zu wechseln und die nächste Welle unschädlich zu machen. Die Option steht euch jederzeit offen – alle Informationen, die ihr braucht, um die richtigen Entscheidungen zu treffen, sind verfügbar. Aber die Mine lockt und es ist schwer, ihr zu widerstehen. Jeder zerstörte Block kann eine Ader freigeben oder einen Gegenstand, der eure Verteidigung oder eure Fähigkeiten verbessert. Eine automatische Drohne, einen Erdbebengenerator, der Blöcke zerbröselt, oder eine Schrotflinte, die sich perfekt für die fliegenden Monster eignet, die euch letztes Mal eure mechanische Spinne kaputt gemacht haben. Dieser Mischung aus Notwendigkeit und Gier kann man sich nur schwer entziehen.

Ihr könntet euch natürlich problemlos rechtzeitig auf den Rückweg machen, ihr könntet aber auch noch einen allerletzten Block wegbrechen, um zu sehen, was sich dahinter verbirgt. Ihr habt die Wahl, aber die Zeit läuft. Und das nächste „Game Over“ habt ihr wieder nur eurer Selbstüberschätzung zu verdanken. Wall World ist jetzt Epic Games Store verfügbar.